• Die Mitmachenden am Ahorn-Bergzeitfahren genossen während dem Strampeln das Bilderbuchwetter und die traumhafte Aussicht. · Bilder: Stefan Leuenberger, zvg

  • Der 87-jährige Isidor Birrer aus Luthern flitzt mit seinem Elektro-Bike das Ahorn hoch, während Kranzschwinger Adrian Aebersold auf der Fahrt einen Gang beim Schwingen simuliert.

  • Der Tagessieger André Kurmann aus Willisau (links) schaffte die Strecke in beeindruckenden 13:42 Minuten. Martin Schütz vom TV Eriswil legte die 4,6 km mit dem Mountainbike zurück.

  • Tagessiegerin Edith Steinmann aus Ufhusen geniesst nach dem Wettkampf die wunderschöne Abendstimmung auf dem Ahorn.

  • Mit einem OL-Batch löst die Lützelflüherin Andrea Kiener ihren Start beim Gasthof Kloster aaus.

13.08.2025
Sport

Ein Velospass bei absolutem Traumwetter

Dank dem Traumwetter feierte das AhornBergzeitfahren mit 106 Klassierten eine bessere Beteiligung als im Vorjahr.

4. Ahorn-Bergzeitfahren · «Wir freuen uns, die Beteiligung von 2024 übertroffen zu haben», sagte Tobias Kurth vom fünfköpfigen Organisationsteam der Eriswiler «Bar Bohème». Wegen Regenwetter waren im letzten Jahr mit 93 Personen weniger «Pedalende» am Rennen auf den Eriswiler Hausberg mit dabei. Am vergangenen Donnerstagabend konnten bei absolutem Bilderbuch-Sommerwetter auf der 4,6 km langen Strecke mit 350 m Steigung 106 Zielzeiten notiert werden. Viel dazu beigetragen hat der Sportclub Huttwil. Die erste Mannschaft beschloss, das Ahorn-Bergzeitfahren in die Saisonvorbereitung aufzunehmen. Schnellster der 18 Fussballer war Claudio Flückiger in 20:07 Minuten. Ebenfalls mit etlichen Mitgliedern war der Bike Shop Willisau am spassigen Bergrennen dabei. 

Nach Intervalltraining zum Tagessieg
Weil der Vorjahressieger Lars Mathys aus Huttwil ferienhalber fehlte, wurde ein neuer Tagessieger gesucht. Der ambitionierte Strassenfahrer André Kurmann vom Veloclub Mendrisio stellte eine famose Tagesbestzeit auf. Dies, obwohl der 21-Jährige nur zufällig und mit bereits müden Waden antrat. «Ich habe ein hartes Intervalltraining auf das Ahorn absolviert. Beim Retourfahren habe ich die Velofahrer beim Start gesehen und studiert, ob ich da auch mitmachen soll», so Kurmann. «Erst in Huttwil habe ich mich mental für ein Mitmachen am Bergrennen entschieden und umgedreht», lachte der Willisauer. In famosen 13:42 Minuten jagte Kurmann in der Folge zum zweiten Mal den Eriswiler Hausberg hoch – und war über eineinhalb Minuten schneller als der zweitbeste Fahrer. Nicht auszumalen, was für eine Zeit Kurmann mit frischen Beinen erzielt hätte. «Es fuxte mich schon ein bisschen, als ich gehört habe, dass ich den Streckenrekord verpasst habe», so Kurmann. Der Streckenrekord von 12:59 Minuten aus dem Jahr 2023 bleibt beim gebürtigen Gettnauer Jeremias Marti. 

Vorjahressiegerin verbessert sich
Auch bei den Frauen war eine Athletin überragend. Die 53-jährige Ufhuserin Edith Steinmann verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr. In 19:10 Minuten verbesserte sie ihre Zeit um 35 Sekunden. «Das überraschte mich schon, weil ich am Vortag noch im Lauftraining war. Ich habe allerdings versucht, mehr Abschnitte der Strecke sitzend und nicht aus dem Sattel gehend zu absolvieren. Dies hat wohl gefruchtet.» Warum Edith Steinmann immer noch so fit unterwegs ist, zeigte sie auch nach dem Rennen: Nach ihrem Wettkampfeinsatz fuhr sie direkt nach Hause, um dann für die Rangverkündigung noch ein zweites Mal mit dem Velo von Ufhusen aufs Ahorn zu fahren... Den Sieg bei den Lizenzierten holte sich der 18-jährige Langenthaler Robin Jost. «Ich bin oft mit dem Mountainbike auf dem Ahorn. Jetzt wollte ich es einmal ein bisschen flinker machen und habe das Rennvelo benutzt. Ich bin etwas zu schnell gestartet und habe oben etwas dafür gebüsst», meinte das Mitglied des Velo- und Mountainbike Clubs Aarwangen.  

