Die HG Heimiswil A strebt auch in der Schweizer Meisterschaft 2026 einen NLA-Podestplatz an. · Bild: zvg
Keine Unruhe vor dem Neubeginn
Die Schweizer Meisterschaft 2026 im Hornussen findet in völlig neuem Kleid statt. Unruhe hat die Neustrukturierung der Ligen nicht gebracht. In der NLA darf die HG Heimiswil A nach Bronze 2025 wieder von Edelmetall träumen. Umso mehr, weil mit dem Zuzug des Eidgenössischen Schlägerkönigs von 2015, Simon Erni (HG Höchstetten A), der absolute Königstransfer getätigt werden konnte.
Vorschau 32. Schweizer Meisterschaft 2026 · Die Schweizer Meisterschaft der Hornusser erlebt 2026 die 32. Austragung und ist nach der Übergangssaison 2025 völlig neu aufgestellt. Trotz der grossen Veränderung hat sich die Beteiligung kaum verändert. Total 227 Mannschaften haben sich für die SM angemeldet (2025: 226 / 2024: 224 / 2023: 225 / 2022: 226 / 2019: 258). Per 2026 umfasst der Eidgenössische Hornusserverband 152 Gesellschaften. In diesen sind insgesamt 1197 Nachwuchshornusserinnen und -hornusser sowie 5921 Aktive und Schiedsrichtende im Einsatz.
Ligen und Gruppen anders
Die grosse Veränderung erfolgte in der Zuteilung der Ligen und Gruppen. Wie bisher spielen 14 Teams in der NLA. Die NLB wurde von zwei auf eine Gruppe und damit um 14 Teams gekürzt. Die 1. Liga wurde von vier auf zwei Gruppen à 12 Teams reduziert. In der 2. Liga spielen 48 Teams in vier Gruppen. Die 3. Liga umfasst 39 Teams in vier Gruppen. Die 4. Liga zählt 40 Teams in vier Gruppen. Die unterste Liga wurde stark vergrössert: Die 5. Liga umfasst neu 48 Teams in sechs Gruppen. Diese Neueinteilung soll die Basis für eine gesunde und erfolgreiche Zukunft des Hornussens, der traditionellen Schweizer Sportart, bilden. Das Niveau von der NLA bis zur 1. Liga wird durch die Reduzierung von total 38 Teams stark ansteigen.
Kein Shitstorm
«Die Neustrukturierung hat keine hohen Wellen mehr geschlagen», berichtet Bruno Ryser, Geschäftsstellenleiter des Eidgenössischen Hornusserverbandes. «Den Hornussergesellschaften war klar, was sie erwartet, weil bereits alle Fakten in der Übergangssaison 2025 auf den Tisch gelegt wurden. Ausserdem verhielt es sich so wie immer, wenn es eine Veränderung gibt: Zuerst wird mit Skepsis und Ablehnung reagiert, sprich, die Nase gerümpft», erklärt Bruno Ryser. «Dann wurden aber die Vorteile der Neuausrichtung schnell erkannt, womit es ruhig wurde. Auch an der Delegiertenversammlung im Februar war die Neueinteilung kein Reizthema mehr», freut sich Ryser. Auch die Tatsache, dass in den unteren Ligen für die Neueinteilung sogar zwei Gruppensieger der Schweizer Meisterschaft 2025 ebenfalls absteigen mussten, warf keine hohen Wellen, weil im Vorfeld klar über die sportliche Handhabung informiert wurde.
