Martin Sommer (Häusernmoos/links) und Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) holten sich in Uetendorf Kränze. · Bild: Barbara Loosli
Sommer kranzt, «Disu» taucht, Schenk verletzt
Am zweiten Kranzschwingfest auf Berner Boden kam es zu einigen Überraschungen. Während der 24-jährige Martin Sommer (Häusernmoos) in überzeugender Manier seinen siebten Kranz in Empfang nehmen konnte, erlebte Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) gleich zwei deftige Tauchgänge und musste am Schluss sogar um das heiss begehrte Eichenlaub zittern.
Mittelländisches Schwingfest in Uetendorf · Der Schwingplatz direkt unter dem Stockhorn mit den wunderschönen Berner Alpen im Hintergrund bot am Samstag viel Schwingspektakel. Am zweiten Kranzschwingfest auf Berner Boden, dem «Mittelländischen» in Uetendorf, traten 172 Athleten an. Während Fabian Staudenmann (Guggisberg) schon früh für den Schlussgang feststand, konnte die Einteilung als weiteren Schlussgangkandidaten zwischen den beiden Überraschungsmännern des Tages, David Scheuner (Oberlangenegg) und Reto Walther (Habstetten) aussuchen. Sie entschied sich schliesslich für Erstgenannten. Im Schlussgang blieb jedoch die Überraschung aus und der Mittelländer «Eidgenosse» Fabian Staudenmann siegte nach zwei Minuten souverän und liess sich in der ausverkauften Arena bejubeln.
Siebter Kranz für Martin Sommer
Der Emmentaler Kranzschwinger Martin Sommer (Häusernmoos) wusste in Uetendorf zu überzeugen (Rang 4d). Nachdem er im Anschwingen François Barras (Oey) und Adrian Scheuner (Oberlangenegg) mit der Höchstnote von 10,00 Punkten aufs Kreuz legte, spürte der Sumiswalder Athlet kurz vor dem Mittagessen erstmals selbst Sägemehl am Rücken, als er vom Lukas Renfer (Liebefeld) bezwungen wurde. Das packende Duell mit dem stark auftretenden Curdin Orlik (Thun) endete nach sechs Minuten mit einem Unentschieden und somit blieb der gelernte Dachdecker und Landwirt gegen den Bösen mit den drei Sternchen hinter dem Namen während der gesamten Gangdauer standhaft. Mit Patrick Ryser (Wengi bei Büren) und Mael Sommer (Büren zum Hof) fand Martin Sommer zwei weitere Siegesrezepte. In der Endabrechnung rangierte er mit 57,00 Punkten inmitten der heiss begehrten Kranzränge. Für den 24-jährigen Emmentaler ist es der siebte Kranz insgesamt und der erste in dieser Saison. «Meine Leistung war solide. Mit dem dritten Gang, den ich gegen Renfer auf Anhieb verliere, bin ich gar nicht zufrieden. Der Kranzgewinn freut mich, da er wichtig ist, wenn ich mit für das ESAF aufdrängen will», meinte Sommer.
«Disu» mit zwei Niederlagen
Für seinen Klubkollegen Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) hingegen lief das «Mittelländische» nicht nach seinem Gusto. Am Schluss musste der Sumiswalder Vorzeigeathlet gar noch um den Kranz zittern. Als letzter Schwinger bekam «Disu» das Eichenlaub auf Rang 7d schliesslich dann noch ausgehändigt. Der 33-jährige «Eidgenosse» stellte im Anschwingen, nach einem spektakulären und beidseitig angriffsfreudigen Gang, mit Patrick Gobeli (Oey). Gegen Melchior Huber (Hasliberg Reuti) hatte Matthias Aeschbacher dann einen kurzen, aber erfolgreichen Auftritt. Danach wendete sich das Blatt für den Emmentaler Publikumsliebling schlagartig und Matthias Aeschbacher musste den Schwingplatz zweimal als Verlierer verlassen. Seinen ersten Tauchgang musste er gegen den «Eidgenossen» Adrian Walther (Habstetten) einstecken. Zur Mittagszeit war Matthias Aeschbacher ungewohnterweise weit hinten klassiert. Entsprechend offensiv ging er mit David Scheuner (Oberlangenegg) ins Duell. Immer wieder griff der Innere-Haken-Spezialist an, brachte Scheuner zum Fallen – dieser konnte sich aber retten. Und dann konterte der Überraschungsmann des Tages einem weiteren Angriff des Emmentalers und holte sich selbst den Sieg. Somit sorgte der 19-Jährige für eine faustdicke Überraschung. Es ist längere Zeit her, seit «Disu» zwei Gänge nacheinander selbst im Sägemehl landete. «Disu» war klar, dass er in den letzten beiden Gängen die Höchstnote benötige, um die Heimreise ins Emmental noch kranzgeschmückt antreten zu können. Diesen Teil konnte der 33-Jährige in den Duellen mit Hanspeter Luginbühl (Aeschiried) und Dominic Annen (Gstaad) aber mit Bravour erfüllen.
Schenk gibt verletzt auf
Als erfolgreichste Langenthaler Athleten entpuppten sich Simon Röthlisberger (Melchnau/Rang 10g) und sein Klubkollege Florian Röthlisberger (Lotzwil/Rang 10m). Während der erstgenannte Oberaargauer in Uetendorf auf drei Siege und ein Remis kam, verbuchte Zweitgenannter im Mittelland drei Siege. Jonas Hodel (Huttwil) realisierte drei Siege (Rang 11h). Der angetretene Sumiswalder «Eidgenosse» Patrick Schenk (Weier) verletzte sich im ersten Gang unglücklich an der Schulter. Der erfahrene Athlet setzte den Wettkampf dennoch fort und musste aber vor dem letzten Gang dann endgültig aufgeben. «Diese Woche stehen diesbezüglich weitere Abklärungen an. Ob eine Teilnahme am Stoos-Schwinget allenfalls in Gefahr steht, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen», sagte Patrick Schenk auf «UE»-Anfrage. Für die Berner geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Am kommenden Samstag stehen die allermeisten Schwinger am Oberaargauischen Schwingfest in Inkwil in den Zwilchhosen. Zwei Tage später beginnt mit dem Stoos-Schwinget dann die Saison der beliebten Bergkranzfeste.
Auszug aus der Rangliste: 1. Fabian Staudenmann, Guggisberg, 59,50; 2a. Adrian Walther, Habstetten, 58,00; 2b. Michael Moser, Biglen, 58,00; 3a. Jan Wittwer, Faulensee, 57,25; 4d. Martin Sommer, Häusernmoos/SK Sumiswald, 57,00; 7d. Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen/SK Sumiswald, 56,25; 10g. Simon Röthlisberger, Melchnau/SK Langenthal, 55,50; 10m. Florian Röthlisberger, Lotzwil/SK Langenthal, 55,50; 11h. Jonas Hodel, Huttwil/SK Huttwil, 55,25; 12a. Konrad Steffen, Wynigen/SK Sumiswald, 55,00; 13e. Valentin Steffen, Grünen/SK Sumiswald, 54,75; 14d. Tim Wüthrich, Grossdietwil/SK Langenthal, 54,50; 15k. Sven Burkhalter, Sumiswald/SK Sumiswald, 54,25