Früher verfügte der Tennisclub Huttwil über zahlreiche erfolgreiche Teams bei den Damen, Jungseniorinnen, Senioren sowie Jungsenioren.
Matchbälle in idyllischer Umgebung
Der Tennisclub Huttwil feiert sein 70-jähriges Bestehen. Als Breitensportverein bietet er den Vereinsmitgliedern und der Bevölkerung die Möglichkeit, auf drei Sandplätzen in traumhafter Umgebung eine der beliebtesten Einzelsportarten der Welt auszuüben.
Tennis · Tennis im Grünen – wo Naturidylle auf freien Zugang trifft. Kaum eine andere Tennisanlage bietet eine so ländliche Idylle wie jene im Huttwiler Aussenquartier Bäch. «Unsere Tennisanlage steht allen interessierten Tennisspielerinnen und -spielern offen. Damit heben wir uns von den meisten anderen Tennisclubs ab, die ihre Plätze ausschliesslich den Mitgliedern zur Verfügung stellen», sagt Johann Hirschi, der während neun Jahren als Vereinspräsident amtete. «Ambitionierte Wett-
kampfspielerinnen und -spieler finden bei uns ebenso ihren Platz wie Hobbyspielerinnen und -spieler, Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger sowie Personen, die den Tennissport neu kennenlernen möchten», informiert Amos Grädel, seit 2016 Präsident des Huttwiler Traditionsvereins. Die Verfügbarkeit der drei Sandplätze unterhalb des Schulhauses Schwarzenbach und neben dem Spycher-Handwerk kann jederzeit online geprüft und die Buchung direkt digital abwickelt werden.
Zuerst an der Wiesenstrasse
Bereits seit 70 Jahren wird in Huttwil Tennis gespielt. Bruno Brunner, der «Mann der ersten Stunde», sorgte dafür, dass am 10. Dezember 1956 der Tennisclub Huttwil gegründet wurde. 31 Jahre lang wurde das Spiel mit dem gelben Filzball auf zwei Feldern an der Wiesenstrasse im Huttwiler Fiechten-quartier in urbaner Umgebung ausgeübt. Dann musste der Tennisclub weichen, weil der Grundeigentümer das Terrain anders nutzen wollte. «Es war eine intensive Zeit», erinnert sich Max Fiechter, der damalige Vereinspräsident. «Während des Baus der jetzigen Tennisanlage samt Clubhaus haben wir 1988 als Übergangslösung eine Saison lang auf der alten Huttwiler Eisbahn im Dornacker auf dem Hartplatz gespielt», erinnert sich Fiechter, der wie alle anderen ehemaligen Präsidenten zu den verdienstvollen Vereinsikonen gehört. «Zuerst war der neue Standort direkt neben dem Schulhaus Schwarzenbach auf der Wiese unterhalb der heutigen Institution für demenzkranke Menschen geplant. Doch es hagelte Einsprachen», berichtet Ehrenmitglied Fiechter. Anschliessend konnte der Tennisclub Huttwil am jetzigen Standort eine Umzonung und mit der Gemeinde Huttwil einen Baurechtsvertrag abschliessen. Nach 1000 Stunden Fronarbeit konnte im Frühling 1989 die neue Anlage mit einem Interclub-Heimspiel in Betrieb genommen werden. «Rückblickend war dies ein Meilenstein der Vereinsgeschichte», findet Johann Hirschi. Die einzigartige Lage mitten im Grünen macht die Anlage zu einer Oase, die neben dem Tennisspiel auch Erholung vom Alltagsstress bietet. Von den Sitzplätzen beim Clubhaus können die Partien auf allen drei Plätzen verfolgt und gleichzeitig das Naturpanorama genossen werden. Für das Wohl der Gäste sorgt seit vielen Jahren das Wyssacher Ehepaar Silvia und Markus Ryser. Neben der Betreuung des Clubhauses stand Silvia Ryser lange als Spielerin und Trainerin im Einsatz, während Markus Ryser über Jahre das zeitaufwändige Doppelmandat als Präsident und Platzwart ausübte.
