Der vom aktiven Schwingsport zurücktretende Konrad Steffen wird von seinen Brüdern und den Kollegen des Schwingklubs Sumiswald gebührend gefeiert. · Bild: Barbara Loosli
«Disu» siegreich und «Könu» sagt Goodbye
Lokalmatador und Vorjahressieger Matthias «Disu» Aeschbacher (Rüegsauschachen) entschied den traditionellen Abendschwinget in Sumiswald wiederum für sich. Sein Klubkollege und «Eidgenosse» Konrad «Könu» Steffen (Wynigen) bestritt nach 24 Jahren im Sägemehl am Heimfest sein letztes Schwingfest.
8. Abe-Schwinget am Gotthelfmärit · Der Turnerschwinger Konrad Steffen (SK Sumiswald) stand vor heimischem Publikum ein letztes Mal in den Zwilchhosen. Der «Eidgenosse» ist am vergangenen Freitagabend nämlich vom aktiven Schwingsport zurückgetreten. Der in Wynigen wohnhafte Athlet blickt auf eine erfolgreiche Schwingkarriere mit 18 Kranzgewinnen und einem Regionalfestsieg zurück. Der absolute Höhepunkt in seiner schwingerischen Laufbahn war sein Kranzgewinn am Eidgenössischen Schwingfest 2022 in Pratteln. «Mein Rücktritt erfolgt nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern ich spürte, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um aufzuhören», erzählt der 32-Jährige gegenüber dem «Unter-Emmentaler». «Der Sieg am Chemihütten-Schwinget 2021 in Aeschiried und der Kranzgewinn am ESAF 2022 in Pratteln werden mir besonders in Erinnerung bleiben», sagt er weiter. Für viele überraschend bezwang er in Pratteln damals im achten Gang den Luzerner Werner Suppiger (Wauwil) und holte sich das eidgenössische Eichenlaub. Den Entscheid zum Rücktritt hat der gebürtige Koppiger bereits im letzten Winter getroffen, wie er gegenüber dem «UE» sagt. Steffen hat im Alter von acht Jahren als Jungschwinger beim Schwingklub Sumiswald begonnen und stand 24 Jahre lang, zuerst als Jungschwinger und dann als Aktivschwinger, im Sägemehl. Dem Schwingklub bleibt der Emmentaler «Eidgenosse» weiterhin treu. Steffen hat im Vorstand vor Kurzem die Funktion als Sekretär übernommen.
Emmentaler Publikumsliebling schwingt zum vierten Mal obenaus
Im Sägemehl zog ein anderer Athlet des Schwingklubs Sumiswald das Interesse auf sich. Der Emmentaler Publikumsliebling Matthias «Disu» Aeschbacher (Rüegsauschachen) bezwang im Schlussgang den Klubkollegen und «Eidgenossen» Patrick Schenk (Weier) nach gut einer Minute mit seinem Paradeschwung, dem inneren Haken, und kam in den Genuss des Sieger-Rinds. Aeschbacher nahm im Schlussgang ein Polster von 1,25 Punkten auf Schenk mit. Von diesem Polster musste «Disu» aber keinen Gebrauch machen. Damit holte sich der stärkste Lokalmatador den 34. Regionalfestsieg mit sechs Siegen in sechs Kämpfen. Der dreifache «Eidgenosse» gewann sein Heimfest zum vierten Mal nach 2021, 2023 und 2025. Den Einzug in den finalen Gang des Tages schaffte das Sumiswalder Aushängeschild mit fünf aneinandergereihten Siegen. Am Sumiswalder Schaulaufen musste er gleich viermal gegen eigene Klubkollegen antreten. Der 34-Jährige brachte Levin Neuenschwander (Oberönz), Loris Tschannen (Utzenstorf) und die drei Klubkollegen Patrick Schenk (Weier), Gustav Steffen (Ranflüh) und Patrick Steffen (Hasle bei Burgdorf) aufs Kreuz. Damit ist auch der Lapsus vom «Emmentalischen» (kein Kranzgewinn) vergessen. Nach dem Sieg am «Mittelländischen» siegte «Disu» nun auch am Heimfest.
