Die Hornussergesellschaft Thörigen kehrt erstmals seit 2011 wieder in die NLA zurück. · Bild: zvg
Endlich das Aufstiegstrauma abgelegt
Immer und immer wieder scheiterte die Hornussergesellschaft Thörigen seit 2011 beim Versuch, in die NLA zurückzukehren. Oft erst im allerletzten Moment der jeweiligen NLB-Meisterschaft – und ganz knapp. Nun konnte das Aufstiegstrauma abgelegt werden. Thörigen A feiert den Aufstieg in die NLA.
Hornussergesellschaft Thörigen A · «Es ist fast nicht zu glauben. Endlich haben wir es geschafft. Wir gehören wieder zu den NLA-Teams im Hornussen», sagt Dominic Aegerter, Spielführer von Thörigen A, und schüttelt ungläubig den Kopf. «Es ist so lange her. Nur gerade fünf Spieler des aktuellen Kaders waren bereits dabei, als wir zuletzt in der höchsten Liga gespielt haben», so Aegerter. Das war im August 2010 der Fall. Damals fing Thörigen A im letzten Meisterschaftsspiel gegen Heimiswil-Berg A eine Nummer ein. Diese sorgte dafür, dass die Thöriger mit 32 Rangpunkten, 2 Nummern und 18 183 Schlagpunkten auf den 15. und vorletzten Rang abrutschten und aus der NLA abstiegen. Seither absolvierten die Oberaargauer die Schweizer Meisterschaft ununterbrochen in der NLB.
Ganz bittere Momente
In den meisten Spielzeiten in der zweithöchsten Liga konnte Thörigens erste Mannschaft vorne mitspielen. Mehr noch. Die Rückkehr in die NLA war oft greifbar. Wie 2017, als Thörigen A den NLA-Aufstieg wegen der grösseren Anzahl kassierter Nummern dem punktgleichen Lyssach überlassen musste. Auf bitterste Art und Weise scheiterten die Thöriger in den beiden letzten Meisterschaften am NLA-Aufstieg. 2024 kam es in der Gruppe 2 der NLB in der Schlussrunde zum Showdown zwischen Thörigen A (1. Rang) und Oschwand-Biembach A (2. Rang). Alles sprach für Thörigen, das mit einem Polster von drei Rangpunkten ins Aufstiegsduell stieg. Doch dann passierte es: Bereits der dritte Streich von Oschwand-Biembach A (eine Acht) konnte nicht abgetan werden. Nicht genug: Im zweiten Durchgang fiel dann auch noch eine Sechs unabgewehrt zu Boden. Thörigen A siegte nach Schlagpunkten 846:792. Wegen der beiden Nummern gingen die vier Rangpunkte aber an den Gegner, der das Ries sauber hielt, während Thörigen A nur einen Rangpunkt verbuchen konnte. So zog Oschwand-Biembach A in der Schlussrangliste mit Thörigen A gleich (beide 38 Rangpunkte). Wegen des besseren Nummernverhältnisses (3:6) schnappte Oschwand-Biembach A den Thörigern den NLA-Aufstieg noch vor der Nase weg. In der Meisterschaft 2025 wiederholte sich dieses Fiasko. Als NLB-Leader der Gruppe 2 trat Thörigen zum letzten Spiel gegen Sinneringen-Vechigen A an. Das Spiel ging nach Schlagpunkten verloren, womit Thörigen A auf der Zielgerade noch von den Mittelländern abgefangen wurde. Das punktgleiche Sinneringen-Vechigen A schnappte sich den NLA-Aufstieg dank weniger kassierter Nummern. In all diesen Saisons konnte das Thöriger Aufstiegstrauma nie abgelegt werden. Nun klappte es.
Für einmal lachte den Thörigern das Glück
Und wieder fiel die Entscheidung erst in der Schlussrunde. Für einmal lachte den Thörigern das Glück. Mättenwil-Brittnau A stand bereits vor dem letzten Spiel als einer der beiden Aufsteiger fest. Utzigen A hätte im Spiel gegen Winterthur A einfach vier Rangpunkte holen müssen, um sich das zweite Aufstiegsticket sichern zu können. Doch die Nerven, die sonst immer bei den Thörigern versagten, rissen nun für einmal beim Konkurrenten. Utzigen kassierte gleich zwei Nummern und fiel aus der Entscheidung. «Die Partien fanden am Samstag zeitgleich statt. Wir mussten uns darauf konzentrieren, unsere Leistung abzuliefern», sagt Dominic Aegerter. Dies gelang. Thörigen A setzte sich gegen Gondiswil A durch. «Unmittelbar nach Spielende haben wir gefeiert. Und zwar unseren Spieler Dominik Howald, der die Meisterschaft der NLB-Einzelschläger für sich entscheiden konnte», erklärt Aegerter. Als das Team nach der Partie zusammenstand, informierten sich die Thöriger via Hornusser-App über die Mannschaftsresultate. «Als das Resultat von Utzigen bekannt wurde, brachen alle Dämme. Der Jubel und die Freude, es nach so langer Zeit endlich geschafft zu haben, waren grenzenlos», berichtet der 23-jährige Teamchef. Gefeiert wurde zuerst in Gondiswil. Um 18 Uhr erfolgte die Heimreise zum Thöriger Hornusserhüttli, wo eine besondere Überraschung wartete: Der Schweizer Meister Höchstetten A bereitete dem NLA-Aufsteiger einen schönen Empfang. «Der Aufstieg und der Einzelschlägertitel wurden dann ausgiebig gefeiert.» Wegen der beiden Nummern fielen die Utziger noch auf den 3. Rang zurück. Nutzniesser war Thörigen A, das sich hinter dem souveränen Mättenwil-Brittnau A den zweiten Aufstiegsplatz – zwei Rangpunkte vor Utzigen – schnappte. Dass es 2026 nach der Neustrukturierung der Hornussermeisterschaft erstmals nur noch eine statt wie bisher zwei NLB-Gruppen gab, fand Aegerter gut. «Es sind 14 starke Teams, die sich alle gegenseitig bezwingen können, im Einsatz. Das macht es spannend.» Die Thöriger konnten auch mit dem souveränen Gruppensieger Mättenwil-Brittnau A mithalten. Das Meisterschaftsspiel am 2. Mai endete mit 1125:1125 Schlagpunkten absolut ausgeglichen. «Wir kassierten trotzdem eine Nullerrunde, weil wir Pech hatten. Bei einem der letzten Streiche kassierten wir eine Nummer», sagt Dominic Aegerter.