Kein Sport der Reichen
Der Tennisclub Huttwil sieht sich als Breitensportverein. «Aktuell zählen wir 60 Vereinsmitglieder», sagt Amos Grädel. Die Saison dauert von April bis Oktober und umfasst den Interclub, die Clubmeisterschaft, die Tennis
Trophy Huttwil sowie Spieltage und -abende. «Die Pflege des Tennisspiels, aber auch die Geselligkeit stehen bei den Vereinsmitgliedern im Zentrum», weiss Grädel. Auch nach 70 Jahren finanziert der Verein die Tennisanlage mit eigenen Mitteln. Der Jahresbeitrag beträgt 390 Franken. «Tennis gilt zwar oft noch als klassisches Klischee für Wohlhabende, ist aber längst in der breiten Gesellschaft angekommen», findet Johann Hirschi. «Unsere Mitglieder können die ganze Saison über nach freier Wahl Tennis spielen, nach Wunsch täglich. So gesehen ist der Beitrag nicht hoch», meint Amos Grädel.
Kein Verein der Stars
Auch wenn beim Tennisclub Huttwil nie ein Kaliber wie Roger Federer Mitglied war, gab es sportliche Erfolge. Immer wieder gelang es einzelnen Mitgliedern, mit hohen Klassierungen für Furore zu sorgen. Die höchste je erzielte Klassierung erreichte Marianne Keller. Felix Wyssmann, die Gebrüder Heinz und Kurt Stöckli sowie Markus Merz waren überragende Spieler. Der seit Jahren beste noch aktive TCH-Spieler ist der für den TC Langenthal im Interclub-Einsatz stehende Eriswiler Sven Scheidegger. Auf Teamebene gab es im Interclub 1996 das sportliche Highlight. Das Jungsenioren-Team mit John Breed, Adrian Schmid, Kurt und Heinz Stöckli, Max Fiechter und Hansjörg Muralt bestritt ein NLC-Aufstiegsspiel. Viele Jahre sorgte ein erfolgreiches und ambitioniertes Jungseniorinnen-Team für die besten Resultate.
Zukunftsarbeit läuft
«Ich bin froh, dass wir nach einer Baisse wieder sportlichen Aufwind verspüren. Das vor allem mit jungen Spielern besetzte Herrenteam ist im Interclub gerade in die 2. Liga aufgestiegen. In der nächsten Saison können wir sogar zwei Herrenteams stellen», freut sich Amos Grädel. Lange stellte der TC Huttwil auch Damen-, Jungseniorinnen-, Jungsenioren- und Seniorenteams in der jährlichen Interclub-Meisterschaft. «Aktuell verfügen wir zwar über Mitglieder, die sich wöchentlich zum Training treffen, aber nicht wettkampfmässig im Einsatz stehen», informiert Grädel. «Die besten Vereinsmitglieder spielen den Interclub beim TC Langenthal, mit dem wir eine gute Zusammenarbeit pflegen.» Um die Zukunft des Vereins zu sichern, wird der Nachwuchs gefördert. «Wir bieten am Mittwochnachmittag ein Kindertraining ab fünf Jahren an.» Für die kommende Saison ist eine Tennisschule geplant. «Es ist wichtig, dass auch Erwachsene die Möglichkeit zu einer Tennisausbildung erhalten.» Mit dem Angebot an Tennislektionen hofft der TC Huttwil, neue Vereinsmitglieder zu gewinnen. «Tennis ist ein idealer Sport für mehrere Generationen. Wir freuen uns, wenn ihn möglichst viele Leute bei uns auf der Anlage ausüben. Im Fokus steht die Freude am Tennisspiel», schliesst Amos Grädel.
Vorstand TC Huttwil: Amos Grädel (Präsident), Joel Lanz (Kassier), Nick Jost (Spielleiter), Alyssa Loosli (Sekretärin), Josua Grädel (Sponsoring), Silas Jaussi (Marketing), Jonathan Loosli (Platzwart), Silvia Ryser (Betreuung Clubhaus).
Von Stefan Leuenberger