• Geballte Brüder-Power sorgt für insgesamt sechs Kranzgewinne am «Emmentalischen» für den Schwingklub Sumiswald (von links): Gustav Steffen, David Aebersold, Remo Hiltbrunner, Fabian Aebersold, Remo Hiltbrunner, Adrian Aebersold und Valentin Steffen. · Bilder: Barbara Loosli

  • Fabio Hiltbrunner aus Schmidigen-Mühleweg, der bestklassierte regionale Schwinger am diesjährigen «Emmentalischen», bezwingt im dritten Gang Adrian Scheuner aus Oberdiessbach.

  • Der Walterswiler Adrian Aebersold (rechts) wehrt sich im dritten Gang gegen Adrian Walther (Habstetten) erfolgreich und ringt dem späteren Festsieger ein Unentschieden ab.

05.05.2026
Sport

Walterswiler Brüder-Trio mit Kranzjubel

Am Sonntag begann mit dem Emmentalischen Schwingfest in Oberdiessbach die Berner Kranzfestsaison. Der Schwingklub Sumiswald holte an seinem Gauverbandsfest sechs Kränze. Allerdings gingen die drei erfahrenen «Eidgenossen» des Klubs leer aus. Die Walterswiler Brüder David, Fabian und Adrian Aebersold holten allesamt den Kranz. Der Huttwiler Patrick Walther durfte sich zum vierten Mal einen Kranz aufsetzen lassen.

Emmentalisches Schwingfest in OberdiessbachAm letzten Sonntag begann am Emmentalischen Schwingfest in Oberdiessbach die Berner Kranzfestsaison. Stolze 193 Athleten trafen sich vor 6500 Schwingfans zum ersten bedeutenden Kräftemessen. In einem begeisternden Schlussgang stellten Adrian Walther (Habstetten) und Michael Moser (Biglen) das hochkarätige Duell. Das Unentschieden reichte Walther in der Endabrechnung zum alleinigen Festsieg. Der Mittelländer wiederholte damit den Sieg vom letztjährigen «Emmentalischen» in Langnau.

Rückkehrer Fabio Hiltbrunner scheint schon in Topform zu sein
Für einmal mischten nicht die erfahrenen Sumiswalder «Eidgenossen» in den Kranzrängen mit, sondern eher die jungen und wilden Athleten vom erfolgreichsten regionalen Schwingklub der letzten Jahre. Der seit dem Oberbühl-Schwinget wieder im Sägemehl stehende Fabio Hiltbrunner (Schmidigen-Mühleweg) sorgte am ersten Berner Gauverbandsfest für Schlagzeilen (Rang 3c). Damit ist der gelernte Landwirt nach seiner langen Verletzungspause definitiv wieder in Topform. Im Anschwingen unterlag das 20-jährige Kraftpaket vom Schwingklub Sumiswald zwar noch dem stark auftretenden Berner Oberländer Bernhard Kämpf (Sigriswil). Doch danach lancierte Fabio Hiltbrunner gegen Nathan Schmid (Grasswil) und Adrian Scheuner (Oberlangenegg) die entscheidenden Angriffe und legte die Gegner aufs Kreuz. Nach dem Mittagessen musste der Emmentaler die Punkte mit Silvan Trittibach (Diemtigen) teilen. Kurz vor Beendigung des Ganges kam Hiltbrunner beinahe zu einem Abschluss, doch die Zeit lief davon. Die beiden letzten Aufgaben gegen die Oberländer Florian Aellen (Adelboden) und Jan Berger (Unterlangenegg) meisterte Fabio Hiltbrunner mit Bravour und kam somit zum heiss begehrten Eichenlaub auf einem der vordersten Ränge.

