• Bei «magenbrot-profi» in Altbüron dreht sich alles um süsse Chilbi-Spezialitäten. Rund 250 Tonnen Magenbrot werden hier jährlich produziert – zu Spitzenzeiten bis zu drei Tonnen täglich. · Bild: zvg

  • Bei «magenbrot-profi» in Altbüron dreht sich alles um süsse Chilbi-Spezialitäten. Rund 250 Tonnen Magenbrot werden hier jährlich produziert – zu Spitzenzeiten bis zu drei Tonnen täglich. · Bild: zvg

  • Die Unternehmerfamilie (von links): Rita Meyer, Céline Meyer und Hugo Meyer. · Bild: zvg

  • Auf dem Karussell werden die frisch glasierten Magenbrote getrocknet. · Bild: Liselotte Jost

  • Céline Meyer zeigt die gebackenen Magenbrote. · Bild: Liselotte Jost

16.10.2026
Luzerner Hinterland

Familienunternehmen mit Weltrekord

In diesem Jahr feiert «magenbrot-profi» in Altbüron 55 Jahre Magenbrotproduktion und gleichzeitig die Übernahme des Betriebs durch die vierte Generation. Die Herstellung des beliebten Chilbi-Gebäcks ist komplex – nur vier Firmen in der Schweiz produzieren Magenbrot in grösseren Mengen.

Luzerner Hinterland · Rund 250 Tonnen Magenbrot werden jährlich im Altbüroner Familienunternehmen produziert – in Spitzenzeiten zwischen September und Weihnachten bis zu drei Tonnen täglich. Dazu kommen um 90 Tonnen Krachmandeln, gebrannte Mandeln, Kokos-Makrönli, Rahmtäfeli, Biberli, Birnenbrot und gebrannte Cashew-Nüsse. Alle Produkte gibt es auch in attraktiven Geschenksets. In diesem Jahr blickt das Unternehmen auf 55 Jahre Magenbrot aus Altbüron zurück. Aber erst seit Anfang der 1990er-Jahre werden hier ausschliesslich Magenbrot und nach und nach die anderen süssen Chilbi-Gebäcke hergestellt. Den Ursprung hat «magenbrot-profi» in einem Bauernhaus in Linden, Altbüron. Hier gründete der Landwirt und Bäcker Siegfried Meyer, der Urgrossvater der heutigen Inhaberin Céline Meyer, 1923 eine kleine Dorfbäckerei. Diese wurde 1950 von Siegfried Meyer junior übernommen. 1971 kaufte dieser von einer Bäckerei im zürcherischen Adliswil die Magenbrot-Produktion und integrierte diese, nebst anderen Confiserie-Produkten, in sein bestehendes Geschäft in Altbüron. Das Jahr markiert damit den Anfang der Magenbrotproduktion in Altbüron.

Vom Dorfbäcker zur Spezialitätenbäckerei
Die – von jedem Produzenten streng gehütete – Rezeptur und die Produktionsprozesse wurden und werden bis heute stetig verbessert und verfeinert. 1980 übernahmen die beiden Söhne von Siegfried Meyer junior, Hugo und Rolf Meyer, das Unternehmen. Sie führten den Firmennamen «Meyer Spezialitätenbäckerei Altbüron» ein. Zu diesen Zeiten wurden jährlich 80 Tonnen 
Magenbrot produziert und 30 Tonnen übrige Confiserieprodukte. Die Spezialitätenbäckerei konzentrierte sich zu-nehmend auf die Herstellung von Confiserieprodukten, vor allem für Chilbis (Kirmes) und Jahrmärkte. Die Produktion von klassischen Bäckereiprodukten rückte in den Hintergrund und wurde schliesslich eingestellt. Die Nachfrage nach dem beliebten Süssgebäck aus Altbüron stieg kontinuierlich. 1984 trat Rita Meyer-Zimmermann als Gattin des Unternehmers Hugo Meyer in den Betrieb ein. Sie unterstützte die Produktion und den kaufmännischen Bereich. Die Abläufe wurden angepasst und effizienter gestaltet, um dem hohen Bedarf nachzukommen und die Produktion flexibler gestalten zu können. Mit viel Weitsicht wurden anfangs der 1990er-Jahre die Räumlichkeiten erweitert und der Maschinenpark angepasst. Das Ehepaar hatte nun die alleinige Führung des Unternehmens übernommen. Inzwischen wurden jährlich 160 Tonnen Magenbrot und 60 Tonnen Confiserieprodukte hergestellt.

Kilometerlanges «Meitschibei»
Initiative und Offenheit von Hugo Meyer und Rita Meyer-Zimmermann zahlten sich aus. Ihr Unternehmen machte sich schweizweit einen Namen, glänzte unter anderem auch mit einem Weltrekord. 1998 wurde das längste «Meitschibei» der Welt durch die Firma «magenbrot-profi» (damals noch «Meyer Spezialitätenbäckerei Altbüron») hergestellt. Insgesamt 1045 Meter lang war es und wurde an einem Tag auf Tischen durch ganz Altbüron aufgestellt. In die Geschichte des Unternehmens ging auch der 100 Kilogramm schwere Chilbi-Lebkuchen ein. Er mass sagenhafte 2,3 mal 4,5 Meter. 2014 wurde das Magenbrot aus der Altbüroner Backstube unter acht getesteten Magenbroten zum Kassensturz-Testsieger erkoren. Die verdiente Auszeichnung war ein wahrer Meilenstein für «magenbrot-profi» und die inzwischen 17 Mitarbeitenden. 

Allrounder und Spezialisten zugleich
Das Unternehmen ist ein Familienbetrieb geblieben. Das Team besteht aus Fachkräften und im Betrieb angelernten Aushilfen. «Unsere Mitarbeitenden sind insbesondere in ihren speziellen Aufgaben tätig. Doch alle sind auch Allrounder, die dort anpacken, wo ihre Unterstützung gerade am nötigsten ist. Das kann in der Produktion sein, beim Abpacken oder in anderen Betriebsbereichen. Sechs Leute aus unserem Team sind festangestellt, die anderen arbeiten in Teilzeit und sind sich bewusst, dass die Produktion saisonal schwankt, dass aber auch auf plötzliche Aufträge reagiert werden muss. Ein Teil der Produktion basiert auf Erfahrungszahlen, aber es kommen immer wieder Aufträge oder Anfragen für neue Produkte», sagt Céline Meyer im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler». Der Betrieb ist rund um die Uhr offen respektive erreichbar: «Wenn an einer Chilbi Magenbrot, gebrannte Mandeln oder andere Confiserieprodukte ausgehen, müssen wir reagieren können.» 85 Prozent der Produkte von «magenbrot-profi» werden an Markthändler verkauft, die restlichen 15 Prozent an Spezialitätengeschäfte wie Käsereien, Metzgereien und Dorfläden in der ganzen Schweiz. Private Kundinnen und Kunden haben die Möglichkeit, die Produkte über den Webshop (magenbrot-profi.ch) zu beziehen. 

Von Liselotte Jost