Im Meisterschafts-Zeitplan hat sich auch trotz der Neueinteilung nichts verändert. Für alle Spielklassen – NLA/NLB (je 13 Runden), 1./2. Liga (je 11 Runden), 3./4. Liga (je 9 Runden) und 5. Liga (7 Runden) – findet die letzte Runde bereits am 4./5. Juli (1. bis 5. Liga) respektive am 11./12. Juli (NLA/NLB) statt. Dies ermöglicht den Hornussern eine ideale Vorbereitung auf die Festsaison, die von August bis Oktober dauert. In der zweiten Saisonhälfte engagiert sich aus regionaler Sicht die HG Eriswil stark. Sie führt mit Spielort Hüswil an zwei Wochenenden Wettkämpfe durch. Am 4. September findet der OZHV-Veteranentag statt, am 5. September die Gruppenmeisterschafts-Ausscheidung im Oberaargau. Am gleichen Wochenende führt die HG Eriswil auch noch die Jubiläumsanlässe «123 Jahre HG Eriswil» (Samstag) und «18 Jahre Eriswil B» (Sonntag) mit je zehn eingeladenen Gesellschaften durch. Am Wochenende vom 12./13. September organisieren die Eriswiler dann zusätzlich auch noch das Oberaargauische Nachwuchsfest (Samstag) und ein «Interkantonales» für den Nachwuchs (Sonntag). Die HG Sumiswald führt am 26./27. September ein Jubiläumshornussen zum 175-jährigen Bestehen durch.
Heimiswil mit Königstransfer
Zurück zur Schweizer Meisterschaft von April bis Juli. Das «UE»-Gebiet hat die Beteiligung gegenüber 2025 von 47 auf 48 Teams gesteigert. Die HG Heimiswil konnte eine vierte Mannschaft anmelden. Heimiswil D startet in der 5. Liga. In der NLA ist die Region durch das A-Team der HG Heimiswil vertreten, das in der SM 2025 mit dem Gewinn der Bronzemedaille den grössten Erfolg seit der Gründung der Spielgemeinschaft der beiden Hornussergesellschaften Heimiswil-Dorf und Heimiswil-Berg im Jahr 2019 feierte. 2022 erfolgte dann die Fusion zur HG Heimiswil. Der vierte Heimiswiler SM-Medaillengewinn in der NLA (1993 wurde Heimiswil-Berg Vizemeister, 1999 und 2001 reichte es jeweils zu Bronze) wurde kräftig gefeiert. Und das Emmentaler Team dürfte auch heuer parat sein. Umso mehr, weil Heimiswil einen absoluten Königstransfer getätigt hat. Mit Simon Erni kehrt ein bei der HG Gondiswil gross gewordener Tophornusser in die Region zurück. Nach erfolgreichen Jahren und vielen Titeln beim NLA-Dominator HG Höchstetten A hat sich der 33-jährige Eidgenössische Schlägerkönig von 2015 dazu entschieden, zu den Heimiswilern zu wechseln. Mit Jonas Stalder (von der HG Rüderswil) hat ein zweiter Topshot zu den Heimiswilern gewechselt. Mit diesen Verstärkungen darf Heimiswil auch 2026 eine SM-Medaille ins Auge fassen. Auch wenn Titelverteidiger Höchstetten A mit Simon Erni sowie Lukas Wälti (zu Wileroltigen) gleich zwei Schlägerkönige verlor, sind die Emmentaler Kronfavoriten auf den Titelgewinn.
Wasen-Lugenbach A will sich rehabilitieren
Die zweite regionale NLA-Equipe HG Wasen-Lugenbach A hatte im Vorjahr neben einer grandiosen Festsaison in der SM eine Enttäuschung zu verarbeiten. Statt der erhofften und auch angestrebten Medaille reichte es wegen drei Nummern «nur» zum 5. Rang. Nun nimmt Wasen-Lugenbach A einen neuen Anlauf. Die Equipe blieb fast unverändert. Neu im Team dabei ist Dominique Kilchenmann (ehemals HG Rohrbachgraben). Das Team in Richtung HG Dürrenroth verlassen hat hingegen Daniel Schmutz. Sowohl für Wasen-Lugenbach A wie auch für Heimiswil A dürfte der Kampf um einen NLA-Podestplatz nicht einfach werden. Neben dem für Gold fast gesetzten Höchstetten A haben auch Wäseli A und Bern-Beundenfeld A, die beide auf dem Transfermarkt kräftig gewirbelt haben, grosse Medaillenambitionen. Für die beiden Aufsteiger Schüpbach A und Sinneringen-Vechigen A dürfte es ganz schwierig werden.
