Nach Herzenslust konnten alle Instrumente ausprobiert werden. So auch das Klavier.
Musikalische Ziege Più begeisterte die Kinder
Instrumente auspro-
bieren, die eigene Singstimme entdecken, die Musiklehrerinnen und Musiklehrer kennen
lernen und viele Fragen stellen: Das alles durften Kinder an der vergangenen Instrumentenvorstellung der Musikschule und Kadettenmusik Huttwil. Dazu animiert wurden sie spielerisch von Moderator Gregory Heiniger und der musikalischen Ziege Più.
Kaum hatte die Uhr neun geschlagen, begann Moderator Gregory Heiniger von «music4kids» rhythmisch in die Hände zu klatschen. Ohne zu zögern klatschen die Kinder, die zahlreich zur Instrumentenvorstellung der Musikschule und Kadetten Huttwil erschienen waren, begeistert mit. Nach und nach erschienen Musikerinnen und Musiker mit ihren Instrumenten und setzten sich auf der Bühne auf die bereitgestellten Stühle. Und schon spielte das Schlagzeug im Takt mit. Ein Instrument nach dem anderen setzte mit ein, bis sich alles zu einem Orchester zusammenfügte: Sie spielten den «Più Song». Währenddessen erschien eine Ziege als lebensgrosses Maskottchen und spaziert frech zwischen den erstaunten Kindern hindurch, verschwand aber sogleich wieder. «Hallo zusammen, willkommen zum Konzert der Musikschule Huttwil», begrüsst Gregory Heiniger das Publikum. «Wieso müsst ihr so lachen», fragte er die Kinder erstaunt. «Äs Geissli isch do gsih», erzählt ein kleines Mädchen. «Was? Das kann ja nicht sein, wer könnte denn das gewesen sein?», wollte Gregory Heiniger wissen. «Più» rief ein anderes Kind. «Woher kennst du Più», fragte er ungläubig und fügte lächelnd an, «wollen wir sie hereinrufen?» «Ja», riefen die Kinder laut im Chor. «Also auf drei und dann rufen wir alle ganz laut Più. Eins, zwei, drei, Più.» Doch die Ziege tauchte nicht auf. Auch bei erneutem Rufen passierte nichts. «Was könnten wir noch ausprobieren, vielleicht mit Musik», überlegte Gregory Heiniger laut. Und siehe da, kaum setzte das Orchester ein weiteres Mal zum «Più Song» an, kam die Ziege tanzend daher. Sie konnte der schönen Musik einfach nicht widerstehen. «Welches ist denn dein Lieblingsinstrument», fragte der Moderator die Ziege? Più zeigte aufgeregt auf alle Instrumente. Sie hätte am liebsten gleich jedes einzelne Instrumente selbst ausprobiert. Damit die Kinder die verschiedenen Instrumente kennenlernen konnten, wurden sie einzeln vorgestellt. Zuerst das Akkordeon, dann die Gitarre, Blockflöte, Panflöte, Querflöte, Klarinette …, bis alle Instrumente einmal durch waren.
Anfassen und ausprobieren
«Alle Instrumente, die ihr hier seht, können heute in den Schulzimmern ausprobiert werden», erklärte Musikschulleiter Jonas Danuser nach dem Konzert den Kindern. Und das taten diese sogleich nach Herzenslust. Schnell füllten sich im Oberstufenschulhaus Hofmatt die einzelnen Schulzimmer mit Kindern, meist begleitet durch ihre Eltern. Erste zaghafte Streichversuche mit der Geige oder dem Cello wurden in Angriff genommen. Mit viel Geduld zeigte die Querflötenlehrerin, wie die Flöte an den Mund gehalten werden muss, damit ein Ton entsteht. Satte, dunkle Klänge wurden dem Alphorn oder dem Waldhorn entlockt und erste einfache Melodien auf dem Keyboard, dem Klavier oder der Gitarre gespielt. Koordination brauchte es beim Schlagzeug, damit Hände und Füsse miteinander harmonierten. Das Schulhaus Hofmatt war von Musik erfüllt. Aus den Schulzimmern erklangen laute, zaghafte, harmonische und manchmal auch etwas schräge Töne. Die Kinder standen Schlange und warteten geduldig, bis sie endlich ihr Wunschinstrument ausprobieren durften. Die Eltern wurden dabei von den Musikschullehrkräften kompetent bei ihren Fragen beraten. Bei Interesse wurde zu einem Schnupperabo geraten. Dabei kann herausgefunden werden, ob das Instrument auch zu einem passt. Extra aus Burgdorf angereist war Hanna. Als erstes probierte die Erstklässlerin Geige und Cello aus, die ihr «eigentlich ganz gut» gefielen. Danach ging es zur Panflöte. «Ich spiele schon Blockflöte», teilte sie stolz mit und machte sich zusammen mit ihrer Mutter auf, die Querflöte auszuprobieren. Die ersten Versuche auf der Querflöte hatte Lia schon hinter sich und konnte ihr sogar die ersten Töne entlocken. Sie besucht in Gondiswil den grossen Kindergarten. Ihr Bruder Ben ist schon in der ersten Klasse und schwärmte vom Keyboard. Das Schlagzeug wollte er als nächstes ausprobieren. Hier war auch Nino anzutreffen. Der Siebenjährige geht in Eriswil in die erste Klasse. Die Geige hat er ebenfalls schon ausprobiert, doch das Schlagzeug gefiel ihm besser. Er wollte aber auch noch die Gitarre ausprobieren. Ebenfalls in Eriswil in der ersten Klasse ist Alina. Sie hatte bisher die Geige ausprobiert, die ihr gut gefiel. Wer gerade keine Lust hatte, Instrumente auszuprobieren, konnte selbst ein Instrument basteln. Auf einem Tisch standen verschiedene Materialien dafür bereit.
Von Marion Heiniger