Mit Elektro-Unterstützung blitzschnell
Im Plauschfeld konnte die Strecke mit Hilfe eines E-Bikes absolviert werden.  Je nach Kraft des Akkus «flitzten» die Elektro-Teilnehmenden mit beeindruckendem Tempo die steilen Passagen hoch. Hans Wechsler aus Hofstatt siegte in 8:57 Minuten, Sibylle Ruch aus Eriswil in 13:06 Minuten. Auf den 3. Rang bei den Frauen schaffte es die 73-jährige Walterswilerin Hedi Kaderli in 14:38 Minuten. «Ich war ein bisschen langsamer als im letzten Jahr. Dies lässt sich aber erklären. Ich habe für einen Monat ein GA gelöst und bin Zug gefahren. Dadurch kam das Training zu kurz», schmunzelte die rüstige Velofahrerin. Apropos Alter: Isidor Birrer aus Luthern absolvierte die Strecke mit dem Elektrovelo in 14:02 Minuten (2. Rang) – im Alter von 87 Jahren …  

Kranzschwinger simuliert Schwingkampf auf dem Velo
Mit reiner Muskelkraft das Ahorn hoch strampelte der Walterswiler Kranzschwinger Adrian Aebersold. «Was für ein tolles Training. Damit kann ein wichtiger und langer Gang so richtig simuliert werden. Beim letzten Anstieg habe ich mir vorgestellt, dass der Kampfrichter die letzte Minute ansagt. Dann habe ich die letzten Kräfte mobilisiert», erklärte das 24-jährige Mitglied des Schwingklubs Sumiswald. «Solche polysportlichen Trainings würden jedem Schwinger etwas bringen. Allerdings verstehe ich auch, dass sich die etwas schwereren Schwinger mit einem Velo-Bergrennen eher schwer tun.» Abersold zeigte Biss und schaffte die Strecke in 21:43 Minuten. 

Traumhafter Ausklang
Dank der grossartigen Unterstützung des Bergrestaurants Ahorn-Alp konnten die Finisher mit einem Spaghetti-Buffet verlorene Kalorien wieder reinholen – und bei herrlichem Sonnenschein den Sommerabend beim gemütlichen Beisammensein unter freiem Himmel an einem besonders schönen Flecken Erde ausklingen lassen. Das nächste Ahorn-Bergrennen, welches sich bloss über Sponsorengelder und Spenden finanziert (es wird kein Startgeld verlangt) soll am Donnerstag, 6. August 2026, stattfinden. 

Auszug aus der Rangliste: Lizenzierte (1 Klassierter): 1. Robin Jost, Langenthal, 19:18. – Männer (41): 1. André Kurmann, Willisau, 13:42; 2. Oli Heller, Willisau, 15:20; 3. Pascal Frei, TV Eriswil, 16:16; 4. Stephan Peter, Luthern, 16:26; 5. Fabian Zaugg, Wasen, 16:33; 6. Jakob Aregger, Willisau, 17:23; 7. Patrick Kiener, Lützelflüh, und Michael Suter, Huttwil, je 17:40; 12. Matthias Haldimann, TV Eriswil, 19:08; 14. Claudio Flückiger, SC Huttwil, 20:07; 15. Stefan Felder, Huttwil, 20:22; 18. Fritz Jordi, Schwarzenbach, 20:37; 20. Andri Kilchenmann, SC Huttwil, 21:15; 23. Steven Carlini, SC Huttwil, 21:35; 24. David Aebersold, Walterswil, 21:43. – Senioren (12): 1. Simon Fuchs, Madiswil, 17:40; 2. Hans Gerber, Weier, 18:36; 3. Adrian Alt, Willisau, 18:55; 4. Bruno Hess, TV Eriswil, 20:40; 5. Victor Kopp, Luthern, 20:52; 6. Tedi Baumann, Eriswil, 21:49; 7. Josef Stadelmann, Eriswil, 22:16; 8. Simon Meyer, Eriswil, 22:41. – Veteranen (3): 1. Fritz Siegenthaler, Affoltern, 21:03; 2. Roland Joos, Langenthal, 22:31; 3. Ruedi Kleeb, TV Eriswil, 28:23. – Frauen (4): 1. Andrea Kiener, Lützelflüh, 19:59. – Seniorinnen (4): 1. Edith Steinmann, Ufhusen, 19:10; 2. Sabine Grossenbacher, Weier, 22:40; 3. Sandra Tillmann, St. Martin, 30:53. – Veteraninnen (1): 1. Madeleine Sollberger, Kleindietwil, 34:22. – Elektro-Plausch Männer (12): 1. Hans Wechsler, Hofstatt, 8:57; 2. Lukas Aebi, Wasen, 11:38; 3. Silvio Bühler, TV Luthern, 11:47; 4. Levin Röthlisberger, Eriswil, 11:56; 5. Isidor Birrer, Luthern, 14:02; 6. Markus Frei, Wasen, 14:19; 7. Harri Christmann, Eriswil, 14:47; 8. Ernst Nyffenegger, Eriswil, 16:32. – Elektro-Plausch Frauen (15): 1. Sibylle Ruch, Eriswil, 13:06; 2. Ruth Zaugg, Rüederswil, 13:36; Hedi Kaderli, Walterswil, 14:38; 4. Edith Reist, Eriswil, 15:28; 5. Anita Liechti, Eriswil, 15:53; 6. Jasmin Braun, Rüegsau, 17:36; 7. Anita Ruch, Oeschenbach, 17:37; 8. Stefanie Zehnder, Eriswil, 17:44; 9. Ursula Lüdi Kleeb, Eriswil, 18:53; 10. Larissa Ruch, TV Eriswil, 19:56. –  Junioren (6): 1. Timo Straumann, SC Huttwil, 20:33; 2. Leon Scheidegger, SC Huttwil, 29:50; 3. Nicola Gygli, SC Huttwil, 30:19. – Schüler I (1): 1. Luca Röthlisberger, Eriswil, 43:07. – Schüler II (5): 1. Eric Schenk, SC Huttwil, 22:14; 2. Johannes Yelin, SC Huttwil, 22:19; 3. Matteo Berger, SC Huttwil, 23:25. – Schülerinnen II (1): 1. Sofie Gerber, Weier, 21:40. 

Von Stefan Leuenberger