• Vor den Heimfans war Mathias Flückiger aus Leimiswil bis kurz vor Rennschluss auf Medaillenkurs, ehe ihn ein platter Hinterreifen aus der Entscheidung warf. · Bild: Staron Photo

03.08.2026
Sport

Plattfuss verhindert Befreiungsschlag

An der Heim-EM im Kanton Tessin verpasst der Leimiswiler Mountainbiker Mathias Flückiger im sonntäglichen Cross-Country-Rennen nach einer bislang durchzogenen Saison den Befreiungsschlag wegen eines technischen Defekts. Mit dem 4. Rang verpasst er die Medaillen knapp. Seine Leistung stimmt «Math» im Hinblick auf die WM aber zuversichtlich.

Mountainbike-EM in Monteceneri · Der 37-jährige Leimiswiler Mathias Flückiger gehört seit Jahrzehnten zu den weltbesten Mountainbikern. Hochs und Tiefs prägten seine bisherige Karriere. Die Saison 2026 verlief bisher sehr frustrierend. «Mathias Flückiger hat gute Rennen gezeigt. Die Resultate blieben aber aus, weil er viel Rennpech hatte», sagt Ralph Näf, Teamchef bei Thömus maxon, für das «Math» an den Start geht.

Medaillenfahrt jäh gestoppt
Das Pech blieb dem Leimiswiler auch an der Heim-EM im Tessin haften. Ein platter Hinterreifen in der vorletzten Runde des sonntäglichen Cross-Country-Rennens über 30 km verhinderte den fast sicheren Medaillengewinn. «Durch den Platten, dessen Ursprung ich nicht bemerkt habe, wurden die Medaillenträume jäh begraben. Mit meiner Leistung bin ich allerdings sehr zufrieden. Ich konnte endlich den Schritt vorwärts machen, den ich mir schon lange gewünscht habe», bilanziert der Familienvater.

Gewohnt durchzogene Startphase
Auf das Short-Track-Rennen an der EM verzichtete Flückiger. Die Konzentration galt dem Sonntagsrennen. Dieses begann für Flückiger – wie schon so oft auch im Weltcup – nicht gut. Der gebürtige Ochlenberger konnte mit der Spitze nicht mithalten. Nach einem Fahrfehler musste er zusätzlich kurz aus den Klickpedalen steigen und einen kurzen Aufstieg zu Fuss absolvieren, was zusätzliche Sekunden kostete. «Am Start muss ich einfach noch arbeiten; er gelingt mir nicht wie erhofft. Ich habe im ersten Rennabschnitt Zeit verloren, dann aber die Geduld gehabt, um dieses Loch ohne Hektik wieder zuzufahren», sagt Flückiger. Nach einigen Zwischenfällen gelang «Math» der Anschluss an die Spitze. Diese bestand nach 11,3 km aus einer Fünfergruppe. Bei Rennhälfte wuchs sie für kurze Zeit auf acht Fahrer an. Eine Tempoverschärfung sorgte dann für die entscheidende Zäsur. Nach 20,1 km lagen Fabio Püntener (Silenen), Juri Zanotti (Italien), Charlie Aldridge (Grossbritannien) und Mathias Flückiger allein an der Spitze. Dem Angriff des Italieners konnte dann nur der Olympia-Silbermedaillengewinner aus dem Oberaargau folgen.  «Ab Mitte des Rennens habe ich mich gut gefühlt. Je länger das Rennen dauerte, umso besser lief es mir. Ich habe mich in der Spitzengruppe sehr gut gefühlt und ein klares Ziel vor Augen gehabt.»

Vor der WM Motivation getankt
Vier Kilometer fehlten noch zur auf dem Serviertablett bereitliegenden EM-Medaille. Der beschriebene Defekt warf Flückiger aus der Entscheidung. Nach dem Auswechseln des Hinterrads in der Techzone betrug sein Rückstand auf Gold 36, auf Bronze 22 Sekunden. Immerhin konnte der Leimiswiler auf der letzten Runde noch den Italiener Filippo Fontana hinter sich lassen. So kam «Math» auf dem undankbaren 4. Rang ins Ziel. 16 Sekunden fehlten zur Bronzemedaille. «Ich bin von Weltcup zu Weltcup nicht in Fahrt gekommen. Mein Entscheid, eine Pause einzulegen und auf einen Start an der Schweizer Meisterschaft zu verzichten, war richtig.» Nun wird sich Mathias Flückiger erneut erholen können, ehe es am 23. August im Weltcup in Frankreich weitergeht. Eine Woche später steht mit der WM im italienischen Val di Sole das Saisonhighlight auf dem Programm. «Jetzt freue ich mich sehr auf die WM», sagt Mathias Flückiger. Das EM-Resultat hat dem Routinier trotz des platten Reifens viel Selbstvertrauen geschenkt. Für den Ufhuser Marcel Guerrini war das EM-Rennen eine Enttäuschung. Mit über sechs Minuten Rückstand auf den Europameister Charlie Aldridge, der auch den Short-Track-Titel holte, beendete Guerrini das Rennen in der Schweizer Gemeinde Monteceneri am Fuss des Monte Tamaro auf dem 27. Rang.   

 
Auszug aus der Rangliste: Cross-Country, Männer (41 Klassierte): 1. Charlie Aldridge, Grossbritannien, 1:25:27; 2. Juri Zanotti, Italien, 1:25:39; 3. Fabio Püntener, Silenen, 1:25:57; 4. Mathias Flückiger, Leimiswil, 1:26:13; 5. Filippo Fontana, Italien, 1:26:18; 27. Marcel Guerrini, Ufhusen, 1:31:33. 

Von Stefan Leuenberger