• Der SC Huttwil (auf dem Bild Routinier Steven Carlini) möchte den Aufstieg in die 3. Liga realisieren. · Bild: Stefan Leuenberger

  • Die Trainer der regionalen Fussball-Fanionteams (Bilder fortlaufend): Erwin Aeschlimann (SV Sumiswald), ...

  • Elias Aerni (YF United Huttwil), ...

  • und Florian Studer (SC Huttwil). · Bilder: zvg

15.08.2025
Sport

In die 3. Liga aufsteigen – oder dort bleiben

Für die regionalen Fanionteams steht fest: Das Fussballspielen in der 3. Liga ist Pflicht. In der Saison 2025/26 wollen der SV Sumiswald und YF United Huttwil die Zugehörigkeit zur 3. Liga sichern. Der SC Huttwil will in die 3. Liga aufsteigen.

Saisonvorschau Regionalfussball · Der Sportverein Sumiswald hat seit seiner Rückkehr in die 3. Liga die Ränge 6 (2022/23), 7 (2023/24) und 5 (2024/25) erreicht. Die Truppe des Wyssacher Trainers Erwin Aeschlimann hat sich damit in der 3. Liga etabliert. «Eine weitere Steigerung dürfte nicht erfolgen. Wir müssen in dieser Saison von Spiel zu Spiel schauen. Der Ligaerhalt ist das klare Ziel», erklärt Erwin Aeschlimann. Wieso dieser eher pessimistische Ausblick? «Bedauerlicherweise habe ich eine enorm hohe Anzahl Spieler, die wegen Verletzungen oder Rücktritten nicht zur Verfügung stehen. Dies erschwert meine Aufgabe enorm.» Tatsache ist aber auch, dass der SVS seine wichtigsten Spieler, die Angebote aus der 2. Liga ablehnten, halten konnte. «Dies macht mich sehr stolz», so Aeschlimann. Mitunter stehen die Sumiswalder «Lebensversicherungen» Nino Aeschlimann und Martin Siegenthaler weiterhin zur Verfügung. «Ich konnte auch einige junge Spieler integrieren», freut sich Erwin Aeschlimann.  

Eine ganz starke 3. Liga-Gruppe
Die Ausgangslage präsentiert sich für den SV Sumiswald nicht nur wegen den internen Kaderproblemen schwierig. Die Gruppe 3 der 3. Liga darf diese Saison als echte Knacknuss bezeichnet werden. Zwar ist Aufsteiger Koppigen weg. Doch mit Goldstern und Länggasse II wurden gleich zwei Absteiger aus der 2. Liga in die Gruppe 3 gelost. Neu dabei sind auch Zollikofen (letzte Saison 3. Rang in der Gruppe 2) und Grafenried (letzte Saison 5. Rang in der Gruppe 4). Als Aufsteiger aus der 4. Liga ist Roggwil in der Gruppe 3 mit dabei. «Auch wenn die Gegner happig sind, mag ich es, wenn neue Teams zur Gruppe stossen. Sich nicht gut zu kennen, ist für uns auch immer eine Chance», findet Aeschlimann. Für den weit über die Region hinaus bekannten Fussballtrainer, der überall «Winu» genannt wird, hat die Saison 2025/26 eine besondere Bedeutung. Es ist seine 50. Fussballsaison als Spieler oder Trainer. 1975 war es, als Aeschlimann als erst 15-Jähriger direkt im Wyssacher Fanionteam in der 4. Liga sein Debüt als Spieler gab (3:3 gegen Esperia auf der legendären Korantenmatte).

Elias Aerni neuer Trainer
Der 2017 gegründete Fussballverein YF United Huttwil spielt wiederum in der gleichen 3. Liga-Gruppe wie der SV Sumiswald, womit es zu packenden Derbys kommt. Aus familiären Gründen hat Shpetim Perzhaku nach zwei Saisons sein Traineramt niedergelegt. «Shpetim hat das Optimale herausgeholt», lobt YF Präsident Elias Aerni. In der Saison 2023/24 schaffte Perzhaku den sofortigen Wiederaufstieg in die 3. Liga. In der vergangenen Spielzeit 2024/25 schaffte er dort mit dem Team den 7. Rang und damit den so wichtigen Ligaerhalt – mit reichlich Punkte-Polster. «Dies war für die Zukunft des Vereins eminent wichtig.» Perzhaku bleibt YF erhalten. Er wird ab und zu als Spieler des 5. Liga-Teams auflaufen. Das Traineramt beim Fanionteam hat Elias Aerni übernommen. «Ich kenne die ganzen Gefüge im Verein am besten. Ich brauche keine Anlaufzeit, bis es läuft. Dies ist wichtig, weil die zweite Saison für einen Aufsteiger bekanntlich immer am schwierigsten ist. Wir wollen aber unbedingt die Zugehörigkeit zur 3. Liga sichern», so Aerni. Die Aufgabe sei happig, weil die Gruppe 3 der 3. Liga in dieser Saison noch stärker besetzt sei als bisher. 

Ein Juwel unter den Neuzugängen
Der Fussballkenner wird nur bei absoluten Notfällen selber als Spieler auflaufen. «Ich will mich auf das Traineramt konzentrieren. Gemeldet als Spieler bin ich beim 5. Liga-Team.» Im YF-Kader gab es einige Veränderungen. Die Abgänge von Thierry Mosimann und David Kovac wurden durch etliche Zugänge ausgeglichen. Ein besonderer Glücksfall scheint die Verpflichtung des 22-jährigen Angolaners Adilson Ngina zu sein. Er stiess vom SC Wynau aus der 5. Liga zu den Young Fellows. «Ein enorm talentierter Spieler, der uns ganz viel Freude bereiten wird», ist sich Aerni sicher. «Wir werden auf dem Transfermarkt auch weiterhin aktiv sein», sagt Elias Aerni. Die Etablierung in der 3. Liga steht beim zweiten Huttwiler Fussballverein im Fokus.       