Die drei Brüder aus Walterswil feiern Kranzgewinne
Allen Grund zum Jubeln hatten die drei Walterswiler Brüder Fabian, Adrian und David Aebersold. Das immer wieder für eine Überraschung sorgende Trio mischte am eigenen Gauverbandsfest an der Spitze mit. Alle drei jungen Schwinger konnten ihre Heimreise mit dem heiss begehrten Kranz antreten. Der 22-jährige Fabian Aebersold spürte einzig im Anschwingen Sägemehl am Rücken, als er von Levin Rüfenacht (Schwarzenegg) bezwungen wurde (Rang 4b). Seine vier Siegesrezepte fand der Emmentaler Verteidigungskünstler gegen Michael Zingg (Eriswil), Michael Leuenberger (Uebeschi), Simon Seematter (Saxeten) und Tim Wüthrich (Grossdietwil). Nach dem Mittagessen stellte der gelernte Landwirt das Duell mit Adrian Schärz (Aeschi bei Spiez), erhielt für die aktive Schwingweise aber die höhere der beiden möglichen Noten bei einem Unentschieden. Der 25-jährige David Aebersold (Rang 5g) bodigte der Reihe nach Jan Berger (Unterlangenegg), Benoit Danz (La Heutte) und Nils Niederberger (Ersigen). Das Duell mit Silvan Schmid (Grasswil) ging nach sechs Minuten gestellt aus. Von den beiden erfahrenen «Eidgenossen» Bernhard Kämpf (Sigriswil) und Curdin Orlik (Thun) musste sich der gelernte Milchtechnologe das Sägemehl vom Rücken putzen lassen. Einen Viertelpunkt dahinter rangierte sein Bruder Adrian Aebersold mit drei Siegen und drei Remis (Rang 6a). Der 22-jährige Zwillingsbruder von Fabian legte Mirco Tschan (Corgémont), Justin Murati (Messen) und Stephan von Büren (Limpach) aufs Kreuz. Die ausgewogenen Duelle mit Remo Schärz (Aeschi bei Spiez) und Sandro Lehmann (Meiringen) endeten gestellt. Im dritten Zweikampf konnte der gelernte Landwirt dem späteren Festsieger und «Eidgenossen» Adrian Walther (Habstetten) sechs Minuten lang standhalten und ihm somit ein Unentschieden abluchsen. «Es war das erste Mal, dass wir alle drei am gleichen Schwingfest den Kranz ergattern konnten», sagte Fabian Aebersold. «Wir sind sehr stolz aufeinander und konnten alle ein gutes Fest absolvieren.» Adrian Aebersold ergänzte: «Wir haben am Sonntagabend zusammen angestossen und auf dem Festgelände noch etwas gefeiert.» Seit November 2025 ist David Aebersold Betriebsleiter in einer Käserei in Zermatt. «Ich hatte schon lange den Wunsch, einmal etwas weiter weg von zu Hause meinen Beruf auszuüben», erklärte er gegenüber dem «Unter-Emmentaler». Diesen hat sich der Emmentaler mit dem Job im Wallis erfüllt und schwingt derzeit für den Schwingklub Oberwallis-Visp. 

Huttwiler als einziger Oberaargauer Kranzgewinner
Zum vierten Mal einen Kranz aufsetzen lassen konnte der Huttwiler Patrick Walther (Rang 5b). «Ich nahm Gang für Gang und gab in jedem Duell mein Bestes; umso schöner ist es am Schluss, wenn es für den Kranz reicht», sagte ein glücklicher Patrick Walther. Für den Schwingklub Huttwil gehört der bedeutsame Kopfschmuck nicht zur Tagesordnung; umso stolzer ist der Verein auf seinen Athleten. Der 30-jährige «Blumenstädter» fand in den Zweikämpfen mit Adrian Roschi (Oberwil im Simmental), Bruno Grossen (Adelboden), Pascal Wüthrich (Eggwil) und Sven Burkhalter (Sumiswald) den Sieg. Der Landwirt scheiterte einzig an den «Eidgenossen» Konrad Steffen (Wynigen) und Dominik Gasser (Süderen). Patrick Walther war der einzige Oberaargauer Athlet, der am ersten Berner Gauverbandsfest das Eichenlaub erreichte. «Mein Saisonziel behalte ich für mich», schmunzelte er abschliessend. Der versierte Turnerschwinger Gustav Steffen (Ranflüh/SK Sumiswald) kam mit drei Siegen und drei Unentschieden ebenfalls in den Genuss von Eichenlaub (Rang 5d). Remo Hiltbrunner (Schmidigen-Mühleweg), der ältere Bruder von Fabio Hiltbrunner, ergatterte mit drei Siegen und drei Remis den Kranz ebenfalls (Rang 6b). Der 22-jährige Emmentaler liess Simon Seematter (Saxeten), Justin Murati (Messen) und Marco Eggimann (Kernenried) keine Chance und bettete die drei mit dem Rücken voran ins Sägemehl. Mit den Kranzschwingern Marco Iseli (Reutigen), Ivan Thöni (Innertkirchen) und dem «Eidgenossen» Curdin Orlik (Thun) teilte er die Punkte. Der 30-jährige Turnerschwinger Valentin Steffen (Grünen) brachte Michael Heim (Oberwil im Simmental), Benoit Danz (La Heutte) und Mirco Tschan (Corgémont) auf den Rücken (Rang 7c). Der Zweikampf mit dem stark auftretenden «Eidgenossen» Etienne Burger (Les Prés-d’Orvin) endete gestellt. Auch die Duelle mit Levin Neuenschwander (Oberönz) und dem Kranzschwinger Reto Thöni (Innertkirchen) gingen ohne Sieger zu Ende.