In der 5. Liga am meisten Regionale
In der NLB spielen neu nur noch 14 Teams. Die Region ist durch ein Trio vertreten: Oeschenbach-Kleindietwil A, Thörigen A und Gondiswil A. Besonders die schlagstarken Thöriger dürfen mit einem der beiden NLA-Aufstiegsplätze liebäugeln. Nach der Neueinteilung ist die Region in der 5. Liga mit den meisten Teams vertreten. Gleich elf Gesellschaften messen sich in einer der sechs Gruppen der untersten Liga.
Schlussranglisten 2025
NLA
1. Höchstetten A *** 13/52/0/16853
2. Wäseli A 13/43/2/16130
3. Heimiswil A 13/41/2/15180
4. Rüdtligen-Alchenflüh A 13/40/1/14203
5. Wasen-Lugenbach A 13/40/3/15061
6. Bern-Beundenfeld A 13/38/4/15528
7. Richigen A 13/36/2/14250
8. Urtenen A 13/31/5/14267
9. Röthenbach i. E. A 13/31/6/13911
10. Lyss A 13/29/3/14034
11. Wichtrach A 13/26/6/14026
12. Balzenwil A 13/26/6/13468
13. Utzigen A + 13/23/4/13911
14. Oschwand-Biembach A + 13/18/5/13263
NLB, Gruppe 1
1. Schüpbach A ** 13/47/1/13813
2. Mättenwil-Brittnau A 13/44/2/13583
3. Oeschenbach-K’dietwil A 13/42/1/13407
4. Winterthur A 13/40/5/12496
5. Oberönz-Niederönz A 13/34/5/13317
6. Zimmerwald A 13/33/3/11975
7 . Hettiswil-Eintr.-Moosseed. A 13/33/4/13262
8. Biglen-Arni A + 13/33/9/13931
9. Zauggenried-Kernenried A + 13/28/7/12644
10. Bramberg A + 13/26/7/12358
11. Obergerlafingen A + 13/25/7/12211
12. Steinen b. Signau A + 13/20/17/12744
13. Büren zum Hof A + 13/18/12/12440
14. Epsach A + 13/18/15/12806
NLB, Gruppe 2
1. Sinneringen-Vechigen A ** 13/41/2/13417
2. Thörigen A 13/41/4/14019
3. Hintermoos-Reiden A 13/36/4/12521
4. Gondiswil A 13/34/8/12414
5. Gerlafingen-Zielebach A 13/34/10/13804
6. Rüderswil A 13/32/5/12970
7. Belp-Toffen A 13/31/12/13345
8. Lyssach A + 13/30/6/12640
9. Recherswil-Kriegstetten A + 13/30/12/13358
10. Schafhausen i. E. A + 13/29/3/12090
11. Zuchwil-Wiedlisbach A + 13/26/15/13009
12. Rütschelen A + 13/24/9/12622
13. Winistorf-Seeberg A + 13/20/8/12091
14. Krauchthal-Hub A + 13/19/14/12151
** Schweizer Meister * Aufsteiger + Absteiger
Erklärung: Spiele/Rangpunkte/Nummern/Schlagpunkte
Zählweise: Sieg nach Schlagpunkten ohne Nr.: 4 Punkte
Sieg nach Schlagpunkten mit Nr.: 2 Punkte
Niederlage mit Nummer, aber mehr Schlagpunkte als Gegner: 1 Punkt
Niederlage mit Nummer und weniger Schlagpunkte als Gegner: keine Punkte
Von Stefan Leuenberger