• Brandis-Trainer Thomas Fasel reitet mit seiner Mannschaft auf der Erfolgswelle. Der EHC Brandis ist 2. Liga-Tabellenführer. · Bild: zvg

06.12.2024
Sport

Tabellenführung dank harter Arbeit

Der EHC Brandis liegt nach neun Spielen an der Spitze der Gruppe 2 der Zentralschweizer 2. Liga. Harte Arbeit und ein vorbildlicher Zusammenhalt zeichnen ebenso für den Erfolg verantwortlich wie der in der zweiten Saison an der Bande stehende Trainer Thomas Fasel.

Eishockey · «Hard work beats talent when talent doesn’t work hard» (auf Deutsch: Harte Arbeit schlägt Talent, wenn Talent nicht hart arbeitet) steht auf dem WhatsApp-Profilbild von Thomas Fasel. Der Spruch umschreibt hervorragend, was beim 2. Liga-Eishockeyteam von Brandis momentan abgeht. «Der Hauptgrund für die Erfolge in dieser Saison liegt bei der harten Arbeit, welche meine Jungs Woche für Woche tätigen», sagt Thomas Fasel, der seit April 2023 für das 2. Liga-Team des EHC Brandis verantwortlich zeichnet. 

Wille versetzt bekanntlich Berge
«Brandis ist ganz sicher nicht das spielerisch beste Team der Gruppe. Es gibt talentiertere Equipen. Mein Team besticht aber mit einem unglaublichen Zusammenhalt. Die Einstellung und der Wille der Spieler beeindrucken mich immer wieder», lobt der Trainer. Die Brandis-Spieler sind sich nicht zu schade, auch die sogenannte «Drecksarbeit» zu erledigen. Blaue Flecken sind für sie kein Problem. Das Verhalten in der Defensivzone ist vorbildlich. Brandis verfügt ausserdem über das beste Unterzahlspiel aller Teams der Gruppe. In der zweiten Saison fruchtet die Arbeit von Thomas Fasel. «Die Kennenlernphase hat viel gebracht. Mittlerweile weiss ich bei jedem Spieler, welche Aufgaben zu ihm passen», so der Familienvater. «Die taktischen Sachen werden auf dem Eis immer wie besser umgesetzt.» In den wöchentlich zwei Trainings pushen sich die Spieler gegenseitig zu Höchstleistungen.

Die Antwort für das Playoff-Out
Schon in der letzten Saison hat das Team aus Hasle-Rüegsau unter dem 43-jährigen Fribourger aus Alterswil einen Schritt vorwärts gemacht. Nach dem 7. Rang in der Qualifikation erfolgte zwar das Out im Playoff-Viertelfinal gegen den Favoriten Zunzgen-Sissach. Die Serie war aber hart umkämpft. Zwei der drei Partien verlor Brandis erst in der Verlängerung. Und zwar zweimal mit 2:3. Nun erfolgte die Antwort der Emmentaler auf das vorzeitige Playoff-Out in der vergangenen Saison. Mitte November empfing Brandis das Team aus Zunzgen-Sissach zum ersten der zwei Duelle in der Qualifikation der laufenden Saison 2024/25 – und siegte mit 3:2 nach Verlängerung. Brandis hat von bislang neun Meisterschaftsspielen acht gewonnen. Im Oktober resultierte gegen Bucheggberg die bisher einzige Niederlage (1:3). Gegen dieses Team fand am vergangenen Sonntag bereits das Rückrunden-Spiel der Quali statt. Brandis setzte sich 4:2 durch und rückte damit an die Tabellenspitze vor. 

Lunte gerochen
«Die Freude darüber ist darum gross, weil wir so gute Chancen auf einen direkten Playoff-Halbfinalplatz haben», so Fasel. 14 Partien umfasst die Qualifikation. In einer Masterround bestreiten die Mannschaften auf den ersten vier Plätzen anschliessend noch je ein Spiel gegen die anderen Teams der Ränge 1 bis 4. Dann wird abgerechnet. Die beiden bestplatzierten Teams nach 17 Runden sind direkt für den Playoff-Halbfinal qualifiziert. Die Mannschaften auf den Rängen 3 bis 6 ermitteln in Playoff-Viertelfinalserien die zwei restlichen Halbfinalisten. Und genau diese Viertelfinals möchte Thomas Fasel mit seinem Team überspringen. Anfang Saison lautete das Saisonziel von Brandis «Top-4-Klassierung». Das Team ist auf bestem Weg, es zu erreichen. «Wir haben jetzt Lunte gerochen. Es ist viel möglich», bestätigt der Teamchef. 

Ein Meistertitel fehlt Fasel noch
Auch ein Playoff-Final scheint für Brandis nicht unmöglich. Und wer diesen gewinnt, kriegt weitere schöne Aufgaben. Der Gruppensieger spielt gegen den Sieger der zweiten Zentralschweizer Gruppe (wird aktuell angeführt vom EHC Oberlangenegg) eine Serie um den Zentralschweizer 2. Liga-Meister. Der Gewinner spielt dann als Höhepunkt noch um den 2. Liga-Schweizer-Meister-Titel, der zwischen dem Meister der Westschweiz, dem Meister der Ostschweiz und dem Meister der Zentralschweiz in einer Einfachrunde mit anschliessendem Finalspiel ermittelt wird. «Ich habe als Spieler einmal mit den Düdingen Bulls in der 1. Liga einen Westschweizer Gruppensieg feiern können. Einen Meistertitel habe ich bisher noch nie gewonnen. Es ist mein klar erklärtes Ziel, dies noch zu schaffen», meint Fasel hungrig. «Und Playoffs haben bekanntlich eigene Gesetze.» Eines steht bereits fest: Auch wenn der EHC Brandis einen Exploit landen würde, wäre ein Aufstieg in die 1. Liga kein Thema. Sportlich und vor allem finanziell könnte dies der Verein nicht stemmen. Beim EHC Brandis herrscht momentan vielfach Grund zur Freude. Aktuell liegen das Fanionteam der Männer in der 2. Liga sowie die Brandis Ladies in der zweithöchsten Frauenliga an der Tabellenspitze. Und noch mehr Parallelen: Beide Brandis-Teams liegen mit je 22 Punkten aus je neun Spielen vorne. «Das ist eine schöne Momentaufnahme. Wir pflegen den Kontakt untereinander und freuen uns gegenseitig, wenn es so rund läuft wie aktuell», schliesst Thomas Fasel.   

Tabelle
2. Liga, Gruppe 3
1. EHC Brandis 9 27:12 22
2. EHC Zunzgen-Sissach 9 37:22 20
3. EHC Bucheggberg 9 38:22 18
4. EHC Zuchwil Regio 9 34:29 15
5. EHC Meinisberg 9 31:23 14
6. EHC Koppigen 8 27:28 10
7. SC Altstadt Olten 9 18:40 6
8. EHC Rheinfelden 8 14:50 0

Von Stefan Leuenberger