Alle Sumiswalder «Eidgenossen» enttäuschen
Das verblüffte: Die drei erfahrensten Sumiswalder Trümpfe gingen allesamt leer aus. Matthias Aeschbacher konnte sich am letztjährigen «Emmentalischen» noch seinen 100. Kranz aufsetzen lassen. Nun lief es dem 34-jährigen «Eidgenossen» aus Rüegsauschachen am Berner Kranzfestauftakt überhaupt nicht nach Wunsch (Rang 8a). Dabei wäre gerade Aeschbacher eigentlich für seine angriffige Schwingart bekannt. Der Innere-Haken-Spezialist verpasste das Eichenlaub in der Endabrechnung um das im Schwingen verflixte «Vierteli». Der «Eidgenosse» und Turnerschwinger Konrad Steffen (Wynigen/SK Sumiswald) kam mit zwei Siegen und drei Remis ebenfalls nicht auf Touren (Rang 13f). Noch härter traf es den dritten angetretenen Sumiswalder «Eidgenossen» Patrick Schenk (Weier). Der 31-jährige Emmentaler schied nach vier gestellten Duellen vorzeitig aus (Rang 23h). Damit waren die drei Sumiswalder aber nicht die einzigen «Eidgenossen», die den Kranz verpassten. Insgesamt mussten fünf Athleten mit drei Sternchen hinter dem Namen ohne Kranz heimreisen. Gar nicht am Start war der Mittelländer Spitzenschwinger Fabian Staudenmann. Insgesamt wurden 31 Kränze abgegeben. 12 davon wanderten ins Oberland, 11 sicherten sich die Emmentaler, je 3 Kränze gingen ins Mittelland und ins Seeland, während der Oberaargau und die Gäste lediglich einen Kranz verbuchten.

Auszug aus der Rangliste: 1. Adrian Walther, Habstetten, 57,50; 2a. Michael Moser, Biglen, 57,25; 2b. Remo Rutsch, Rapperswil, 57,25; 2c. Matthieu Burger, Lüscherz, 57,25; 2d. Florian Matter, Rubigen, 57,25; 3c. Fabio Hiltbrunner, Schmidigen-Mühleweg/SK Sumiswald, 57,00; 4b. Fabian Aebersold, Walterswil/SK Sumiswald, 56,75; 5b. Patrick Walther, Huttwil/SK Huttwil, 56,50; 5d. Gustav Steffen, Ranflüh/SK Sumiswald, 56,50; 5g. David Aebersold, Zermatt/SK Sumiswald, 56,50; 6a. Adrian Aebersold, Walterswil/SK Sumiswald, 56,25; 6b. Remo Hiltbrunner, Schmidigen-Mühleweg/SK Sumiswald, 56,25; 7c. Valentin Steffen, Grünen/SK Sumiswald, 56,00; 8a. Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen/SK Sumiswald, 55,75; 9b. Adrian Bürki, Sumiswald/SK Sumiswald, 55,50; 9f. Patrick Steffen, Hasle/SK Sumiswald, 55,50; 10a. Dominik Hodel, Huttwil/SK Huttwil, 55,25; 10c. Loris Steffen, Hasle/SK Sumiswald, 55,25; 10f. Michael Hebeisen, Eriswil/SK Huttwil, 55,25; 11a. Simon Wüthrich, Heimiswil, 55,00; 11f. Simon Röthlisberger, Hasle/SK Sumiswald, 55,00; 11j. Martin Sommer, Lützelflüh-Goldbach/SK Sumiswald, 55,00; 12b. Tim Wüthrich, Grossdietwil/SK Langenthal, 54,75; 12c. Michael Reinhard, Wasen/SK Sumiswald, 54,75; 13f. Konrad Steffen, Wynigen/SK Sumiswald, 54,50; 13i. Sven Burkhalter, Sumiswald/SK Sumiswald, 54,50; 13o. Mike Uebersax, SK Langenthal, 54,50; 14g. Sam Maurer, Wynigen, 54,25; 14l. Stefan Gerber, SK Sumiswald, 54,25; 14t. Manuel Aegerter, SK Sumiswald, 54,25.

Von Yanick Kurth