• Die NLA-Hornussergesellschaft Heimiswil A freut sich über den erreichten 3. Rang in der Schweizer Meisterschaft 2025. · Bilder: zvg

  • Roland Aeschbacher ist seit der Saison 2024 der Mannschaftsführer der HG Heimiswil A.

06.08.2025
Sport

NLA-Bronze nach Hitchcock-Spiel zum Schluss

In einem hochspannenden letzten Meisterschaftsspiel gegen Rüdtligen-Alchenflüh A hat sich die HG Heimiswil den 3. Rang und

damit die Bronzemedaille in der Schweizer Meisterschaft der NLA gesichert. Es ist der grösste sportliche Erfolg der Heimiswiler Hornusser seit der Fusion.

Hornussergesellschaft Heimiswil · «Es hätte wirklich nicht so spannend werden müssen», schmunzelt Roland Aeschbacher, Mannschaftsführer der HG Heimiswil A. «Es war aber nicht die Nervosität, welche uns im letzten und entscheidenden Heimspiel zittern liess», so der 27-Jährige. «Das Wetter machte uns beinahe einen Strich durch die Rechnung. Der leichte Gegenwind beeinflusste die Flugbahn der Nousse, was zu Schwierigkeiten beim Abtun führte. Prompt kassierten wir bereits im ersten Durchgang eine Nummer», so Aeschbacher. «Wir sind nach dem Numero kurz aus dem Ries gestanden, um die Konzentration zurück zu erlangen.» 

Hochspannung wegen Nummer 
Der Spielplan wollte es so, dass sich Heimiswil A (3. Rang) und Rüdtligen-Alchenflüh A (4. Rang) im 13. und letzten Meisterschaftsspiel um die Bronzemedaille in der NLA am zweiten Juli-Samstag duellierten. Mit klarem Vorteil für die Heimiswiler, welche mit einem Vorsprung von vier Rangpunkten und einer Nummer weniger sowie dem klar besseren Schlagpunktetotal dem Gegner auf dem heimischen Spielfeld gegenüber standen. Doch nach der früh kassierten Nummer war dieser Vorteil weg und der Druck noch grösser. «Zum Glück waren wir beim Schlagen konstant genug», sagte Aeschbacher. Die Schlagleistung war sogar so gut, dass im zweiten Durchgang rasch einmal fest stand, dass Rüdtligen-Alchenflüh A nicht an die starke Schlagleistung der Heimiswiler herankommen wird. So spielte es dann auch keine gewichtige Rolle mehr, dass Heimiswil A noch einen zweiten Nouss innerhalb des Spielfeldes unabgewehrt zu Boden fallen liess. «Abeloh fägt, haben wir dann sogar gescherzt», sagt Roland Aeschbacher. «Natürlich im Wissen, dass wir ganz viel Glück gehabt haben.» Am Ende holte Rüdtligen-Alchenflüh A ohne Nummer und 1141 Schlagpunkten die vier Rangpunkte für den Sieg. Heimiswil A mit zwei Nummern verlor, konnte den Nuller aber wegen dem besseren Schlagpunkte-Total (1210) abwenden. Und der eine Rangpunkt den es für die bessere Schlagleistung gab, war entscheidend, um die Bronzemedaille zu gewinnen. Bei einem Heimiswiler Nuller hätten beide Gesellschaften je 40 Rangpunkte ausgewiesen. Wegen der bessern Bilanz bei den Nummern hätte Rüdtligen-Alchenflüh A anstelle von Heimiswil A Bronze gewonnen … «Es geschafft zu haben, ist ein tolles Gefühl. Allerdings hätten wir natürlich nur allzu gerne die Saison ohne Nummer beendet.» Etwas, das von allen 14 NLA- und 28 NLB-Gesellschaften nun nur gerade Schweizermeister Höchstetten A geschafft hat. Die Riesarbeit ist die grosse Stärke der Heimiswiler. «Wir sind auf allen Positionen gut besetzt und harmonieren als Team. Wenn ein Spieler im Ries einen etwas schwächeren Tag einzieht, springen die direkt neben ihm positionierten Spieler in die Bresche», so Aeschbacher. «Aber wir haben uns gegenüber der Vorsaison beim Schlagen verbessert.»     

Grösster Erfolg seit der Vereinigung
«Wir freuen uns sehr über diesen grössten Erfolg seit dem Zusammengehen der beiden Heimiswiler Gesellschaften», erklärt Roland Aeschbacher. Die Hornussergesellschaften Heimiswil-Dorf und Heimiswil-Berg bildeten in der Saison 2019 eine Spielgemeinschaft unter dem Namen Hornusser Heimiswil. Nach der Coronapause erfolgte 2022 die Fusion zur HG Heimiswil. 2019 belegte Heimiswil A den 11. Rang. 2022 und 2023 folgten jeweils starke 4. Ränge. 2024 belegten die Heimiswiler den 6. Rang. Nun folgte der Exploit. «Wir haben uns nicht mit einem überrissenen Rangziel unnötigen Druck auferlegen wollen. Diesen Fehler haben wir in der Saison 2024 gemacht – und mit dem 6. Rang die Quittung dafür erhalten. Wir wollten heuer einfach das gute Resultat vom Eidgenössischen Hornusserfest 2024 in Höchstetten, wo wir den 5. Rang belegten,  bestätigen. So traten wir unbeschwert auf und haben zugeschlagen», freut sich der Zimmermann. Direkt an die letzte Spielrunde wurde der sportliche Triumph gefeiert. «Es wurde Sonntagmorgen. Wir haben es so richtig zusammen genossen.» 

Vier NLA-Meisterschafts-Podeste
Diese Bronzemedaille in der NLA ist der grösste sportliche Erfolg der Neuzeit. Podestplätze in der NLA gab es in der Tat für die damalige HG Heimiswil-Berg aber bereits einige. 1993 wurde Heimiswil-Berg an der erstmals ausgetragenen Schweizer Meisterschaft Vizemeister.  1999 und 2001 holte sich die HG Heimiswil-Berg in der Schweizer Meisterschaft je den 3. Rang. 2025 ging also zum vierten Mal eine SM-Medaille nach Heimiswil. Respektive wird noch gehen. «Die Rangverkündigung, an welcher wir unsere Auszeichnungen erhalten werden, ist erst Ende Oktober», informiert Aeschbacher. 

An den Festen die Saison krönen
Bis dahin hat die HG Heimiswil A noch die Chance, die Saison 2025 zu krönen. Das Team wird am Interkantonalen Hornusserfest in Grenchen (17. August) sowie am Emmentalischen Hornusserfest in Rüdtligen-Alchenflüh (23. August) antreten. «An beiden Festen streben wir den Trinkhorn-Gewinn an. Und nach dem tollen Verlauf in der Meisterschaft liebäugeln wir damit, am Verbandsfest wieder einmal ganz oben zu stehen», hofft Aeschbacher. «Dann wäre es wirklich die perfekte Saison.» Sollte es gelingen, wäre es eine weitere Geschichte, die nur der Sport schreiben kann. Heimiswil würde dann nämlich auf dem Heimplatz jener Gesellschaft triumphieren, welche in der Meisterschaft im Kampf um NLA-Bronze knapp unterlag …

Von Stefan Leuenberger