• Der Haslibrunnen wurde als erste Langzeitpflegeinstitution im Kanton Bern mit dem Qualitätslabel Leading Nursing Homes zertifiziert. · Bilder: Reto Pfister

  • Die zu betreuenden Personen im Haslibrunnen sollen möglichst nach ihren individuellen Bedürfnissen umsorgt werden.

  • Raffaela Jungo (Auditorin LNH), Hansjörg Lüthi (Geschäftsführer Haslibrunnen), Werner Meyer (Verwaltungsratspräsident Haslibrunnen AG) und Paul Bannister (CEO LNH) bei der Preisverleihung (von links).

10.03.2026
Langenthal

Der Lohn für ein fortschrittliches Konzept

Der Haslibrunnen, das Kompetenzzentrum für das Alter in Langenthal, ist als erste Langzeit-pflegeinstitution im Kanton Bern mit dem Qualitätslabel der Leading Nursing Homes (LNH) zertifiziert worden.

 

Betreuung im Alter, das ist in einem modernen und zeitgerechten Konzept viel mehr als bloss ein Alters- und Pflegeheim. Die zu betreuenden Personen sollen möglichst nach ihren individuellen Bedürfnissen umsorgt werden, eine ideale Wohnsituation vorfinden und auch weiter ins Leben ausserhalb der Institution integriert bleiben, sofern es ihnen möglich ist. Der Haslibrunnen, das Kompetenzzentrum für das Alter in Langenthal, erfüllt mit seiner Lage im städtischen Gebiet, zwischen Innenstadt und Spital, letzteren Punkt vortrefflich. Das Restaurant etwa ist öffentlich, es stehen auch viele ambulante Angebote zur Verfügung. Aber auch sonst ist man im Haslibrunnen stets bemüht, neuste Erkenntnisse in die alltägliche Betreuung einfliessen zu lassen. Auch bei Fachleuten geniesst der Haslibrunnen einen ausgezeichneten Ruf. Was nun zu einer Auszeichnung führte, die bis jetzt keine andere Langzeitpflegeinstitution im Kanton Bern entgegennehmen durfte. Der Haslibrunnen wurde mit dem Qualitätslabel der Leading Nursing Homes (LNH) zertifiziert.

Seit einem Jahr am Markt
Die Leading Nursing Homes AG mit Sitz in Zürich existiert erst seit 2024. Entstanden ist sie aus einem im Gesundheitswesen tätigen Beratungsunternehmen. «Wir stellten fest, dass es im Bereich Alters- und Pflegeinstitutionen an einer Zertifizierung fehlt», sagt CEO Paul Bannister. In Zusammenarbeit mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wurde ein Katalog mit 100 Kriterien aus den Bereichen Pflege und Betreuung, Führung, Hotellerie und Infrastruktur entwickelt. Unter den konsultierten Fachleuten befand sich etwa der renommierte Soziologe und Altersforscher Francois Höpflinger, aber auch Vertreter der Hotelfachschule Lausanne, der ETH und der Hochschule St. Gallen (HSG). Institutionen, die sich für eine Zertifizierung interessieren, können sich bei LNH melden. Hansjörg Lüthi, der Geschäftsführer der Haslibrunnen AG, prüfte mit dem Führungsteam zusammen, ob dies etwas für den Haslibrunnen wäre. «Es ist ein modernes Konzept, das dieser Zertifizierung zugrunde liegt», sagt Lüthi. «Es werden nicht nur Führungskräfte, son-dern auch Angehörige und Bewohnende befragt. So dass ein ganzheitlicher Eindruck von der Institution entsteht.» Die Auditorinnen und Auditoren waren im Haslibrunnen während zwei Tagen zu Gast. Sie führten total sieben Interviews, nahmen mit Bewohnenden das Frühstück und das Mittagessen ein. Die Institution selbst reichte Dokumente und Kennzahlen ein, die ebenfalls in die Bewertung mit einflossen. Das Ergebnis des Audits fiel für den Haslibrunnen äusserst positiv aus. «Der Haslibrunnen ist eine Institution, die sich weit über dem Durchschnitt bewegt», lobte der LNH-CEO Bannister anlässlich der Zertifikatsübergabe. «Es ist eine Spitzeninstitution, die mit Herz und Leidenschaft geführt wird.» Die LNH-Auditorin Raffaela Jungo strich den gegen aussen offenen Charakter der Institution hervor. «Das Ambiente wirkt einladend, es finden viele Veranstaltungen statt, es erfolgt ein Austausch zwischen den Generationen, auch ein Austausch zwwwischen der Institution und der Aussenwelt.»

«Wir sind sehr stolz»
«Ich habe den Audit-Bericht mit sehr viel Stolz und Freude gelesen», sagte Werner Meyer, der Verwaltungsratspräsident der Haslibrunnen AG, anlässlich der Zertifikatsübergabe. «Wir sind sehr stolz darauf, dass wir dieses Ziel erreichen konnten», sagte Haslibrunnen-Geschäftsführer Lüthi. «Wir wollten das erreichen.» Der Haslibrunnen stehe für Innovation, dafür, dass in der Fachwelt vorhandenes Wissen im Alltag angewandt werde. Die Mitarbeitenden seien motiviert und neugierig. Dies gelte etwa auch für die Anwendung von moderner Technologie. «Bei uns kommt eine KI-basierte Anwendung zur Verhinderung von Sturzverletzungen zum Einsatz», sagt Lüthi. «Mit ihr kann man gefährliche Situationen, die zu Stürzen führen können, vorzeitig erkennen.» Andere Anwendungen sorgen dafür, dass Medikamente am richtigen Ort eingesetzt werden, oder erkannt wird, ob die Bewohnenden genug schlafen oder zu ausreichend Bewegung kommen. Ein solches Zertifikat sei ein grosser Vertrauensbeweis. Einerseits für Bewohnende und deren Angehörige, andererseits auch für aktuelle und potenzielle neue Mitarbeitende. «Auf dem Arbeitsmarkt kann uns eine solche Zertifizierung helfen, qualifiziertes Personal zu finden», sagt Lüthi. Im Vordergrund stehen dabei immer die Personen, welche die Dienstleistungen des Haslibrunnens, sei es ambulant oder stationär, in Anspruch nehmen. Und wissen, dass sie hier gut aufgehoben sind.

Von Reto Pfister