Während des Jubiläumsschiessens herrschte in den Schiessständen Rüttistalden (Bild), Häbernbad und Dürrenroth Hochbetrieb. · Bilder: Stefan Leuenberger
Gemeinsam die Vereinsjubiläen gefeiert
Die Sportschützen Huttwil (150 Jahre), die Feldschützen Dürrenroth (150 Jahre) und die Feldschützen Häbernbad (125 Jahre) haben zusammengespannt und ihre runden Jubiläen mit einem gemeinsamen sportlichen Schiesssportanlass über 300 m gefeiert. Am «425 Jahre Jubiläumsschiessen Region Huttwil» nahmen an den drei Schiesstagen 574 Schiessende teil.
425 Jahre Jubiläumsschiessen Region Huttwil · «Die drei Schützenhäuser in Huttwil und Dürrenroth liegen so nahe beisammen. Und alle drei Vereine feiern im Jahr 2025 runde Jubiläen. Da war es naheliegend, dass wir zusammenspannen», erklärt Urs Röthlisberger von den Feldschützen Dürrenroth. Die drei Schützenvereine beschlossen, gemeinsam den Anlass «425 Jahre Jubiläumsschiessen Region Huttwil» durchzuführen. Je 150 Jahre alt sind die Sportschützen Huttwil und die Feldschützen Dürrenroth, während die Feldschützen Häbernbad heuer ihr 125-jähriges Bestehen feiern. «Anstatt nicht mehr so zeitgemässen Jubiläumsfeiern mit langweiligen Festakten haben wir uns für einen gemeinsamen Anlass entschieden, bei dem unsere Hauptbeschäftigung – das Schiessen – im Zentrum steht», informiert Röthlisberger, der neben der Verantwortung im Stand Dürrenroth der Initiator im siebenköpfigen Festorganisationsteam war. Im Häbernbad-Schiessstand zeichnete Bruno Güdel und im Rütti-
stalden-Schiessstand Ueli Gerber verantwortlich.
Drei Schiesstage
An drei Tagen (11., 17. und 18. Oktober) konnte über 300 m in den drei Schiessständen um die Wette geschossen werden. Das Jubiläumsschiessprogramm beinhaltete zehn Wertungsschüsse auf die A10-Scheibe (Maximum: 100 Punkte). «Im Zentrum stand der Gruppenwettkampf», sagt Urs Röthlisberger. Je fünf Schiessende, egal ob Mann oder Frau, bildeten eine Gruppe. Um in einer der Kategorien Sport oder Ordonnanz in die Kombinationsgruppenrangliste zu gelangen, mussten die Mitglieder in allen drei Schiessständen das identische Programm absolvieren. Natürlich wurden die geschossenen Resultate auch für eine Einzelwertung verwendet, unterteilt in die Kategorien Sport und Ordonnanz.
574 Mitmachende
«Insgesamt 574 Mitmachende zählten wir an den drei Schiessstagen», verrät der 73-jährige Urs Röthlisberger. «Dies sind nicht ganz so viele, wie wir uns erhofft haben. Wir rechneten mit 600 Schiessenden», erklärt der Dürrenrother. «Aber es ist trotzdem ein schöner Erfolg, weil ähnliche Schiesssportanlässe im Landesteil Emmental höchstens um die 400 Mitmachende zählen», informiert Röthlisberger, der im Vorstand des Emmentalischen Schützenverbands das Ressort «Freie Schiessen/EMM» betreut und seit 1988 Präsident der Feldschützen Dürrenroth ist.
Fünf Zehner im Serienfeuer
Die Mitmachenden am Jubiläumsschiessen hatten ihren Spass. «Wir gehen oft an solche Schiessveranstaltungen. Wir schiessen gerne – und manchmal auch gut», schmunzelt Peter Läng von den Feldschützen Gysenstein. Der 71-Jährige ging als bestes Beispiel voran und schoss im Huttwiler Stand ein starkes Resultat. «Wir besuchen regelmässig mit unserer Gruppe Schiessanlässe. Mit meinem Resultat im Huttwiler Schiessstand bin ich zufrieden», sagt Karin Gerber von der SG Oberdiessbach. Der 33-Jährigen gelang mit dem Sportgewehr ein Kunststück: Im abschliessenden 5-Schuss-Serienfeuer schoss sie fünf Zehner in Serie. «Es ist wichtig, an solchen Schiessanlässen mitzumachen. Einerseits unterstützt man damit die organisierenden Vereine, andererseits hält es mich fit», meint Otto Meer von der SG Eriswil. «Sonst geht es bergab mit dem Schiesssport – und mit mir», lacht der bald 84-Jährige, der seine 65-jährige Schiesskarriere als 19-Jähriger mit dem Platzsieg am Feldschiessen in Melchnau lancierte.
Freunde zeitgleich mit je 96 Punkten
Richtig Freude am Jubiläumsschiessen hatten die beiden gleichaltrigen Jugendfreunde Thomas Bühlmann (Vereinspräsident) und Andreas Keusen (Vereinssekretär) von der SG Mühle-thurnen-Lohnstorf. Das Duo schoss mit dem Sturmgewehr 57 im Häbernbad-Schiessstand zeitgleich je 96 Punkte. «Seit wir 16 Jahre alt sind, pflegen wir eine tolle Kameradschaft zusammen», erklärt der 45-jährige Thomas Bühlmann. «Ein solches Erlebnis macht einfach ganz viel Freude.»
Von Stefan Leuenberger