Der Kommandant der Feuerwehr Eriswil, Hanspeter Ruch, bei seiner letzten Übung. · Bild: Marion Heiniger
«Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr»
Nach fast drei Jahrzehnten bei der Feuerwehr Eriswil, davon zwölf Jahre als Kommandant, gibt Hanspeter Ruch die Leitung ab. Er blickt zurück auf prägende Einsätze, starke Kameradschaft und eine Zeit, die ihn weit über den Feuerwehrdienst hinaus geprägt hat.
Eriswil · Nach über zwölf Jahren an der Spitze der Feuerwehr Eriswil tritt Kommandant Hanspeter Ruch ab. Unter seiner Leitung hat das Korps zahlreiche Einsätze gemeistert, sich technisch und organisatorisch weiterentwickelt und ist doch immer das geblieben, was es ausmacht: eine Gemeinschaft, die füreinander einsteht. Insgesamt 29 Jahre lang war Ruch Mitglied der Feuerwehr Eriswil. Das Amt abzugeben, sei für ihn eine Erleichterung, sagt er. «Es ist Zeit aufzuhören.» Die Feuerwehr verändere sich stetig. Viele Neuerungen und mehr Bürokratie bedeuten zusätzlichen Aufwand für den Kommandanten. «Ich möchte das in jüngere Hände geben», erklärt Ruch. «Die Feuerwehr ist und bleibt eine Herzensangelegenheit», sagt er weiter. Bereits sein Vater war in der Feuerwehr aktiv. Als er alt genug war, trat auch Ruch gemeinsam mit Kollegen bei. «Mich hat die Feuerwehr immer fasziniert», erzählt er. Er habe zahlreiche Kurse besucht und sich kontinuierlich weitergebildet. «Das hat mir auch im Privaten immer geholfen», sagt er. So führte ihn sein Weg schliesslich an die Spitze des Korps.
Einschneidendes Ereignis
Ein Einsatz ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: 2007 kam es in Eriswil zu einem schweren Hochwasser. Ruch war mit seinem Team während mehrerer Tage im Einsatz. Es gab grosse Verwüstungen und auch Tote. «Das war ein einschneidendes Erlebnis», erinnert er sich. Noch heute bekomme er ein kribbeliges Gefühl, wenn ein Gewitter aufziehe. Besonders prägend seien aber die vielen schönen Momente in der Feuerwehr gewesen. «Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt», sagt Ruch. Die Feuerwehren im Oberaargau arbeiten eng zusammen, dadurch seien viele Freundschaften entstanden. «Das Kollegiale wird grossgeschrieben. Wir sind wie eine Feuerwehrfamilie über die Gemeindegrenzen hinaus», sagt er.
Keine Nachwuchsprobleme
Und diese Familie wächst in Eriswil weiter. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass viele Junge zur Feuerwehr wollen», sagt Ruch. Das Korps geht aktiv auf junge Bürgerinnen und Bürger zu. Der Nachwuchs wird zu Grillabenden oder anderen Anlässen eingeladen und kann die Feuerwehr in einem Schnupperjahr unverbindlich kennenlernen. Viele liessen sich dadurch überzeugen, erzählt Ruch. Die Anforderungen seien jedoch hoch. Viele Neuerungen führen zu mehr Übungsstunden. «Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, ist es schon wieder anders», sagt er. Das brauche motivierte junge Leute, die bereit seien, sich mit Herzblut zu engagieren. Für Ruch war dieses Engagement nie in Frage gestellt. Er blickt dankbar auf seine Zeit bei der Feuerwehr zurück, freut sich nun aber auf mehr Freizeit, Zeit mit der Familie und neue Hobbys. Am vergangenen Wochenende leitete er seine letzte Übung. Bis Ende Jahr bleibt er jedoch Kommandant und wird bei Ernstfällen weiterhin im Einsatz stehen. Ganz loslassen will er nicht. «Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr», sagt Ruch. Künftig wird er kleinere Aufgaben im Magazin übernehmen. Seiner Nachfolge gibt er einen Rat mit auf den Weg: «Höre auf dein Bauchgefühl, pflege den Zusammenhalt und handle überlegt. Dann bleibt die Feuerwehr Eriswil ein starkes Korps, auf das man sich verlassen kann.»
Von Felix Ott