Alois Dober ist seit 2016 Revierförster der Herdgemeinde Huttwil. · Bilder: Felix Ott
Mit Weitblick im dichten Wald
Im Herbst zieht es viele Menschen in die Wälder rund um Huttwil. Zwischen Pilzsuchern, Spaziergängerinnen und Mountainbikern laufen gleichzeitig Holzschläge und die Jagd. Revierförster Alois Dober sorgt dafür, dass all diese Interessen im Wald nebeneinander Platz finden und erinnert daran, worauf man bei einem Waldbesuch achten sollte.
Der Herbst färbt die Wälder der Region bunt. Das zieht auch in diesem Jahr wieder viele Menschen in die Natur. Beim Spaziergang, bei einer Velotour oder auf Pilzsuche lässt sich die herbstliche Stimmung besonders gut geniessen. Die Wälder sind voller Besucherinnen und Besucher. Gleichzeitig laufen die Forstarbeiten auf Hochtouren, und auch die Jagd hat begonnen. Für Alois Dober ist jetzt Hochsaison. Seit 2016 ist er Revierförster der Herdegemeinde Huttwil. Im Herbst finden viele Holzschläge in der Region statt, und die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind unterwegs, um die zu fällenden Bäume auszuwählen. Für den Förster ist dies die schönste Zeit des Jahres. Er sagt: «Es entstehen viele schöne Begegnungen und Diskussionen im Wald.» Als Revierförster sorgt Dober dafür, dass der Wald langfristig bestehen bleibt. Dabei ist ein geschultes Auge wichtig: «Wir betrachten nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch, wie sich der Wald in 50 oder vielleicht 100 Jahren entwickelt.» Eingriffe müssen wohlüberlegt sein.
Der Wald vereint verschiedene Bedürfnisse
Dober achtet zudem darauf, dass die verschiedenen Gruppen, welche den Wald nutzen, gut miteinander auskommen. «Der Wald bietet und vereint viele Bedürfnisse. Diese müssen respektiert werden», sagt er. Das erfordert, dass alle Waldbesucherinnen und -besucher aufeinander Rücksicht nehmen. Es gibt eine Reihe von Verhaltensregeln, die im Wald gelten. Ein wichtiger Punkt sei das Beachten von Absperrungen, erklärt Dober. Gerade jetzt, wo Bäume gefällt werden, müssen Absperrungen unbedingt eingehalten werden. Auch wenn keine Motorsägen zu hören sind, könne es sein, dass Forstarbeiterinnen und Forstarbeiter am Werk sind. «Unsere Aufgabe ist es, für Sicherheit zu sorgen», sagt Dober. Werden Absperrungen missachtet, könne es schnell gefährlich werden. Das Gleiche gelte beim Kreuzen von Maschinen. Die Arbeiter seien konzentriert, und durch den Lärm könne es leicht passieren, dass Fussgängerinnen oder Fussgänger übersehen werden. Zwar hat die Bevölkerung ein Betretungsrecht im Wald und Besuchende sind herzlich willkommen. Dennoch gilt es zu beachten, dass sich alle Wälder im Besitz von jemandem befinden. Das Betretungsrecht bezieht sich dabei ausdrücklich auf das «Betreten», denn auf Waldwegen gilt grundsätzlich ein Fahrverbot, so Dober. Diese gelten als Wald und dürfen nur von Berechtigten befahren werden. Das bedeutet auch: Parkieren im Wald ist verboten. Die Herdegemeinde Huttwil hat deshalb eigens Parkplätze am Waldrand geschaffen, die den Besuchenden zur Verfügung stehen.
Förster bekommen vieles gar nicht mit
Dober sieht sich in seiner Rolle jedoch nicht als Waldpolizei. «Verstösse bekommen wir kaum mit», sagt er. Dober und sein Team sind nicht ständig im Wald unterwegs und die Zuständigkeitsgebiete sind gross. Wichtig sei: Wenn jemand im Wald etwas Verdächtiges entdeckt, etwa illegal entsorgten Abfall, soll das gemeldet werden. Dober ist glücklich in seiner Position als Revierförster. Rund um Huttwil habe die Bevölkerung einen engeren Bezug zum Wald als in städtischen Gebieten. Dadurch sei auch die Akzeptanz für Forstarbeiten oder die Jagd grösser als anderswo. Dennoch reagieren gewisse Besucherinnen und Besucher erstaunt, wenn ein Waldstück bewirtschaftet wird. Doch diese Arbeiten seien wichtig, betont Dober. «Ohne Bewirtschaftung würde es unseren Wäldern schlechter gehen.» Zudem sei Holz ein bedeutender Rohstoff, auf den viele Menschen angewiesen seien. Gesamtschweizerisch betrachtet Dober die Situation mit mehr Sorge. Die Akzeptanz für Holzerei und Jagd nehme ab. Für viele Menschen sei der Wald wie ein Museum, in dem nichts verändert werden dürfe. Doch das Gegenteil sei der Fall: «Der Wald ist dynamisch und passt sich an», sagt Dober. Deshalb seien auch Eingriffe wichtig, um den Wald zu unterstützen. «Ein verjüngter Wald ist besser für die Zukunft gewappnet», so der Förster. Im Moment gehe es den Wäldern aber gut. In Huttwil fand beim Chammerewald, beim neuen Weiher, ein grösserer Holzschlag statt. Noch sieht es dort etwas kahl aus. Doch in wenigen Jahren wird der Wald wieder in seiner Fülle erblühen. Dober denkt in langen Zeiträumen. «Die Waldpflege, die wir heute machen, ist für unsere Nachkommen», sagt er.