• Die Lichterfahrt der Landwirtschaft sorgte für eine stimmungsvolle Atmosphäre auf dem Brunnenplatz. · Bilder: Gabriela Graber

  • Matthias aus Huttwil war die Vorfreude ins Gesicht geschrieben.

  • Fabio aus Solothurn war bereits zum dritten Mal am Start.

  • Noah im Tannnenbaumkostüm war aus Fischbach mit dabei.

  • Noel aus Eriswil wartete gespannt auf den grossen Moment.

  • Janis aus Wyssachen und sein geschmückter Traktor kurz vor dem Start.

  • Traktoren aller Arten waren an dem Umzug vertreten.

  • Viele schmückten Ihre Fahrzeuge mit besonderen Details.

  • Manche Teilnehmende hatten mehrere Tage in das Dekorieren der Traktoren investiert.

  • Auf Mathias Heinigers (Wyssachen) Fahrzeug trohnten zahlreiche Samichläuse.

  • Die Musiker mit ihrem Fahrer (von links): Adrian Blaser, Philipp Fiechter und Chrigu Meister.

  • Meinrad Bernets (Ufhusen) Traktor erinnerte an Rudolf mit der roten Nase.

16.12.2025
Huttwil

Lichterfahrt begeisterte Tausende

Die dritte Lichterfahrt der Landwirtschaft lockte in Huttwil erneut Tausende ins Städtli. 31 geschmückte Traktoren, ein Kinderumzug und zwei Trychlergruppen sorgten für Stimmung – nächstes Jahr soll der Anlass allerdings pausieren.

Ab der Höhe der Drogerie standen sie in der Bahnhofstrasse Richtung Bahnhof: bunt gekleidet, mit Samichlaushüten, Neonbrillen oder im lustigen Overall – und über beide Ohren strahlend auf ihren «Tschaupi-Traktoren». Die Kinder warteten freudig auf ihren grossen Moment, den Umzug durchs Städtli. «Für ihn ist das ein absolutes Highlight», sagte eine Mutter, die mit ihrem Kind bereits zum dritten Mal dabei war. Mit dabei führten die Kleinen ihre eigene «Fracht» mit: Päckli, Puppen, Wichtel, Pinguine, Weihnachtsbäume – und sogar eine lebensgrosse Kuh, umwickelt von Lichterketten, war an einem Fahrzeug befestigt. Bevor der Startschuss für die Kindertraktoren fiel, zogen die Trychler ein. Mit mächtigem Rhythmus marschierten die zwei Gruppen im Gleichschritt durchs Städtli. Dann begann der Umzug der Kleinen. Manche Traktoren wurden von den Eltern gezogen, andere Kinder fuhren selbstständig. Entlang der Route zückten die Zuschauenden Handys und Kameras. Die Kleinen genossen den Auftritt sichtlich: Sie winkten, lachten und posierten. Aus der Ferne kündigte schliesslich ein tiefes Brummen den Hauptteil an: Der erste grosse Traktor tauchte auf, liebevoll mit Lichterketten geschmückt. Der zweite folgte, dann der dritte: einer leuchtender als der andere. Insgesamt zogen 31 Traktoren durchs Städtli – grosse und kleine, alte Klassiker und moderne Modelle. Und jedes Mal, wenn ein neues Fahrzeug anrollte, hoben sich am Strassenrand die Köpfe und die Zuschauenden staunten, fotografierten und zeigten auf besondere Details. 

Erstmals mit Band
Gegen Ende des Umzugs hörte man neben dem Motorengrummeln plötzlich Klaviersound – dazu eine kräftige Männerstimme. Die Hobbymusiker Adrian Blaser aus Huttwil und Chrigu Meister aus Wynigen spielten auf einem Anhänger Mundartlieder, darunter Stücke von Patent Ochsner und Gölä. Damit begeisterten sie das Publikum. «Wir waren heuer das erste Mal dabei», erzählen sie. «Wir kennen die Organisatoren – und irgendwann kam uns diese Schnapsidee.» Erst vor kurzem hätten sie angefangen, gemeinsam Musik zu machen – weitere Auftritte seien bereits geplant. 

Gäste aus der ganzen Schweiz
Stefan Sommer vom Verein «Landwirtschaft verbindet», der den Anlass organisierte, zeigte sich am Tag danach zufrieden. «Das Wetter war sehr gut, es gab keine Zwischenfälle – und viele sind nach dem Umzug noch geblieben», sagt er. Schätzungsweise über 10 000 Personen aus der ganzen Schweiz hätten an dem Anlass teilgenommen. «Ich weiss von Leuten, die vom Bodensee, aus dem Bündnerland oder aus der Innerschweiz angereist sind.» Für das OK sei die Lichterfahrt einerseits eine grosse Freude, andererseits organisatorisch herausfordernd. Zudem habe Anfang Jahr ein Schicksalsschlag das Team erschüttert: Ein OK-Mitglied sei nach schwerer Krankheit verstorben. «Wir wussten kurz nicht, wie wir mit der Situation umgehen sollen –  aber auch ihm zuliebe machten wir weiter.» Viel Zeit beanspruche insbesondere die Sponsorensuche, die jeweils bereits im April beginne. Das Budget betrage um die 40 000 Franken. Insgesamt seien rund 350 Helferinnen und Helfer im Einsatz – Traktorfahrer, Kinder, Verkehrskontrollen, Personen, die hinter der Bar stehen und mit den Fahrzeugen mitlaufen. «Als Dank erhalten sie Pro-Regio-Gutscheine», so Sommer. Aufwändig sei auch das Bewilligungsverfahren: Weil Traktoren grundsätzlich für landwirtschaftliche Fahrten zugelassen sind, brauche es für die Lichterfahrt Sonderbewilligungen. Teilnehmen dürfen Fahrzeuge aus einem Umkreis von rund zehn Kilometern um Huttwil. Dieses Jahr wurde der Anlass zum dritten Mal durchgeführt – und danach soll es vorerst eine Pause geben. «Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir drei Ausgaben machen», sagt Sommer. Wann und wie es weitergeht, würden am Ende die Landwirte entscheiden: «Sie sind die Hauptakteure.»

Von Gabriela Graber