• Der Vorstand des neu gegründeten Orientierungslaufvereins (von links): Daniela Grossenbacher, Bettina Aebi, Christine Kurzen, Claudine Weber, Lino Ledermann, Ueli Ryser, Severin Howald und Res Gygax. · Bilder: Marc Streit

  • Ein neuer Weg für die Oberaargauer Orientierungsläuferinnen und -läufer.

28.11.2025
Sport

Schulterschluss im Oberaargau

Als sich am letzten Samstag Orientierungsläuferinnen und Orientierungsläufer aus dem ganzen Oberaargau in der Alten Mühle in Langenthal trafen, wehte der Hauch der Geschichte durch den Saal. Die Mitglieder der drei traditionsreichen OL-Vereine aus Herzogenbuchsee, Langenthal und Huttwil genehmigten mit grossem Mehr die Sta­tuten und wählten unter Applaus den Vorstand eines neuen Orientierungslauf-Vereins. Damit war die Fusion umgesetzt und die Schaffung des «OL Oberaargau» perfekt.

OL Oberaargau · Diese Vereinsgründung darf mit Fug und Recht als geschichtsträchtig bezeichnet werden. Denn die drei ehemaligen OL-Klubs vereinigen mit diesem Schritt nicht nur 175 Jahre Vereinstradition, sondern auch das Können von hunderten erfolgreich organisierten Wettkämpfen. Dabei reicht das Palmarès von Weltmeisterschaften, über Jugend-Europameisterschaften, bis zu Schweizer Meisterschaften, nationalen und regionalen Läufen, aber auch bis zu Schüler-Orientierungsläufen und Schülermeisterschaften. Im Elitesport standen dazu mehrere Generationen von Athletinnen und Athleten an Welt- und Europameisterschaften am Start und kehrten auch mit Medaillen in den Oberaargau zurück. Damit ist auch gesagt, dass alle drei ehemaligen Vereine in der Schweizer OL-Szene, und darüber hinaus, einen ausgezeichneten Ruf geniessen. Es überrascht daher nicht, dass es das erklärte Ziel des neuen Vereins «Orientierungslauf Oberaargau» ist, diese Traditionen fortzuführen. Der neu gewählte Präsident Severin Howald umschreibt seine Motivation für das neue Amt und seine Vision für den neuen Verein mit diesen Worten: «Qualitativ hochstehende, grosse OL-Events sind mir eine Herzensangelegenheit. Und mit einem dynamischen Club im Oberaargau sind die Voraussetzungen dazu gegeben. Auch im Nachwuchsbereich wollen wir Akzente setzen, und den OL-Sport im Oberaargau breit abstützen.»

Erster Oberaargauer Verein
Der 36-jährige Geomatiker Severin Howald (ehemals OLG Herzogenbuchsee) weiss, wovon er spricht, schliesslich kennt er den OL doch als ehemaliger Nationalkaderläufer, als ehemaliger Nationalkadertrainer und als Organisator von Wettkämpfen im In- und Ausland in all seinen Facetten. Geschichtsträchtig ist diese Fusion auch aus einem anderen Grund. «Orientierungslauf Oberaargau» ist der erste Verein, der den ganzen Oberaargau als sein Einzugsgebiet definiert, und darf somit auch als der erste reine Oberaargauer Verein bezeichnet werden. Das Einzugs-, Trainings-, und Wettkampfgebiet von OL Oberaargau erstreckt sich von den Jurahöhen oberhalb Farnern bis zum Napf und von Wynau und Gondiswil im Osten bis nach Wynigen im Westen. Die Fusion der drei Vereine wurde in einem fast zwei Jahre dauernden Prozess sorgfältig aufgegleist und in mehreren Etappen zum erfolgreichen Abschluss geführt. Eine aus den drei Stammvereinen paritätisch zusammengesetzte Projektgruppe klärte in minutiöser Arbeit verschiedene Szenarien der Zusammenarbeit ab und überzeugte schliesslich mit der Form einer Fusion. Hintergrund des Fusionsgedankens war die Tatsache, dass alle drei Vereine in verschiedenen Bereichen – sei dies Nachwuchs, Trainingsbetrieb, Elitesport, oder Organisation ihre Stärken hatten, dass aber auch die stetig wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen, kleinere Sportvereine an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. Mit dem neuen Verein von mittlerer Grösse, können jetzt Synergien besser genutzt werden, und es zeichnet sich auch ab, dass die Fusion neuen Schwung in der OL-Bewegung Oberaargau auslöst.

Etliche Wettkämpfe geplant
Bereits jetzt sind die Vorbereitungen für die kommende OL-Saison angelaufen, und die Planung sieht drei regionale Läufe mit der Jugendcup-Staffel, einen Nacht-OL und den drei impOLs-OLs vor. Dazu kommen Vereinsanlässe, aber auch die Teilnahme an Meisterschaften und an der internationalen Swiss-O-Week. Dieses reichhaltige Programm und auch der Schwung sind der Tatsache geschuldet, dass die neuen Ämter mit Vertreterinnen und Vertretern aller drei Vereine und verschiedener Altersgruppen besetzt werden konnten. Nicht zu vergessen ist auch der Umstand, dass die drei ehemaligen Vereine seit ihren Gründungszeiten immer wieder Projekte und Anlässe gemeinsam durchgeführt haben, und sich somit gut kennen und aufeinander abgestimmt sind. Mit dieser Fusion ist jetzt Folgendes klar: Die Orientierungsläuferinnen und -läufer im Oberaargau haben die Karten nicht nur neu gemischt, sondern auch neu gerichtet und steuern zielstrebig die Zukunft an.

OL Oberaargau – Die Eckdaten
Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Severin Howald (Präsidium, vormals OLG Herzogenbuchsee), Christine Kurzen (Administration, vormals OLG Huttwil), Bettina Aebi (Ethik, vormals OLG Herzogenbuchsee), Ueli Ryser (Finanzen, vormals OLV Langenthal), Lino Ledermann (Mitglieder, vormals OLV Langenthal), Claudine Weber (Training, vormals OLV Langenthal), Daniela Grossenbacher (Nachwuchs, vormals OLG Huttwil), Res Gygax (Wettkämpfe, vormals OLG Herzogenbuchsee). Der Vereinssitz ist Langenthal, und der Verein umfasst rund 200 Mitglieder. OL Oberaargau ist Mitglied bei Swiss Orienteering, beim Bernischen OL-Verband und bei impOLs. Der Trainingsbetrieb findet am Dienstag und Donnerstag in Langenthal, Huttwil und Herzogenbuchsee statt. Kartentrainings gibt es über den ganzen Winter in den Wäldern
des Oberaargaus. Die Webseite des neuen Vereins wird demnächst in Betrieb gesetzt (www.oloberaargau.ch). Die Webseiten der drei ehemaligen
Vereine sind bis auf Weiteres in Betrieb: www.olgherzogenbuchsee.ch, www.olghuttwil.ch und www.olv-langenthal.ch

Von Marc Streit