OL ist ein Familiensport. Ob alle zusammen in einer Offen-Kategorie oder jedes für sich in der Alterskategorie – beim Sonntagsausflug an einen OL kommen alle zu Bewegung.
Trotz misslichem Wetter ein Erfolg
Nach dem frühlingshaften Auftakt der regionalen OL-Saison eine Woche zuvor folgten vergangenes Wochenende winterlich angehauchte Wettkämpfe im Schmidwald bei Gondiswil. Die organisierende OLG Huttwil durfte am Oberaargauer Nacht-OL rund 120 und am Huttwiler OL um die 380 Startende begrüssen. Einzelne regionale Podestplätze konnten erzielt werden.
Orientierungslauf · Wer wettertechnisch den inneren Schweinehund überwinden konnte, wurde mit einem tollen OL-Erlebnis im märchenhaften Schmidwald belohnt. Ein erster – auch anstrengender – Genuss war das Laufen über den weichen, moosigen Waldboden, ein zweiter die spannenden Bahnen, die gepaart mit dem feingliedrigen und dickichtreichen Gelände herausfordernd waren. Um erfolgreich zu sein, bedurfte es genauen Kartenlesens und einer konsequenten Richtungskontrolle mit dem Kompass.
Aebi gewinnt gleich zweimal
Besonders gut gelungen ist dies Fritz Aebi aus Oberönz, Mitglied der OLG Herzogenbuchsee und Hauptinitiator und OK-Chef der im 2022 durchgeführten Studentenweltmeisterschaften, welche ebenfalls im Schmidwald und Horben stattgefunden hatten. Aebi reüssierte sowohl in der Nacht wie am Tag in der Kategorie H65 (65- bis 69-jährige Männer) und konnte zwei Siege nach Hause tragen. Der Kleindietwiler Daniel Sollberger konnte bei Dunkelheit einen zweiten Rang bei den Herren 50 feiern. Weitere regionale Podestplätze durften Jael Hirschi (OLG Huttwil, 3. Rang D18), Martin Wyss (OLV Langenthal, 2. Rang Herren B) und die beiden Schüler Fabian Burkhalter und Noe Saladin (beide OLV Langenthal, 1. und 3. Rang Offen kurz) bejubeln.
Der Schmidwald hat es in sich
An beiden Wettkämpfen war die schwierige, lange Damenkategorie (DAL) mit Simone Niggli top besetzt. Beide Läufe konnte Niggli für sich entscheiden, am Samstag sogar mit fulminanten zehn Minuten Vorsprung. Am Sonntag lief die Altmeisterin ihren teils 20 Jahre jüngeren Konkurrentinnen ebenfalls um die Ohren, bis sie gegen Ende des Parcours mit dem Finden von zwei Posten etwas Mühe bekundete, was ihren knapp vierminütigen Vorsprung um die Hälfte schmelzen liess. «Ah, den hatte ich doch schon gestern», meinte die mehrfache Weltmeisterin leicht verärgert, blieb stehen, glich nochmals Gelände und Karte miteinander ab und lief dann in Richtung Posten davon. Besonders die vielen, kleineren und grösseren Dickichte verlangten genaues Kartenlesen, um dann auch an der richtigen Ecke den Posten zu finden. Das nass-kühle Wetter, welches die Lesebrillen anlaufen liess und der eher dunkle Wald machten das Kartenlesen schwieriger. Für viele Seniorinnen und Senioren war dies die Hauptschwierigkeit. Zum Glück hat das Geländeteam beim Postensetzen am Samstagnachmittag festgestellt, dass der Kartendruck qualitativ schlecht war und die Farbe bei diesen nassen Bedingungen nicht auf dem Papier haften blieb. So konnten in letzter Minute noch Plastikmäppli organisiert werden – sonst hätte es bestimmt für die Mehrzahl der Teilnehmenden den einen oder anderen Blindflug gegeben. Während die Grossen im Wald voll auf ihre Kosten kamen, bot das Gondiswiler Schul- und Turnhallengelände die Möglichkeit für mehrere spannende Kinder-OL-Bahnen, welche von den Kleinsten rege absolviert wurden.
Lob für die OLG Huttwil
Durchwegs positive Rückmeldungen konnten die Mitglieder der OLG Huttwil entgegennehmen. Die Teilnehmenden freuten sich über die spannenden Bahnen im wunderschönen Schmidwald und auch darüber, dass sie sich nach dem kühlen Ausflug in der Festwirtschaft mit warmer Suppe, Pasta und feinen Kuchen stärken konnten. So waren die Tische und Stühle in der Turnhalle Gondiswil lange gut besetzt. «Man merkt, dass es ein eingespieltes OK-Team ist, viele Absprachen laufen direkt – ich habe gar nicht viel zu tun», meinte der sichtlich zufriedene Laufleiter Thomas Hofer. Auch die drei jugendlichen Newcomer Lukas Neuenschwander (Verkehr), Tobias Röthlisberger (Auswertung) und Andreas Neuenschwander (Bahnleger Nacht-OL) machten einen entspannten Eindruck. Lukas Neuenschwander wurde am Freitag noch von seinem Vater Walter Neuenschwander gecoacht, am Sonntag war er alleine für sein Verkehrsteam verantwortlich. «Wir konnten die Autos gut auf den Parkplätzen verteilen, am Schluss mussten wir einige noch ‹ins Land› stellen», war sein Fazit. Tobias Röthlisberger konnte am Lauftag auf die Mithilfe von drei seiner Vorgänger zählen – ja richtig, der Jüngste war der Ressortchef. Andreas Neuenschwander war froh, dass er beim Nacht-OL einige Kategorien weniger hatte als Bahnlegerin Sarina Kyburz am Sonntag. Die beiden haben eng zusammengearbeitet und etliche Postenstandorte für beide Wettkämpfe verwendet. «Wir haben uns auch die anderen Arbeiten aufgeteilt. Sarina hat zum Beispiel die Karten bei der Druckerei bestellt und ich habe die Startzeitenraster erstellt», erzählte Andreas Neuenschwander. Ihm hat es Spass gemacht, für das Herzstück eines OLs – die Bahnen – verantwortlich zu sein. «Ich kann mir gut vorstellen, in zwei, drei Jahren wieder mal die Bahnlegung zu machen», meinte er abschliessend. Wochenende für Wochenende geht’s weiter mit OL-Wettmessen. Morgen Samstag bereits mit dem Biberister Nacht-OL und Tags darauf mit dem Hindelbanker OL. Letzterer wird von der OL-Regio Burgdorf organisiert und als Wald-Stadt-OL in der Rothöchi und dem Lindenfeld ausgetragen.
