• Der Lotzwiler Florian Röthlisberger (Schwingklub Langenthal) war in Kirchberg der beste regionale Schwinger. · Bilder: zvg

  • Der Eriswiler Michael Hebeisen schaffte für den Schwingklub Huttwil in Kirchberg eine Spitzenklassierung (Rang 5c).

20.02.2026
Sport

Lotzwiler glänzt am Berner Saisonauftakt

Der Hallenschwinget in Kirchberg bildet traditions gemäss den Auftakt zur Berner Schwingsaison. Dem 25-jährigen Lotzwiler Florian Röthlisberger gelang dabei ein fulminanter Start in die neue Saison. Das Mitglied des Schwingklubs Langenthal belegte den Rang 2b. Festsieger wurde der Wolfisberger Daniel Tschumi.

 

Hallenschwinget Kirchberg · Der Geruch nach Sägemehl, begeisterte Schwingfans und urchige Musik liessen am Samstag am Kirchberger allenschwinget vermuten, dass die neue Schwingsaison bei den Berner Athleten wohl begonnen hat. Beim ersten Kräftemessen auf Berner Boden und zum «Lueg-Cup» zählenden Schwingfest standen insgesamt 55 Athleten, darunter drei «Eidgenossen», in den Zwilchhosen. Da beim Saisonauftakt in früheren Jahren schon hochkarätigere Athleten in den Zwilchhosen standen, witterten die jungen «Bösen» einen möglichen Festsieg. 

Bruderduell im Schlussgang
Im finalen Gang des Tages standen sich die Brüder Daniel und Lukas Tschumi (beide Wolfisberg/SK Herzogenbuchsee) gegenüber. Den heiss begehrten Festsieg konnten die Brüder also familiär ausmachen. Der jüngere und unerfahrenere 20-jährige Daniel Tschumi setzte sich schliesslich nach 1:25 Minuten mittels Fussstich gegen seinen um vier Jahre älteren Bruder und «Eidgenossen» Lukas Tschumi durch. Den zweiten Rang teilen sich Remo Zürcher (Rüedisbach) und Florian Röthlisberger (Lotzwil), die von einem gestellten Schlussgang profitiert hätten. Der Vorjahressieger Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) stand am Berner Saisonauftakt nicht in den Zwilchhosen.

Lotzwiler stellt regionale Konkurrenz in den Schatten
«Es ist schön, gleich beim Berner Saisonauftakt ein gutes Ergebnis zu erzielen», erzählt der Lotzwiler Florian Röthlisberger gegenüber dem «Unter-Emmentaler». Der 25-jährige, der normalerweise in der Küche die Kochlöffel schwingt, prägte das Hallenschwinget in Kirchberg an vorderster Front (Rang 2b) mit. Der zweifache Kranzschwinger stellte im Anschwingen mit dem Mittelländer Lukas Dällenbach (Säriswil). Der sportlich betrachtet attraktive Gang hätte auf beide Seiten ausgehen können, endete nach Ablauf der Zeit aber mit einem Unentschieden. Nach dem zurückhaltenden Start ins Geschehen reihte der junge Küchenchef anschliessend zwei Siege aneinander. Er brachte Noa Inäbnit (Rüschegg Heubach) und den 22-fachen Kranzschwinger Stephan von Büren (Limpach) mit der Höchstnote von 10,00 Punkten ins Sägemehl. «In diesem Duell ging ich volles Risiko ein und wurde schliesslich dafür belohnt», stellte Florian Röthlisberger im Nachhinein fest. Ausgebremst wurde der stark auftretende Oberaargauer einzig vom Freiburger «Eidgenossen» Lario Kramer (Galmiz), von dem er sich das Sägemehl vom Rücken klopfen musste. Die beiden restlichen Duelle gegen Joel Blatter (Oberbütschel) und Nils Niederberger (Ersigen) gestaltete Florian Röthlisberger dann wieder siegreich und liess sich beide Male die Höchstnote 10,00 Punkte notieren. Das Saisonziel des Langenthaler Athleten: «Gesund bleiben, weiterhin Freude am Schwingsport haben und fleissig trainieren.»

Sumiswalder und Huttwiler Athleten vorne dabei 
Einen halben Punkt dahinter rangierte der 22-jährige Walterswiler Fabian Aebersold auf Rang 3b. Nach der Startniederlage gegen den Baselländer «Eidgenossen» Lars Voggensperger (Schönenbuch) liess der 22-jährige Emmentaler nichts mehr anbrennen. Der bereits zehnfache Kranzschwinger und immer wieder für eine Überraschung sorgende Fabian Aebersold brachte Mael Sommer (Büren zum Hof), Michael Hebeisen (Eriswil), Marco Eggimann (Kernenried) und Kevin Schori (Gossliwil) zum Fallen. Mit Remo Zürcher (Rüedisbach) musste er die Punkte teilen. Sein Klubkollege Adrian Bürki (Sumiswald) rangierte punktegleich auf Rang 3c. Der 19-jährige Emmentaler fand seine Siegesrezepte gegen Tim Wüthrich (Grossdietwil), Simon Friedli (Bannwil), Sam Maurer (Wynigen) und Mael Sommer (Büren zum Hof). Im Schwingkeller, in dem einst auch die Könige Adrian Käser und Matthias Sempach trainierten, scheiterte Adrian Bürki an den beiden Kranzschwingern Daniel Tschumi (Wolfisberg) und Marco Eggimann (Kernenried). Als bester Athlet vom Schwingklub Huttwil grüsste der Eriswiler Michael Hebeisen mit drei Siegen und einem Remis von Rang 5c. Der 18-jährige Oberaargauer teilte sich diesen Rang mit dem 24-jährigen Emmentaler Martin Sommer (Häusernmoos im Emmental), der ebenfalls auf drei Siege und ein Remis kam (Rang 5d).

Auszug aus der Rangliste: 1. Daniel Tschumi, Wolfisberg, 58,25; 2a. Remo Zürcher, Rüedisbach, 57,25; 2b. Florian Röthlisberger, Lotzwil/SK Langenthal, 57,25; 3a. Lukas Tschumi, Wolfisberg, 56,75; 3b. Fabian Aebersold, Walterswil/SK Sumiswald, 56,75; 3c. Adrian Bürki, Sumiswald/SK Sumiswald, 56,75; 5c. Michael Hebeisen, Eriswil/SK Huttwil, 56,00; 5d. Martin Sommer, Häusernmoos/SK Sumiswald, 56,00; 6d. Sven Burkhalter, Sumiswald/SK Sumiswald, 55,75; 9c. Flurin Eymann, Schwarzenbach/SK Huttwil, 55,00; 9d. Sam Maurer, Wynigen, 55,00; 10a. Ivan Rohrbach, SK Langenthal, 54,75; 10d. Tim Wüthrich, Grossdietwil/SK Langenthal, 54,75; 11a. Silvan Burkhalter, Sumiswald/SK Sumiswald, 54,50; 11b. Simon Friedli, SK Langenthal, 54,50; 12c. Jan Sommer, Reisiswil/SK Huttwil, 54,25; 17b. Ben Louis Duccomun, SK Langenthal, 53,00.

Von Yanick Kurth