07.01.2025
Sport

Spycher beendet die Ungewissheit bei ULA

Die Weiterexistenz des Unihockeyclubs Langenthal-Aarwangen (ULA) war akut gefährdet, weil Vorstandsmitglieder, aber vor allem auch ein Präsident fehlten. Der Bleienbacher Markus Spycher hat die Ungewissheit, die den Verein seit längerem begleitet, beendet. Denn der 50-jährige Käsermeister hat vor zwei Monaten das Präsidium des Vereins übernommen.

Unihockey · Das Problem begleitet viele Vereine und Organisationen: Je länger, desto mehr fehlen ehrenamtlich tätige Personen. Dadurch wird es schwierig, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten und die gewohnten Angebote und Dienstleistungen anzubieten. Davon betroffen war auch der Unihockeyclub Langenthal Aarwangen, der seit geraumer Zeit ohne Präsident auskommen musste. Weil gleichzeitig noch weitere Vorstandsmitglieder fehlten, war zuletzt sogar die Weiterexistenz des Vereins in Frage gestellt. An einer denkwürdigen Versammlung diesen Herbst stand dieses Szenario zur Diskussion. Doch so weit kam es letztendlich nicht, weil sich mit Markus Spycher eine Person als neuer Präsident des Vereins zur Verfügung stellte. Dazu konnten auch noch neue Vorstandsmitglieder rekrutiert werden. Der 50-jährige Käsermeister aus Bleienbach beendete mit der Übernahme des Präsidiums bei ULA eine lähmende Ungewissheit, die zuletzt schwer auf dem Verein und den verbliebenen Vorstandsmitgliedern lastete. «Es darf doch nicht sein, dass ein Verein mit einer derart grossen Nachwuchsabteilung und der mit seiner ersten Mannschaft zu den 24 besten Teams der Schweiz zählt, sang- und klanglos untergeht», begründet Markus Spycher sein Engagement. Obwohl der vierfache Familienvater damit wie die «Jungfrau zum Kinde» kam, erfolgte der Schritt wohlüberlegt und verfügt Spycher über einen gewissen «Unihockey-Background». So haben alle seine vier Kinder Unihockey gespielt und auch er selber spielt in einer Plauschgruppe Unihockey.

Kindern Unihockeysport erhalten
«Mein vordergründiges Ziel war jedoch, den vielen Kindern in der Region diesen tollen Sport zu erhalten», erwähnt er. Natürlich habe dieses Amt auch einen gewissen Reiz auf ihn ausgeübt, gibt er unumwunden zu, dass es sich dabei um eine interessante Herausforderung handelt und ihn diese «Challenge» gereizt habe. Dass genau hier die Schwierigkeit liege und viele angefragte Personen deshalb abgesagt hätten, ist sich der neue Präsident bewusst. «Ein solches Amt ist mit viel Verantwortung und Engagement verbunden. Genau davor fürchten sich heute viele, weil sie ihre private Zeit nicht dafür zur Verfügung stellen wollen und sich auch nicht exponieren möchten.» Spycher selbst spricht davon, dass ein solches Amt auch eine Chance für eine persönliche Entwicklung bietet. «Ich kann hier Neues lernen, in einem Bereich, den ich bislang nur von aussen kannte. Zudem lernt man neue und interessante Personen kennen, von denen man profitieren und sein eigenes Netzwerk erweitern kann.» Spycher nennt dies Persönlichkeitsentwicklung, die mit einem solchen Amt verbunden ist.

Neues Fundament schaffen
Noch befinde er sich in der «Kennenlern-Phase» betont Markus Spycher, wenn man ihn auf sein neues Amt anspricht. «Aber, ich habe einen Verein angetroffen, der lebt», hat er erfreut zur Kenntnis genommen. Selbstverständlich gebe es in den kommenden Monaten einiges zu tun. Aber Spycher hat nicht die Absicht, nun einfach alles auf den Kopf zu stellen. Vielmehr sagt er vorsichtig, dass es in erster Linie darum gehe, ULA strukturell und organisatorisch zu stabilisieren und damit ein Fundament zu schaffen, das eine positive Entwicklung auf allen Ebenen ermögliche. «Zu vieles lastete zuletzt auf einzelnen Personen. Das müssen wir korrigieren und die Arbeit auf verschiedene Schultern verteilen.» Die einzelnen Amtsträger müssten sich wieder vermehrt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Zuletzt habe man praktisch nur noch funktioniert und das Tagesgeschäft so gut wie möglich erledigt. Dieser Zustand führt laut Markus Spycher unweigerlich dazu, dass man in gewissen Bereichen rasch in Rückstand gerät und bei gewissen Entwicklungen auch den Anschluss verlieren könnte. Das übergeordnete Ziel für die Zukunft sei eigentlich simpel, sagt der neue ULA-Präsident: «Wir wollen den vielen jungen Spielern auch in Zukunft auf jedem Leistungsniveau eine sportliche Perspektive bieten.»

Keine Abstiegssorgen haben
Mit dem Aushängeschild, dem NLB-Team, wolle man mittelfristig ebenfalls einen Schritt vorwärts machen. «Es muss unser Bestreben sein, dass wir uns in naher Zukunft in dieser Liga fest etablieren können und uns nicht jedes Jahr mit Abstiegssorgen herumschlagen müssen», formuliert er die Zielsetzung. Dazu müsse der Klub über eine gewisse Attraktivität verfügen, damit ULA auch für auswärtige Spieler eine gute und lohnende Adresse sei.

Von Walter Ryser