Gustav Steffen auf dem 2. Rang
Der «Eidgenosse» Patrick Schenk fiel durch die Niederlage im Schlussgang auf den Rang 4a zurück. Schenk schaffte den Einzug in den finalen Gang des Tages mit vier Siegen. Der 32-Jährige bodigte Maël Sommer (Büren zum Hof), Matthias Krähenbühl (Oberhünigen), Nathan Schmid (Grasswil) und Tim Wüthrich (Grossdietwil). Schenk musste sich einzig zweimal von seinem Klubkollegen Matthias Aeschbacher das Sägemehl vom Rücken putzen lassen. Der Emmentaler «Eidgenosse» Gustav Steffen (Ranflüh/SK Sumiswald) rangierte mit fünf Siegen auf dem 2. Rang. Der 30-jährige Turnerschwinger fand seine gewinnbringenden Züge in den Duellen mit Ivan Rohrbach (Aarwangen), Michael Müller (Wangenried), Lukas Tschumi (Wolfisberg), Nils Flury (Aeschi/SO) und André Betschart (Ried-Muotathal).
Sumiswalder Feste immer beliebter
Sein Bruder, der am Abendschwinget zurückgetretene Turnerschwinger Konrad Steffen (Wynigen/SK Sumiswald), realisierte an seinem letzten Schwingfest drei Siege und drei Remis (Rang 5b). Unter den 50 angetretenen Athleten befand sich neben den drei genannten Sumiswalder «Eidgenossen» auch der «Eidgenosse» Lukas Tschumi. Der Oberaargauer konnte um den Festsieg nicht mitreden (Rang 8a). In den Zwilchhosen standen zudem drei Huttwiler Athleten. Der Eriswiler Michael Zingg war mit drei Siegen der erfolgreichste Huttwiler Athlet (Rang 10c).
«Das Interesse an unseren Schwingfesten wird immer grösser und wir konnten viele Besuchende begrüssen», stellt der Präsident des Schwingklubs Sumiswald, Martin Sommer, auf Anfrage dieser Zeitung fest. Am Samstag fand auch noch der Sumiswalder Jungschwingertag statt (der «UE» berichtet am Freitag). «Wir wollen uns in Zukunft weiterentwickeln, um dem Interesse gerecht zu werden.» «Unseren zurückgetretenen ‹Eidgenossen› Konrad Steffen haben wir nach dem Schwingfest gebührend gefeiert», so der Präsident abschliessend.
Auszug aus der Rangliste: 1. Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen/SK Sumiswald, 59,50; 2. Gustav Steffen, Ranflüh/SK Sumiswald, 57,75; 3. Levin Neuenschwander, Oberönz, 57,25; 4a. Patrick Schenk, Weier/SK Sumiswald, 57,00; 4b. Adrian Bürki, Sumiswald/SK Sumiswald, 57,00; 5a. Patrick Steffen, Hasle/SK Sumiswald, 56,50; 5b. Konrad Steffen, Wynigen/SK Sumiswald, 56,50; 7a. Michael Reinhard, Wasen/SK Sumiswald, 56,00; 7c. Sven Burkhalter, Sumiswald/SK Sumiswald, 56,00; 8b. Sam Maurer, Wynigen, 55,75; 10a. Ivan Rohrbach, SK Langenthal, 55,25; 10c. Michael Zingg, Eriswil/SK Huttwil, 55,25; 11b. Tim Wüthrich, Grossdietwil/SK Langenthal, 55,00; 13b. Silvan Burkhalter, Sumiswald/SK Sumiswald, 54,50; 14b. Bänz Bernhard, Dürrenroth/SK Sumiswald, 54,25; 15. Dominik Hodel, Huttwil/SK Huttwil, 54,00; 16a. Julian Brunner, Weier/SK Sumiswald, 53,75; 16b. Ben Gerber, SK Sumiswald, 53,75; 17a. Tobias Bernhard, Walterswil/SK Sumiswald, 53,00.
Stoos-Schwinget (14.6.) Auszug aus der Rangliste: 1. Werner Schlegel, Hemberg, 58,50; 2a. Damian Ott, Dreien, 57,25; 2b. Joel Strebel, Aristau, 57,25; 2c. Christian Bucher, Unterägeri, 57,25.
Von Yanick Kurth