Beim Start des Huttwiler OLs erwartete die Mitmachenden ein steiler Aufstieg. · Bild: Marc Streit
Viel Schweiss und strahlende Gesichter
Mit dem 70. Huttwiler OL wurde Dürrenroth zum Zentrum der Schweizer Orientierungslauf-Szene. Rund 650 Läuferinnen und Läufer absolvierten im «Oberwald-Guggli» die niveaugerechten Strecken, die die einheimische Christine Kurzen (Dürrenroth) ausgetüftelt hatte. Tags zuvor kämpften 200 Jugendliche im Weiler Wyssbach um den Sieg in der Jugend-Cup-Staffel. Anna Müller-Strub und Lukas Müller (Huttwil) forderten die Schweizer OL-Jugend in einem spannenden Wettkampf im «Schmidwald». So wurde das OL-Wochenende ein OL-Fest mit grossem Erfolg.
70. Huttwiler OL und Schweizer Jugend-Cup · Am letzten Wochenende war der Verein «OL Oberaargau» gefordert, galt es doch, gleich zwei bedeutende Anlässe durchzuführen. Zum einen war dies der Schweizer Jugend-Cup, ein Vergleichswettkampf der Schweizer Jugend-OL-Kader, und zum anderen kam der bedeutende und traditionsreiche Huttwiler OL zu seiner 70. Austragung.
Bahnlegung ein Knackpunkt
So waren Thomas Hofer (Huttwil), der OK-Chef für beide Wettkämpfe, und seine Helferinnen und Helfer am Samstag bereit, als die Athletinnen und Athleten zu einem selbstgewählten Thema bunt gekleidet auf der Wiese bei Wyssbach zwischen Madiswil und Gondiswil ins Wettkampfzentrum einmarschierten. Der farbenfrohe Auftritt ist Teil der Jugend-Cup-Kultur. Während der Aufmarsch noch locker und lustig vonstatten ging, war spätestens auf der Startlinie die Anspannung und volle Konzentration der Läuferinnen und Läufer deutlich zu spüren. Anna Müller-Strub und Lukas Müller hatten im Schmidwald in vielen Stunden Arbeit die anspruchsvollen Bahnen gelegt und führten sowohl die Kader als auch die Gäste von Swiss Orienteering durch den Wettkampf. «Unser Ziel war es, die Bahnen so zu legen, dass sich die Athletinnen und Athleten nicht zu viele Informationen weitergeben konnten. Zudem war es eine Herausforderung, die verschiedenen Niveaus der Kategorien in ein System zu packen», beschrieb Lukas Müller die Zielsetzung des Bahnlegerteams. Das Konzept sagte den Läuferinnen und Läufern des Kaders Bern/Solothurn am besten zu. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern überquerten mit Céline Aeschlimann und Lars Niggli Mitglieder des Nachwuchskaders Bern-Solothurn als Erste die Ziellinie. Somit gewannen Lotta Lüthi, Lucie Hermann, Rahel Marxer und Céline Aeschlimann bei den Frauen, und Taavi Caboussat, Flurin Schwarz, Andrin Meier und Lars Niggli bei den Männern die Jugend-Cup-Staffel und lieferten für den Einzellauf vom Sonntag eine ideale Vorlage.
Zufriedene Dürrenrother Bahnlegerin
Ausgangspunkt und Wettkampfzentrum für den 70. Huttwiler OL war dann am Sonntag die Chipfhalle in Dürrenroth. Neben den 200 Jugendlichen reisten weitere 450 Läuferinnen und Läufer aus der ganzen Schweiz an, um eine der zahlreichen Strecken auf der OL-Karte «Oberwald-Guggli» zu absolvieren. Das Laufgelände hatte es in sich, waren doch in den steilen Hängen Hunderte von Höhenmetern zu absolvieren. Die vielen gezeichneten, aber strahlenden Gesichter im Ziel zeigten der Bahnlegerin Christine Kurzen (Dürrenroth), dass sie ganze Arbeit geleistet hatte. Assistiert wurde sie von Matthias Bigler (Dürrenroth). «Ich habe schon im Dezember angefangen, Bahnkonzepte zu entwickeln und diese auch getestet. Mit den Umlaufrouten und den vielen Steigungsmetern, die die Läuferinnen und Läufer absolvieren würden, war es schwierig, die Laufzeiten zu prognostizieren. Aber heute sehe ich, dass alles sehr gut aufgegangen ist», bilanzierte die zufriedene Bahnlegerin am Ende des Geschehens.
