• Hauptdarsteller Fabian Gug­gis­­berg als Bauernführer Niklaus Leuenberger ist weiterhin mit im Boot. · Archivbild: Rolf Sutter

  • Ein Grossteil des OKs samt Autor und musikalischem Leiter war am Kick-Off-Anlass anwesend. · Bilder: Thomas Peter

  • Am Kick-Off-Anlass hatten die Akteure Gelegenheit, sich und das OK zu «beschnuppern».

  • Ulrich Eggimann ist Regisseur.

14.01.2025
Huttwil

Der «Burechrieg» bleibt ein Phänomen

Das Freilichtspiel «Burechrieg» geht diesen Sommer sozusagen in seine dritte Runde. Nach der coronabedingten Absagen im

Jahre 2020 und einer weiteren Verschiebung 2023 soll der «Burechrieg» aus der Feder von Gerhard Meister nun zwischen dem

5. bis 31. Juli insgesamt 16 Mal aufgeführt werden, dies mit neuem Regisseur, teils neuer OK-Crew und neuen Akteuren. Gestern Montagabend haben die ersten Proben in der Aula des Schulhauses Hofmatt begonnen.

 

«Veni, vidi et mansi» (Ich kam, sah und blieb). Das Interesse am Freilichtspiel Burechrieg ist auch im dritten Anlauf in und um Huttwil weiter ungebremst. Ein Grossteil der aktuell rund 60 Schauspielenden und gut 20 OK-Mitglieder liessen es sich nicht nehmen, sich am Kick-Off-Anlass vom vergangnen Mittwoch erstmals so richtig gegenseitig zu «beschnuppern». Diese Begeisterung ist ein Phänomen. Wie erklärt sich das Regisseur Ulrich Eggimann, der das Erbe des verstorbenen Schang Meier angetreten hat? «Der Burechrieg ist ein wichtiger Teil der Geschichte von Huttwil, da vieles auch hier stattgefunden hat», vermutet Ulrich Eggimann. Zudem sei ein Freilichttheater in Huttwil etwas Aussergewöhnliches, das es nicht als ständig wiederkehrendes Ereignis gebe. Und dies trotz zweimaliger Absage? «Wir haben uns bewusst Zeit gelassen, um das Freilichtspiel wieder in Angriff zu nehmen», sagt der Neu-Sumiswalder und ursprüngliche Mann aus Rüderswil, wo der Bauernführer Niklaus Leuenberger natürlich fester Bestandteil der Dorfgeschichte ist. 2024 wäre seiner Ansicht nach viel zu früh gewesen. In dem man sich Zeit gelassen habe, seien auch neue Leute zum OK-Team hinzugekommen, die den nötigen neuen Schwung gebracht hätten wie etwa der ebenfalls einstige Rüderswiler Lukas Flückiger als Produktionsleiter, der in Huttwil gut vernetzt sei und die Leute kenne. Vom einstigen Team seien noch wenige übriggeblieben. Auch bei den Akteuren gab es einige neue Gesichter, hingegen ist Hauptdarsteller Fabian Guggisberg als Bauernführer Niklaus Leuenberger weiterhin im Boot dabei.

Ein «Entwicklungsstück»
«Da kommt etwas auf uns zu, von dem wir alle noch nicht wissen, was wirklich auf uns zu kommt», begrüsste Ulrich Eggimann die Akteure am Kick-Off-Anlass wortespielend mit einem verschmitzten Lächeln und fügte sogleich hinzu: «Ich freue mich sehr darauf und ich glaube, dass das gut kommt. Glaubt auch daran und verbreitet diese Zuversicht, dann kommt es wirklich gut.» Unmutsäusserungen hinter vorgehaltener Hand hingegen würden dem Elan nur schaden, unterstrich er die Wichtigkeit der offenen Kommunikation. Auch er werde mit Bestimmtheit da und dort ein kritisches Wort verlieren, vielleicht ab und zu auch laut werden, doch das sei nicht böse oder persönlich gemeint. Das Stück entwickle sich erst bei den Proben so richtig, weshalb der offene Austausch so wichtig sei. 

Auch Rolle der Frau im Fokus
Wird mit einem neuen Regisseur nun alles neu? «An der Struktur des Stücks habe ich nichts geändert», hält Ulrich Eggimann gegenüber dem «Unter-Emmentaler» fest. Auch die Texte werde ich nicht umschreiben, vielleicht einzelne Worte Berndeutsch ersetzen. «Die Geschichte von Autor Gerhard Meister hat mich sehr angesteckt. Krieg ist immer eine Männersache. Dass aber aufgezeigt wird, wie wichtig die Rollen und Aufgaben der Frauen sind, die sonst in solchen Geschichten eher vergessen gehen, das haben wir Gerhard Meister zu verdanken.»

Noch Männer als Statisten gesucht
Apropos Frauen: Während der Frauenchor aus rund 40 Mitwirkenden personell gut besetzt ist, fehlt es noch an Männern. Bisher seien rund 20 mit dabei, was das Verhältnis etwas in Schieflage versetzt. «Es werden noch rund zehn Statisten gesucht», liess Produktionsleiter Lukas Flückiger durchblicken. Es handle sich dabei aber um keine Sprechrollen, sodass diese Akteure auch erst nach der Frühlingspause an den Proben teilnehmen müssten. «Wir haben aber erst kürzlich auch Absagen für tragende Figuren erhalten», führte Lukas Flückiger weiter aus. So müssten die Rollen von Hans Bieri, dem Nachbarn von Niklaus Leuen­berger, und vom Bergmichel neu besetzt werden. Wer Interesse habe, dürfe sich gerne melden (per E-Mail an [email protected]).

Ticketverkauf startet am 3. März
Vom 5. bis 31. Juli sind auf dem Areal der Spycher Handwerk AG in Huttwil 16 Aufführungen geplant. Die ersten Proben in der Aula des Schulhauses Hofmatt haben gestern Montag Abend begonnen. Abgesehen von den zwei Wochen während der Frühlingspause werde bis kurz vor der Premiere geprobt, liess Ulrich Eggimann durchblicken, der unter anderem unterstützt wird von den Regieassistentinnen Rita Kilchen­mann und Lara Itten sowie seinem Sohn Kaspar Eggimann, der als musikalischer Leiter die Kompositionen von Ben Jeger und Guido Kunz umsetzen wird. Der Ticketverkauf startet am 3. März. Für Schlechtwetter gibt es Ersatzdaten, wobei die Tribüne gedeckt sein wird. 

Von Thomas Peter