• Der alte Bahnhofzugang vor dem Restaurant Dogans wird abgebrochen. · Bilder: Reto Pfister

  • Hier finden dereinst die Velos ihren Platz.

  • Hier kann man nicht mehr in den Bahnhof gelangen.

  • Die Arbeiten sind in vollem Gang.

  • Fernando Moscatello ist Oberbauleiter des städtischen Teils des Projekts.

19.09.2025
Langenthal

Die Konturen sind sichtbar

Am Bahnhof in Langenthal schreiten die Arbeiten voran, im Gleisbaubereich stehen sie kurz vor der Fertigstellung. Die restliche Infrastruktur wird bis Ende 2027 gebaut, darunter die Einrichtung für die Zweiradfahrenden.

 

Wer am Bahnhof Langenthal aus-,ein- oder umsteigt, der sieht sofort: hier wird in grossem Stil gebaut. Nicht mehr auf den Bahnsteigen selbst – hier läuft vieles wieder normal, so etwa können die Perrons 2 und 3, wo die Interregio-Züge nach Olten und Burgdorf/Bern abfahren, wieder wie vor dem Umbau benutzt werden. Rege Bautätigkeit herrscht hingegen auf der stadtnahen Seite des Bahnhofs, bis an die Post und das Restaurant Dogans heranreichend. Bauarbeiter wuseln herum, Baugruben werden ausgehoben, die Konturen der zukünftigen Nutzung sichtbar. Und gleichzeitig ist immer noch zu sehen, wie vor dem Start der Bauarbeiten die Zugänge zum Bahnhof Langenthal verlaufen sind. So wird etwa in diesen Tagen der alte seitliche Zugang beim Dogans abgebrochen. Man könnte die Treppe theoretisch noch benutzen, auch die Signalisation ist noch vorhanden. Die Treppe würde allerdings nach unten in die Baugrube führen, zu den Gleisen würde man nicht gelangen. Auch die ausgeschilderte WC-Anlage existiert im Moment im Langenthaler Bahnhof nicht. Es sind eindrückliche Bilder, die sich einem bei der Baugrube derzeit bieten, wenn mit dem Bagger die noch vorhandenen Teile der Unterführung abgebrochen werden. 

Erst Holzverbau, dann Beton
Auf zum Rundgang mit Fernando Moscatello, Oberbauleiter des städtischen Teils des Projekts, und Sophie Bigler, die ihn unterstützt. «Erst kommt das Holz, dann der Beton», erklärt Moscatello vereinfacht die Vorgehensweise. Nach dem Aushub der Baugrube wird diese mit Holz ausgekleidet, eine sogenannte Röhlwand erstellt. So kann die Baugrube gesichert und stabilisiert werden. Erst danach wird die Velostation betoniert. Genau in jener Phase befindet man sich beim Langenthaler Bahnhof. Es ist erkennbar, wo Velowerkstatt und Velostation zu stehen kommen und welche Dimensionen sie haben werden. Bis sie in Betrieb gehen, werden noch zwei Jahre vergehen. Ende 2027 sollte alles fertig sein. 

Neuer Bushub und neue Zugänge
Noch nichts zu sehen ist derzeit vom neuen Bushub, wo dereinst die Linien in die Umgebung abfahren werden. Dieser kommt vor den Bahnhofseingang zu liegen. Aktuell steigen die Passagiere vor der Firma Ammann in die Busse ein und aus. Wer aus der Stadt derzeit auf die Gleise gelangen will, kann nicht den direkten Weg gehen. Von der Jurastrasse her muss rechts abgebogen und mehrere Kurven zurückgelegt werden – von der Bahnhofstrasse her links. Man erreicht den Bahnhof von dort in etwa auf der Höhe des BLS-Perrons. «Wann genau die direkten Zugänge wieder frei sind, kann man noch nicht sagen», erläutert Sophie Bigler. 

Velos und Fussgänger getrennt
Bereits erkennen kann man in der Unterführung, wo sich dereinst Radfahrer und Fussgänger bewegen werden. Sie erhalten getrennte Spuren – von der Stadt her betrachtet fahren die Velos links der Säulen, die Fussgänger gehen rechts. Die Arbeiten an der Nordseite der Unterführung beginnen, sofern sie nicht durch Schnee und Eis verzögert werden, im Dezember 2025. Keine Verzögerungen hatte hingegen das Unwetter vom 20. August zur Folge, wo auch im Bahnhofsgebiet Überschwemmungen zu verzeichnen waren. «Das Wasser musste abgepumpt werden, nach einem halben Tag konnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden», sagt Oberbauleiter Moscatello. 

Von Reto Pfister