Starke sportliche Heimauftritte
Bei den Jugendlichen ging es auch am Sonntag im Rahmen des Huttwiler OL um den Sieg am Jugend-Cup. Die Punkte von der samstäglichen Staffel wurden mit den Punkten aus dem Einzellauf vom Sonntag addiert, damit das stärkste Nachwuchskader ermittelt werden konnte. Das Kader Bern/Solothurn nutzte die Vorlage von der Staffel und brachte den Sieg mit starken Einzelläufen über die Ziellinie. Auch wenn die Mitglieder des Vereins OL Oberaargau als Organisatoren gefordert waren, gab es doch OLO-Läuferinnen und -Läufer auf der Startlinie. Beeindruckend sind dabei die Leistung und die Form des früheren Weltklasseläufers Florian Howald. Trotz Betreuungsaufgaben bei den Jugendlichen belegte er hinter dem vielfachen Weltmeister Daniel Hubmann (Bremgarten) den zweiten Rang. «Mein Erfolgsrezept war es, wo möglich, die tiefen Gräben auf den Wegen zu umlaufen. Nur zu Posten 13 wählte ich die direkte Hangroute, was sich ebenfalls als schnell erwies», schilderte Howald seinen Wettkampf. Dazu konnten mit Fritz Aebi (Herren 65) und Lukas Neuenschwander (Herren kurz) sogar zwei Kategoriensiege gefeiert werden. Aus Sicht der Organisatoren gab es so nur strahlende Gesichter. Severin Howald (Präsident OL Oberaargau), Christine Kurzen (Bahnlegerin Sonntag) und Res Gygax (Wettkampfchef OL Oberaargau) strahlten um die Wette. Und sie durften sich auch geehrt fühlen: Sogar die Schweizer OL-Königin Simone Niggli-Luder nahm am Huttwiler OL teil (2. Rang Damen lang).
Auszug aus der Rangliste: H12 (39 Klassierte): 1. Mael Anderegg, Matten, 19:56; 18. Nebi Teame, Madiswil/OL Oberaargau, 38:36. – H18 (35): 1. Taavi Caboussat, Bern, 45:27; 14. Andreas Neuenschwander, Gondiswil/OL Oberaargau, 50:04. – Herren A Lang (22): 1. Daniel Hubmann, Bremgarten, 43:48; 2. Florian Howald, OL Oberaargau, 45:03; 6. Thomas Röthlisberger, Wyssachen, 53:34; 7. Tim Hofer, OL Oberaargau, 54:02; 19. Lino Ledermann, Langenthal/OL Oberaargau, 1:09:00. – Herren A kurz (12): 1. Lukas Neuenschwander, Gondiswil/OL Oberaargau, 40:08; 2. Urs Märk, Zollikofen, 42:36; 9. Michael Dooley, Langenthal/OL Oberaargau, 1:03:29; 10. Andreas M. Zaugg, Wynigen, 1:08:18. – Herren 60 (15): 1. Urs Jordi, Innerberg, 46:19; 13. Ueli Ryer, Langenthal/OL Oberaargau, 1:11:08. – Herren 65 (19): 1. Fritz Aebi, OL Oberaargau, 46:14; 2. Urs Zinniker, Aarburg, 50:18; 15. Kurt Weber, Langenthal/OL Oberaargau, 1:06:00. – Herren 70 (14): 1. Jakob Freuler, Port, 53:30; 5. Hans Kohler, Huttwil, 1:02:24. – Herren 75 (22): 1. Pekka Marti, Twann, 47:14; 20. Hans-Peter Städelin, Melchnau/OL Oberaargau, 1:30:15. – Damen 12 (14): 1. Luisa Mani, Wichtrach, 23:03; 6. Noelle Eckert, Madiswil/OL Oberaargau, 26:05; 13. Lara Sollberger, Kleindietwil/OL Oberaargau, 40:09. – Damen 40 (5): 1. Yvonne Holderegger, Olten, 42:51; 4. Anna Müller-Strub, Huttwil/OL Oberaargau, 1:07:26. – Damen 55 (12): 1. Tzvetanka Vassileva, Genua, 54:22; 10. Therese Hohl, Lotzwil, 1:11:38. – Damen 60 (8): 1. Yvonne Häuptli, Gränichen, 47:22; 2. Ursula A. Hofstetter, Langenthal, 53:26; 3. Annegret Arm, OL Oberaargau, 55:58; 5. Rosmarie Weber, Langenthal/OL Oberaargau, 1:07:31. – Damen 70 (7): 1. Eva Martin, Aarau, 32:50; 4. Elsbeth Hünig, Langenthal/OL Oberaargau, 42:39. – Offen kurz (9): 1. Yanis Mürner, Huttwil, 19:36; 2. Hannah Zehnder, Burgdorf, 26:20. – Jugend-Cup: 1. Nachwuchskader Bern/Solothurn, 105 Punkte; 2. NWK Zürich/Schaffhausen, 90; 3. NWK Zentralschweiz und Graubünden, 87; 4. NWK Aargau, 83; 5. Cadre Romand, 59; 6. NWK Nordostschweiz, 54; 7. Sele Ticino, 51; 8. NWK Nordwestschweiz, 47.
Von Marc Streit