Grosse Vorfreude
«Die Vorfreude, uns endlich wieder mit Teams wie Höchstetten A oder Wäseli A messen zu können, ist gross», sagt Dominic Aegerter. Die Meisterschaft 2027 wird im April losgehen. Es wird die zwölfte NLA-Saison in der Geschichte der Hornussergesellschaft Thörigen sein. «Wir haben nicht im Sinn, gleich wieder abzusteigen. Wir werden im Oberhaus sicher Lehrgeld bezahlen. Ich bin aber überzeugt, dass wir gegen die hinteren Teams der NLA schlagtechnisch mithalten können.» Mit Dominik Howald und Dominick Wiederkehr, die 2024 beide von Krösus Höchstetten A zu ihrem Stammverein Thörigen zurückkehrten, als Leader vorneweg verfügen die Thöriger über einen Kader mit zahlreichen Langschlägern. «Hinzu kommen voraussichtlich ein Neuzugang und ein Spieler, der nach einer Pause wieder zurückkehrt», informiert Aegerter. Vorerst steht die Festsaison auf dem Programm. «Wir wollen den Aufstiegsschwung gleich mitnehmen und unbeschwert antreten. An beiden Festen ist der Trinkhorngewinn unser Ziel.» Am nicht sehr stark besetzten «Interkantonalen» in Lyssach möchte Thörigen A in der 1. Stärkeklasse sogar um den Festsieg kämpfen.
Von Stefan Leuenberger
Tabellen
Meisterschaft 2026, NLB: 1. Mättenwil-Brittnau A*13/50/ 1/14388; 2. Thörigen A*13/38/ 9/13884; 3. Utzigen A13/36/10/14104; 4. Gondiswil A 13/35/ 5/12604; 5. Gerlafingen-Zielebach A13/34/ 6/13364; 6. Winterthur A13/33/ 6/12614; 7. Oberönz-Niederönz A13/33/ 8/13220; 8. Oschwand-Biembach A13/31/ 3/12310; 9. Hettiswil-Eintracht-M. A 13/31/ 7/13555; 10. Oeschenbach-Kleind. A13/31/ 8/13381; 11. Rüderswil A 13/27/ 9/12837; 12. Hintermoos-Reiden A 13/26/ 4/12646; 13. Belp-Toffen+ 13/26/12/12248; 14. Zimmerwald A+ 13/23/ 8/11878.
Meisterschaft 2025, NLB, Gruppe 2: 1. Sinneringen-Vechigen A*13/41/2/ 13417; 2. Thörigen A 13/41/4/14019; 3. Hintermoos-Reiden A 13/36/4/ 12521
Meisterschaft 2024, NLB, Gruppe 2: 1. Oschwand-Biembach A* 13/38/ 3/12401; 2. Thörigen A 13/38/ 6/13316; 3. Lyssach A 13/38/ 6/12658
Meisterschaft 2022, NLB, Gruppe 2: 1. Epsach A* 13/46/ 4/14691; 2. Thörigen A 13/43/ 3/13662; 3. Zauggenried-Kernenried A 13/39/ 3/12642
Meisterschaft 2018, NLB, Gruppe 1: 1. Biglen-Arni A* 15/53/ 3/19089; 2. Thörigen A 15/51/ 4/18578; 3. Zäziwil-Reutenen A 15/43/ 7/17024
Meisterschaft 2017, NLB, Gruppe 1: 1. Lyssach A* 15/51/ 3/17566; 2. Thörigen A 15/51/ 7/17420; 3. Röthenbach i. E. A 15/46/ 4/16935
Meisterschaft 2016, NLB, Gruppe 2: 1. Rüderswil A* 15/51/ 3/17202; 2. Hettiswil-Eintracht A 15/49/ 4/17170; 3. Thörigen A 15/49/ 6/17692
* Aufsteiger + Absteiger