Eine schöne Erinnerung: Matthias Aeschbacher bejubelt am Kilchberger Schwinget 2014 den Sieg im ersten Gang gegen Samuel Giger. · Bild: Keystone
Matthias Aeschbacher ist bereit
Nur 60 Schwinger sind am Höhepunkt der Schwingersaison, dem Kilchberger Schwinget im Kanton Zürich, zugelassen. Mit Routinier Matthias Aeschbacher vom Schwingklub Sumiswald ist am Samstag nur ein Schwinger aus dem «UE»-Gebiet im Sägemehlring dabei.
Kilchberger Schwinget · Matthias Aeschbacher aus Rüegsauschachen ist seit vielen Jahren der beste Schwinger der Region. Nun wurde er als einziger Vertreter aus dem «UE»-Gebiet für den Saisonhöhepunkt, den Kilchberger Schwinget im Kanton Zürich, nominiert. «Natürlich freue ich mich auf diesen besonderen Anlass», sagt das Aushängeschild des Schwingklubs Sumiswald auf Anfrage. Der Kilchberger Schwinget findet am Samstag auf dem Stockengut statt. Der Anlass findet nur alle sechs Jahre statt und hat eidgenössischen Charakter. Als Titelverteidiger tritt Samuel Giger (Ottoberg bei Märstetten) an.
Dieses Jahr fünf Kränze
Die Kranzausbeute von «Disu» fiel im Schwingerjahr 2026 etwas geringer aus als gewohnt. Über Jahre hinweg hat der nunmehr 108-fache Kranzgewinner jährlich zwischen acht und zehn Kränze gewonnen. Die letzte etwas tiefere Kranzausbeute geht auf das Jahr 2015 zurück, als Aeschbacher sechs Kränze holte. Dieses Jahr waren es fünf. Allerdings hatte «Disu» auch nicht die gleichen Möglichkeiten wie gewohnt. Sein Schwingklub Sumiswald wurde von keinem Kranzfestorganisator eingeladen. «So hatte ich die Möglichkeit, vier Gauverbandskränze, einen Teilverbandskranz – nämlich jenen am Bernisch-Kantonalen Schwingfest – und drei Bergfestkränze zu gewinnen», erklärt Aeschbacher. «Einen dieser Kränze verpasste ich am Emmentalischen, an dem ich einen ‹Seich› zusammengeschwungen habe.» Auf mögliche Kränze am «Jurassischen» und auf der Schwägalp musste Aeschbacher verletzungsbedingt verzichten. «So gesehen habe ich bis auf das Emmentalische gemacht, was ich konnte. Es war – gemessen an diesen Voraussetzungen – eine gute Saison. Gerade am ‹Kantonalen› und am Schwarzsee sowie beim Sieg am Mittelländischen konnte ich sehr gute Leistungen zeigen.»
Wegen des elften Brünigkranzes auf die Zähne gebissen
Besagte Verletzung passierte am Brünig-Schwinget am 26. Juli. Im ersten Zug des sechsten und letzten Gangs gegen Jonas Troxler (Urswil) zog sich «Disu» eine Rippenknorpelfraktur zu. «Die Schmerzen waren gross. Im Wettkampffieber wollte ich den Gang aber unbedingt beenden, um mir meinen elften Brünigkranz in Serie zu sichern», erklärt der 34-Jährige. «Vernünftig wäre es sicher gewesen, aufzuhören.» Doch Aeschbacher zog durch, gewann den Gang mit der Note 9,75 und holte sich den Kranz. Nach einer Untersuchung im Spital Langnau war klar, dass eine Trainings- und Wettkampfpause eingelegt werden musste. «Ich überlegte mir, am Schwägalp-Schwinget wieder ins Sägemehl zu steigen. Doch die Vernunft siegte», so der Maurer. Dafür gibt er für den Saisonhöhepunkt grünes Licht. «Ich bin wieder fit.» Dies zeigte Aeschbacher auch am Kemmeriboden-Schwinget vom Sonntag.
Verletzungspech
Am Kilchberger Schwinget wird Matthias Aeschbacher der einzige Schwinger vom erfolgreichen Schwingklub Sumiswald sein. Dies, obwohl der Emmentaler Klub der erfolgreichste Verein 2026 war. Er sammelte schweizweit die meisten Kränze. «Verletzungspech führte dazu, dass nur ein Sumiswalder für den Kilchberger Schwinget selektioniert wurde. Gustav Steffen, der sich am Berner Kantonalschwingfest verletzte, sowie Fabio Hiltbrunner, der im Juli wegen einer Rückenverletzung die Saison vorzeitig beendete, wären bei normalem Verlauf in Kilchberg sicher dabei gewesen», erklärt Matthias Aesch-
bacher. Knapp nicht gereicht hat es dem vierfachen Saison-Kranzgewinner und «Eidgenossen» Patrick Schenk.
Sechs Gänge das Beste geben
Matthias Aeschbacher reist mit dem Berner Team bereits am Freitag an und wird in einem Hotel übernachten. Am Samstag steigt er dann in den Sägemehlring. «Ich möchte in sechs Gängen mein Bestes geben. Gelingt mir dies, wird es auch ein gutes Resultat geben. Ein theoretischer Kranzrang wäre schön», blickt Aeschbacher voraus.
Das Berner Aufgebot: Matthias Aeschbacher, Etienne Burger, Matthieu Burger, Dominik Gasser, Bernhard Kämpf, Michael Ledermann, Michael Moser, Leandro Nägeli, Remo Rutsch, David Scheuner, Severin Schwander, Fabian Staudenmann, Silvan Trittibach, Adrian Walther, Lars Zaugg.
Von Stefan Leuenberger