• Glücksmoment im 24. und letzten WM-Rennen: Dominique Aegerter (links) feiert mit Sieger und Teamkollege Jeremy Alcoba sowie dem Italiener Matteo Ferrari (3. Rang) seinen ersten und einzigen Podestplatz der Saison 2026 (von links). · Bilder: zvg

  • Mit einem Burnout vor seinen Fans feiert Dominique Aegerter zum Abschluss seiner Zusammenarbeit mit Kawasaki den 2. Rang in Jerez.

21.10.2026
Sport

Podestplatz und Erlösung zum Abschluss

Was für ein versöhnliches Ende des schwierigen einjährigen Engagements von Dominique Aegerter bei Kawasaki: Im 24. und letzten Rennen der Supersport-WM 2026 fährt der Rohrbacher völlig überraschend auf den 2. Rang. Trotz dieses Grosserfolgs ist Aegerters Zukunft noch unklar.

Motorsport · «Ich freue mich riesig, dass mein letztes Rennen für Kawasaki mit einem solchen Erfolg endete», sagt Dominique Aegerter. «Wieso es zuletzt so gut geklappt hat, kann ich mir nicht erklären.» Während der gesamten Saison hatte der Oberaargauer Mühe, im neuen Kawasaki-Team mit seiner Maschine zurechtzukommen. Die erhofften Spitzenresultate blieben aus. In allen Bereichen fehlte das gewisse Etwas, damit der Rohrbacher und seine Maschine zu einer Einheit werden konnten. «Zur Saisonhälfte habe ich mich hinterfragt. Ich dachte ernsthaft, meine Karriere zu beenden», so die Nummer 77. Für Aegerter kam dann erschwerend hinzu, dass sein spanischer Teamkollege  Jeremy Alcoba grosse Erfolge feierte. Er zeigte gleich mehrfach auf, dass mit der Kawasaki Podestfahrten möglich sind (sieben Podestplätze, darunter vier Siege). 

Der Befreiungsschlag
Bis zum letzten Rennwochenende in Jerez hinkte Aegerter diesem teaminternen Vergleich stets hinterher. Der Befreiungsschlag erfolgte ausgerechnet in den beiden letzten Rennen der WM 2026. Im 23. und 24. Rennen in Spanien erzielte der Rohrbacher seine beiden besten Saisonresultate. «Das gesamte Rennwochenende begann ausgezeichnet. Schon im Qualifying habe ich bemerkt, dass viel möglich ist», so Aegerter. Im Samstagsrennen fuhr er vom vierten Startplatz auf den 5. Rang. «Mit meinem bis dahin besten Saisonresultat war ich mehr als zufrieden.» Die Krönung folgte am Sonntag. Von Startplatz sieben aus kämpfte sich Aegerter kontinuierlich nach vorne. In der elften Runde führte er das Rennen sogar an. Dann überholte ihn sein Teamkollege Jeremy Alcoba. In der zwölften Runde, fünf Runden vor Schluss, wurde das Rennen abgebrochen, nachdem der Spanier Jorge Navarro schwer gestürzt war. Aegerter lag zu diesem Zeitpunkt immer noch auf dem 2. Rang und  beendete seine einjährige Zusammenarbeit mit Kawasaki mit dem besten Resultat und dem ersten Podestplatz seit seiner erfolgreichen ersten Zeit in der Supersport-WM. 2021 und 2022 wurde Aegerter Supersport-Weltmeister und gewann 27 von 44 Rennen – 35-mal stand er auf dem Podium. Nun endlich erfolgte die Rückkehr auf dem Stockerl. Und dies ausgerechnet im letzten Rennen der Zusammenarbeit mit Kawasaki. Weder Dominique Aegerter noch sein Teamkollege Jeremy Alcoba erhielten bei Kawasaki einen Vertrag für die WM 2027. «Es tut unglaublich gut nach dieser schwierigen Saison.»

Noch nicht zu alt
Nach dem Rennen gab der Berner gleich noch einen kleinen Ausblick auf die Zukunft. «Ich habe noch keinen Platz für das nächste Jahr. Es ist aber das Ziel, bereits in dieser Woche bei einem anderen Supersport-Team zu unterschreiben. Ich bin mit 36 Jahren mit Sicherheit nicht mehr der jüngste Pilot. Aber ich konnte doch zum Saisonende zeigen, dass ich immer noch schnell fahren kann, wenn das Gesamtpaket einigermassen passt. Dies gibt mir extrem viel Motivation für die Wintervorbereitung», so Aegerter.

Resultate: Rennen vom Samstag (28 Klassierte): 1. Albert Arenas, Spanien, 29:08,998; 2. Jeremy Alcoba, Spanien, +0,533; 3. Can Öncü, Türkei, +2,261; 5. Dominique Aegerter, Schweiz/Rohrbach, +5,355. – Rennen vom Sonntag (26): 1. Jeremy Alcoba, Spanien, 21:52,861; 2. Dominique Aegerter, Schweiz/Rohrbach, +0,482; 3. Matteo Ferrari, Italien, +0,720. – WM-Endstand (24/24): 1. Albert Arenas, Spanien, 389 Punkte; 2. Valentin Debise, Frankreich, 308; 3. Jeremy Alcoba, Spanien, 274; 15. Dominique Aegerter, Schweiz/Rohrbach, 88.  

Von Stefan Leuenberger