Oberaargauer Nacht-OL, Gondiswil (15.3.)
Auszug aus der Rangliste: HAL (11 Klassierte): 1. Ueli Werren, Riedstätt, 55:29; 9. Tim Hofer, OLV Langenthal, 1:16:58. – HAK (6): 1. Eveline Husner, Schlosswil, 49:17; 4. Andreas M. Zaugg, Wynigen, 1:43:43. – D50 (4): 1. Michael Eglin, Burgdorf, 59:52; 2. Daniel Sollberger, Kleindietwil, 1:04:31. – H55 (7): 1. Daniel Hadorn, Fahrni, 39:43; 6. Hans Zürcher, TV Gondiswil, 57:44. – H60 (9): 1. Urs Jordi, Innerberg, 42:08; 5. Peter Gehriger, Lotzwil, 1:03:29. – H70 (5): 1. Urs Schenkel, Mattstetten, 57:22; 4. Silvio Strub, Niederönz/OLG Huttwil, 1:17:44. – DAL (7): 1. Simone Niggli, Münsingen, 47:48; 6. Kathrin Flück, OLV Langenthal, 1:26:19. – OM (10): 1. Mats Gmür, Wangen b. Olten, 28:35; 6. Célia Wildi, Lara Teubner, Lotzwil/OLV Langenthal, 48:29; 9. Martin Wyss, OLV Langenthal, 56:09. – OK (5): 1. Elin, Fija Schüpbach, Wimmis, 17:19; Kaira, Michaela Müller, OLG Huttwil, 42:19; 4. Linna, Anna Müller, OLG Huttwil, 43:33.
69. Huttwiler OL, Gondiswil (16.3.)
Auszug aus der Rangliste: H16 (13 Klassierte): 1. Lino Meier, Goldiwil, 34:47; 12. Nick Leutenegger, OLV Langenthal, 57:46. – HAL (14): 1. Pascal Schmutz, 44:12; 4. Tim Hofer, OLV Langenthal, 49:42; 7. Thomas Röthlisberger, Wyssachen, 55:34. – HAK (12): 1. Jan Flückiger, Recherswil, 41:49; 6. Michael Dooley, OLV Langenthal, 1:02:57; 9. Andreas M. Zaugg, Wynigen, 1:04:32. – HB (5): 1. Erich Jans, Bremgarten, 43:37; 2. Martin Wyss, OLV Langenthal, 48:46. – H50 (15): 1. Kurt Schmid, Aarau, 42:05; 6. Daniel Sollberger, Kleindietwil, 58:32. – H60 (23): 1. Stephan Bernhard, Willadingen, 45:47; 19. Andreas Meier, Rohrbach, 1:04:36; 20. Ueli Ryser, OLV Langenthal, 1:09:19. – D18 (4): 1. Malin Niggli, Münsingen, 38:35; 3. Jael Hirschi, Auswil/OLG Huttwil, 57:05. – DAL (16): 1. Simone Niggli, Münsingen, 43:28; 15. Claudine Weber, OLV Langenthal, 1:07:25. – DAM (5): 1. Sabrina Streit, Langnau, 49:04; 4. Thabita Schneider, Rohrbachgraben/OLG Huttwil, 1:01:57. – DAK (7): 1. Mirjam Niederhauser, Hondrich, 42:28; 3. Sandra Zaugg-Kläy, Wynigen, 57:05; 6. Christine Burch, Kleindietwil, 1:09:09. – D55 (10): 1. Petra Wälti, Sutz, 40:29; 6. Therese Hohl, Lotzwil, 47:26. – OK (8): 1. Fabian Burkhalter, OLV Langenthal, 22:04; 3. Noe Saladin, OLV Langenthal, 26:11; 4. Damenriege Gondiswil, 28:51; 7. Sami, Taya, Lyna Gerber, Huttwil, 42:10. – OM (6): 1. Yvonne Eckert, 30:31; 2. Kurt Messerli, Lotzwil, 37:30; 5. Jan, Noa Schneider, TV Eriswil, 52:18. – OL (2): 1. Josef Stadelmann, Eriswil, 54:14; 2. Davis Käser, OLV Langenthal, 1:13:09. – Scool (17): 1. Max Lombriser, Sissach, 16:43; 14. Michaela Bättig, Gondiswil/OLG Huttwil, 31:06.
von Anna Müller-Strub