• Gut gelaunte Ferienpässlerinnen und Ferienpässler: Die Olympiade mit kniffligen Spielen sorgte beim Schulhaus Schwarzenbach für viel Spass. · Bilder: Yanick Kurth

  • Nachdem sich die Kinder die Geschichte «Was ist denn ein Kattonk» angehört hatten, durften sie in der Bibliothek basteln.

  • Von der Herstellung über die Verzierung bis zur Beschriftung: Am Ferienpass stellten die Kinder ihre eigene Schokolade her und bewiesen dabei Kreativität, Geduld und eine ruhige Hand.

  • Beim Kleinkaliberschiessen lernten die Kinder unter Anleitung, ruhig zu zielen und erste Schüsse abzugeben.

  • Beim Spycher-Handwerk wurden die Kochlöffel geschwungen: Diese Mädchen stellten Windbeutel und frische Knöpfli her.

14.04.2026
Huttwil

Ferienpass: seit 34 Jahren ein Frühlingshit

Seit 34 Jahren sorgt der Huttwiler Ferienpass in den Frühlingsferien für unvergessliche Erlebnisse. Auch dieses Jahr konnten Kinder und Jugendliche aus über 50 Kursen auswählen.

Basteln, kochen, spielen, schiessen, schmieden, jodeln, fischen und vieles mehr: Das Angebot für Kinder und Jugendliche in den Frühlingsferien war einmal mehr vielfältig. Der Huttwiler Ferienpass, welcher seit Gründung unter dem Patronat des Turnvereins Huttwil steht, bot den Schülerinnen und Schülern heuer während vier Tagen über 50 Kurse an. Das Wetter war sommerlich warm und die junge Generation freute sich auf die zahlreichen Abenteuer. Die Kinder und Eltern in Huttwil wissen nämlich: Mit dem Ferienpass gibt es auch für die Daheimgebliebenen keine langweiligen Ferien. Das Ferienpass-Team leistet mit der Organisation einen grossen Beitrag dafür, dass alle Schülerinnen und Schüler einmalige Ferien erleben können, auch wenn sie nicht verreisen.

Mädchen bekochten ihre Gäste 
Der Kurs «Kochen für Gäste» ist seit vielen Jahren beliebt und erzielt eine hohe Resonanz. Damit gehört er zu den Klassikern beim Huttwiler Ferienpass. Die vier Mädchen Lia, Lidya, Jana und Janine trafen sich am vergangenen Donnerstagnachmittag beim Spycher-Handwerk in Schwarzenbach bei Huttwil und wurden von Silvana Grädel herzlich in Empfang genommen. Ein kurzes Gedränge vor den Spülbecken zum Händewaschen, und dann ging es ab an die Arbeit. Die Schülerinnen der 6. Klasse zogen sich einen Schurz an und standen kurze Zeit später hinter dem Kochherd und übernahmen das Ruder in der Küche. Während die einen fleissig Knöpfli-Teig ins kochende Wasser strichen, waren die anderen mit den Brandteigkugeln und der Füllung aus Lachs und Frischkäse beschäftigt. «Ich kann schon ein paar Rezepte, aber das heute ist noch mal etwas anderes», sagte ein Mädchen und schnippelte weiter den Schnittlauch. Bei einigen sah man deutlich, dass sie nicht das erste Mal in der Küche helfen durften und beim Zerkleinern ihrer Zutaten schon ein beachtliches Tempo vorlegten. Weiter haben die Schülerinnen das Lammragout angebraten und zum Schmoren in den Ofen geschoben. Zum Dessert backten sie eine Biskuitroulade und servierten diese mit karamellisierten Birnen. Die Jugendlichen bewiesen damit, dass Teamarbeit und Talent ein hervorragendes Menü hervorbringen können. Am frühen Abend erschienen schliesslich die Gäste und die vier Mädchen durften ihnen ihr mit viel Herzblut gekochtes Menü servieren. «Es riecht so lecker», hörte man einige Gäste schwärmen.

Ein vielseitiges Angebot für alle Altersgruppen
Viele der beliebten Kurse der Vorjahre waren wieder im Programm. Aber das siebenköpfige Ferienpass-Team sorgt immer wieder dafür, auch neue Einheiten anzubieten. «Dies macht es besonders für die Ferienpässlerinnen und Ferienpässler attraktiv, die jedes Jahr daran teilnehmen oder Neues ausprobieren wollen», sagt Christa Baumgartner vom Ferienpass-Team. Erstmals konnten die Schülerinnen und Schüler etwa einen Jodel-Kurs besuchen, Versteinerungen ausgraben oder Eisen schmieden. Heuer haben knapp 200 Kinder und Jugendliche mitgemacht. Während das Interesse bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern gross ist, nimmt es in der Oberstufe ab. In diesem Jahr konnte der Ferienpass Huttwil dank der grosszügigen Spende aus der Käseversteigerung vom Käsemarkt 2025 die Kosten von 15 Franken einmalig auf 12 Franken reduzieren. Der Betrag, den die Familien für das Ferienprogramm bezahlen, deckt nicht die tatsächlichen Kosten. Trotz stetig steigender Kosten sind die Verantwortlichen stolz, den regulären Beitrag von 15 Franken pro Kind und Woche beibehalten zu können, um jedem Kind aus allen sozialen Schichten den Zugang zum Ferienpass zu ermöglichen. Das Ferienpass-Team schätzt zudem die Sponsoren, die grosszügigen Kursveranstalter und die Eltern, welche Fahrdienste übernehmen, sehr. «Die freudigen Gesichter der Kinder und Jugendlichen sind unser Antrieb», sagt Christa Baumgartner abschliessend.

Von Yanick Kurth