Victoria mit Delphin und ihren Eltern Grettel und Georg Caspar. Sie freuen sich darüber, dass der Rotary Club Emmental den langersehnten Wunsch nach einer Delphin-Therapie für Victoria ermöglicht hat. Bild: · zvg
Victorias Delphin-Traum geht in Erfüllung
Victoria Caspar aus Bärau hat eine extrem seltene Krankheit. Zusammen mit ihren Eltern wünscht sie sich eine Delphin-Therapie, die aber weit ausserhalb der finanziellen Möglichkeiten der Familie liegt. Kurz vor Weihnachten hilft der Rotary Club Emmental.
Emmental · Die Geschichte der zwölfjährigen Victoria Caspar ist tragisch und sehr berührend. Sie hat einen Defekt am Gehirn und ist dadurch stark behindert. Die Krankheit ist äusserst selten – es gibt weltweit nur etwa 50 bekannte und vergleichbare Fälle; in der Schweiz ist Victoria sogar die einzige. Ihre – Eltern Grettel und Georg sind seit der Geburt sehr gefordert und sie bezeichnen es als «ihre Lebensaufgabe», die Entwicklung ihrer Tochter lebenswert zu gestalten.
Dies ist aber nicht einfach, da Victoria sehr eingeschränkt sieht und hört. Auch ihre Bewegungsfähigkeiten sind beeinträchtigt; sie ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Viel Unterstützung erhält die Familie aus ihrem Umfeld, von der Invalidenversicherung und auch von der Blindenschule in Zollikofen, wo Victoria wöchentlich an fünf Tagen betreut wird.
Der unbändige Wille und die beeindruckend positive Haltung von Vater und Mutter übertragen sich auch auf Victoria, die dadurch auf ihre Art – Lebenswille, Freude und Zuneigung zeigt. Für Aussenstehende ist die schier unerträglich scheinende Situation schwer vorstellbar. Dies beschäftigt Caspars aber wenig. Soweit die finanziellen Möglichkeiten es erlauben, gibt es für sie kaum Grenzen. So beispielsweise auch ein kürzlicher Firmenausflug in den Europa-Park nach Rust mit der Kambly-Belegschaft, wo Georg seit 20 Jahren arbeitet.
Ein langersehnter Wunsch
Die gut fünfzig Mitglieder des Rotary Club Emmental haben anlässlich ihrer Generalversammlung beschlossen, der Familie Caspar einen langersehnten Wunsch mit einem Beitrag von 10 000 Franken zu erfüllen, nämlich eine Delphin-Therapie. Victoria ist eine Wasserratte und die Begegnungen mit Tieren lösen bei ihr befreiende Momente aus. Alle wünschen Victoria, dass mit der Therapie auch ihre Leiden gelindert werden. Vor neun Jahren bereits durfte sie positive Erfahrungen damit sammeln.
Dieser Bericht könnte sich wie eine Weihnachtsgeschichte mit Happy End anhören. Leider ist dem aber nicht so, denn Grettel und Georg sorgen sich um Victoria jeden Tag seit ihrer Geburt. Das unerwartete Weihnachtsgeschenk ist darum «nur» eine wunderbare Abwechslung.
Victorias Krankheiten: Leukoenzephalopathie und muskuläre Hypotonie
Bei der Zystischen Leukoenzephalopathie ohne Megalenzephalie scheint die Ionen- und Wasser-Homöostase des Gehirns gestört, was zu einer fehlerhaften Regulation des Hirnvolumens und zu Veränderungen in der weissen Substanz des Gehirns führt. Bei der Muskelhypotonie wird in der Medizin ein Mangel an Muskelstärke und Muskelspannung in der quergestreiften Muskulatur bezeichnet.
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