SCH seit vier Saisons in der 4. Liga
Der Huttwiler Traditionsverein Sportclub Huttwil – gegründet 1922 – ist als langjähriges Fixum in der 3. Liga in der Saison 2020/21 in die 4. Liga abgestiegen. Dieser Taucher war kapital. Seither ist es dem Fussball-Grossverein nämlich nicht mehr gelungen, seine erste Mannschaft wieder zurück in die 3. Liga zu führen. In den letzten vier Saisons wurde die Rückkehr zweimal hauchdünn und zweimal ganz deutlich verpasst. In der letzten Saison 2024/25 startete der SC Huttwil mit einem neuen Mann an der Seitenlinie. Doch bereits vor der Rückrunde war das Engagement von Adrian Frieden bereits wieder zu Ende. Florian Studer und sein Assistent Frano Kovac übernahmen auf die Rückrunde hin. In dieser konnte das Ruder nicht mehr herumgerissen werden, sprich der angestrebte Aufstieg wurde deutlich verpasst (5. Rang mit 15 Punkten Rückstand auf Aufsteiger Roggwil). 

Aufstieg – und Nachhaltigkeit
«Der Aufstieg in die 3. Liga ist unser klares Ziel», gibt Florian Studer unmissverständlich bekannt. «Wir wollen wieder 3. Liga-Fussball spielen.» Neben den bereits bekannten Teams trifft Huttwil in der Gruppe 5 neu auf den 3. Liga-Absteiger Shqiponja, das zuvor in einer anderen Gruppe spielende Jegenstorf sowie Aufsteiger Langenthal III. Wichtig ist dem Teamchef die Nachhaltigkeit. «Wir haben zahlreiche C-Junioren, die eigentlich noch bei den B-Junioren spielen könnten, ins Kader des Fanionteams integriert. Wir wollen gewappnet sein, wenn sich routinierte Teamspieler entschliessen, ihre Karriere zu beenden», so der Huttwiler. «Das Fortbestehen zu sichern, ist eben so wichtig, wie die Rückkehr in die 3. Liga», findet Studer. Veränderungen im Kader hat es neben dem Einbauen der Junioren nur wenige gegeben. Jeremias Zehnder wechselte in die 3. Liga zum SC Burgdorf. Goalie Marco Maurer spielt neu bei den Huttwiler Senioren. Aus dem «Zwöi» wurde Nico Stalder ins «Eis»-Kader integriert. «Mein Wunsch wäre es, bald über eine Stammelf zu verfügen. Noch bin ich nicht ganz soweit», erklärt Studer. Das Duo Studer/Kovac setzte in der Vorbereitung, die ohne Trainingslager erfolgte, vor allem auf das Teambuilding. Gemeinsam konnte auch der tragische Todesfall von Teamspieler Gian Luca Steiner im vergangenen November verarbeitet werden. «Gian Luca ist immer bei uns. Seine Nummer 12 wird beim SC Huttwil nie mehr vergeben», sagt Florian Studer.

Die weiteren regionalen Aktivteams
Der FC Langenthal ist bereits in die
1. Liga-Saison gestartet. Das «Zwöi» spielt wie Sumiswald und YF United Huttwil in der Gruppe 3 der 3. Liga mit. In der letzten Saison resultierte der 7. Rang. Langenthals «Drü» fordert als Aufsteiger in der Gruppe 5 der 4. Liga neben Huttwil und Sumiswald II auch das Fanionteam von Lotzwil-Madiswil und das «Zwöi» von Aemme heraus. Die erste Equipe des Fussballclubs Aemme mit den Huttwilern Janic Minder und Lars Mathys spielt in der 2. Liga. In der Gruppe 5 der 5. Liga kommt es zum Aufeinandertreffen der zweiten Equipen von Huttwil und YF United Huttwil. In der Gruppe 6 der 5. Liga spielt der FC Steckholz und das «Zwöi» von Lotzwil-Madiswil. Im Nachwuchsbereich der regionalen Fussballclubs sticht ein Team heraus. In der vergangenen Frühjahrsrunde konnten sich die erste Equipe der Junioren C von Huttwil/Sumiswald hauchdünn vor dem FC Köniz den Aufstieg von der Promotion in die angesehene Youth League sichern. Dort trifft das Team von Rolf Bichsel in der bevorstehenden Herbstrunde auf die besten Nachwuchsteams der Altersklasse Junioren C (13 und 14 Jahre) des Kantons. Im Innerschweizer Fussballverband spielen die beiden regionalen Fussballclubs Zell und Altbüron-Grossdietwil mit. Zell beendete die letztjährige 3. Liga-Saison auf dem starken 4. Rang. Das Team von Lucas de Jesus ist topmotiviert. Beim Amtscup im Juli – dem bekannten Zeller Vorbereitungsturnier – konnte Zell einen Heimsieg feiern. Den letzten Amtscup-Sieg feierte Zell 2014. Der FC Altbüron-Grossdietwil musste in der letzten Saison den bitteren Abstieg in die 4. Liga antreten.

Von Stefan Leuenberger