• Für die Jugendlichen war die Arbeit am Biotop eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Sie waren mit viel Einsatzwillen dabei.

  • Mitglieder des OVs und Jugendliche Asylsuchende haben das Biotop am Wyssachenbach wieder auf Vordermann gebracht.

  • Die Sanierung des kleinen Biotops erfolgt in Etappen. · Bild: Hans Muster

  • Die Äste wurden sinnvoll für einen Zaun weiterverwendet. · Bilder: zvg

26.11.2025
Huttwil

Im Einsatz für den Natur- und Vogelschutz

Mitglieder des Ornithologischen Vereins Huttwil und Umgebung (OV) sanierten in einer ersten Etappe gemeinsam mit einer Gruppe UMAs (unbegleitete Minderjährige Asylsuchende) das bestehende Biotop auf dem Gelände des Campus Perspektiven.

 

Das Biotop am Wyssachenbach wurde vor Jahren vom damaligen Besitzer des Campus Perspektiven, Markus Bösiger, angelegt. Inzwischen wechselten der Betreiber und kürzlich auch der Besitzer des Sportzentrums. Dabei geriet das Biotop in Vergessenheit und verwilderte. Bäume und Sträucher deckten es fast vollständig zu, für die an diesem Ort sonst schon raren Sonnenstrahlen war kein Durchkommen mehr. Der Teich füllte sich mit Laub und Geäst, der umgebende Maschendrahtzaun war komplett überwachsen und die Zaunpfosten morsch. Hansruedi Mathys, der Präsident des OVs, erkannte den dringenden Sanierungsbedarf, klopfte beim neuen Mieter und Betreiber des Campus an und erhielt umgehend grünes Licht für das Erneuerungsprojekt. Die Verantwortlichen wünschten allerdings, dass einige UMAs des Asylzentrums nach Möglichkeit bei der Umsetzung einbezogen würden. So konnten vier Jugendliche im Rahmen eines speziellen Begegnungsprojekts an der Sanierung teilnehmen.

Wertvolle Begegnungen 
Während zweier Tage – den ersten zwei Montagen im November – arbeiteten sechs Vertreter des OVs gemeinsam mit den Jugendlichen und einer Betreuungsperson an der Erneuerung des Biotops. Die Jugendlichen waren eine grosse Hilfe und, zur Freude der etwas älteren OV-Mitglieder, auch mit voller Kraft und Einsatzwillen bei der Sache. Es entstanden wertvolle Begegnungen mit den aus Asien und verschiedenen afrikanischen Ländern stammenden jungen Menschen. Die Kommunikation klappte weitgehend, obwohl die meisten von ihnen erst seit drei Monaten in der Schweiz sind. Sie waren sichtlich bemüht, ihre bereits erworbenen Deutschkenntnisse einzusetzen und genossen die Abwechslung zum für sie eher ungewohnten Schulalltag. Damit die Erneuerung des Biotops möglichst fachgerecht geschehen konnte, wurde vorgängig die Biologin Anna Müller-Strub von MosaikNatur in Huttwil beigezogen. Sie gab dem OV wertvolle Hinweise und schlug vor, die Sanierung über die nächsten Jahre in Etappen vorzunehmen. So wurden nicht einfach alle Bäume und Sträucher auf einmal gefällt, sondern sorgfältig ausgelichtet. Ebenso entfernte man nicht alles Laub aus dem Teich, um sicherzustellen, dass nicht alle im weichen Untergrund lebenden Kleintiere entsorgt würden. Unmittelbar unterhalb des Teiches wurde ein zweites kleineres Becken ausgehoben, um das Biotop zu erweitern. Die anfallenden Berge von Steinen, Holz und Laub wurden für den Bau mehrerer Refugien für Kleintiere und eines neuen, sehr kreativen Zauns verwendet, der das Biotop von der Umgebung trennt. Die Abtrennung ist notwendig, damit sich das Biotop in Ruhe entwickeln kann und unerwünschte Störungen möglichst ausbleiben. Der OV wird die Betreuung des Areals auch in Zukunft übernehmen und einmal jährlich Unterhaltsarbeiten ausführen sowie zur Unterstützung der Vogelwelt geeignete Nistgelegenheiten schaffen. 

Von Ursula Schaer/Eing.