Traumhaft, aber leider sehr selten: Der Skilift Walterswil war über die Festtage geöffnet. · Bilder: Michael Käser, zvg
Märchenhafte Wintersport-Festtage
Skilifte und Langlaufloipe Wasen / Skilifte Walterswil, Trachselwald, Heimisbach und Luthern. Dank dem Wintereinbruch und der anhaltenden Kälte konnten im «UE»-Gebiet märchenhafte Wintersport-Festtage erlebt werden.
Wintersport · «I’m dreaming of a white Christmas» singt Bing Crosby in seinem bekannten Weihnachtslied. Die Erinnerungen an früher wurden über die vergangenen Festtage Weihnachten, Silvester und Neujahr ganz lebendig. Der gefallene Schnee bescherte dem «UE»-Gebiet eine traumhafte Winter-Märchenlandschaft. Und damit wurde ermöglicht, was wegen dem Klimawandel nicht mehr sehr oft der Fall ist: Totaler Wintersport in der Region.
Traumtage am Skilift Walterswil
Sogar der Skilift Walterswil im Kiltbächli mit seiner Talstation auf nur 684 m Höhe konnte erstmals seit Ende Januar 2021 wieder in Betrieb genommen werden. «Trotz dem absoluten Minimum der für das Skifahren in Walterswil notwendigen Schneemenge wagten wir am Weihnachtstag eine Pistenpräparation mit dem eigenen Pistenfahrzeug», berichtet Adrian Schaffer, seit fünf Jahren Präsident der Skiliftgenossenschaft Walterswil. Das Risiko wurde belohnt. Der Bügel-Skilift konnte am 27. Dezember – die 400 m lange Anlage verfügt über eine Beleuchtung – mit einem Nachtskifahren eröffnet werden. «Weil es konstant kalt blieb, konnten wir den Lift an sieben Tagen öffnen», freut sich Schaffer. Der besucherintensivste Tag war der letzte Sonntag im Dezember, als bei Bilderbuch-Wetter (Sonnenschein bei stahlblauem Himmel) auch viele Familien dem Ski- oder Snowboardspass frönten. Vor dem Wärmeeinbruch lief der Lift, der seit Januar 1970 existiert, zuletzt am Samstagnachmittag, 4. Januar. «Beim nächsten Wintereinbruch mit genügend Schnee werden wir den Lift wieder öffnen. Wir sind bereit.»
Langlauf und Skifahren in Wasen
Bereits kurz nach dem heftigen Schneefall öffnete die Langlaufloipe Wasen. «Das herrlich kalte Wetter hat uns traumhafte Langlauftage in der Kurzenei beschert», freut sich Loipenchef Res Ritter vom Verein Skiriege Wasen. Bereits am 23. Dezember war das kleine und traumhaft gelegene Langlaufgebiet Wasen mit einer 5,2 km langen Loipe für den klassischen Stil sowie einer 3,9 km-Skating-Runde gespurt. «Insgesamt sechs Mal haben wir frisch gespurt, um den Besuchenden beste Verhältnisse zu ermöglichen», sagt Ritter. Bis am 5. Januar besuchten täglich viele Langlauf-Interessierte das Naturparadies mit dem Loipeneinstieg bei der Bärenschür. Der Skilift-Verein Wasen ermöglichte den regionalen Skisportfans das Skifahren im Gebiet Wyden oberhalb von Wasen sogar am Weihnachtstag. Anschliessend konnten auf der Anlage mit dem kurzen Kinderlift im flacheren Gelände und dem Tellerlift im etwas steileren Gebiet von Ober-Wyden viele schöne Wintersporttage erlebt werden.
In Luthern sogar ein Skirennen
Auf der Mettlenpiste des Skilifts Luthern ermöglichte der Wintereinbruch über die Festtage sogar ein Skirennen. Der Schiklub Luthern nutzte die optimalen Bedingungen in der Hinter Ey und führte am 29. Dezember die 18. Austragung des Napf-Derbys mit 130 Mitmachenden durch. Freuen durfte sich auch der Ski-Club Trachselwald. Der Seillift im Dorf konnte an zehn Nachmittagen und zwei Abenden betrieben werden. Im nur wenige Kilometer entfernten Gyselgut in Heimisbach gab es auch Skigenuss. Der rund 280 m lange Seilschlepplift mit roten Griffen, der von einem Familienbetrieb geführt wird, lief von Weihnachten bis am 4. Januar täglich von 13 bis 17 Uhr. Am traumhaften 29. Dezember gab es mit rund 60 Personen den Rekordbesuch. Sobald wieder genügend Schnee fällt und das ‹Winterwonderland› zurückkehrt, wird der Wintersportspass in der Region weitergehen. Die Lift- und Loipenbetreiber sind bereit.
Von Stefan Leuenberger