Matthias Aeschbacher (Schwingklub Sumiswald) feiert seinen zweiten Sieg am Schwarzsee-Schwinget. Geschultert wird er vom Schlussgang-Teilnehmer Michael Moser (links) und seinem Sumiswalder Vereinskollegen Patrick Schenk. · Bilder: Barbara Loosli
Zweiter Schwarzsee-Triumph für «Disu»
Matthias Aeschbacher gewinnt den prestigeträchtigen Schwarzsee-Schwinget im Kanton Freiburg nach 2019 zum zweiten Mal und liess dabei die starke Konkurrenz hinter sich. Im Schlussgang bodigte der «Trumpf-Buur» vom Schwingklub Sumiswald seinen bis dahin überragenden Verbandskollegen Michael Moser (Biglen).
Schwarzsee-Schwinget · Die 90 angetretenen Schwinger, je 30 Athleten aus dem Nordwestschweizer, Bernisch Kantonalen und Südwestschweizer Schwingerverband, boten den etwas weniger angereisten Zuschauenden als sonst – der Festplatz wurde wegen Bauarbeiten leicht verschoben und verkleinert – packenden Schwingsport in der malerischen Umgebung am Schwarzsee.
Erster Kranzfestsieg seit August 2023
Matthias Aeschbacher triumphierte am diesjährigen Schwarzsee-Schwinget in unglaublicher Manier und grüsste am Ende von der Ranglistenspitze. Für den Emmentaler «Eidgenossen» ist es der zweite Festsieg am Schwarzsee. Im Jahr 2019 feierte er mit dem Sieg am dortigen Schwingfest seinen ersten Bergkranzfestsieg. Sechs jahre später gewann er nun sein insgesamt 16. Kranzfest, das erste in diesem Jahr. Zum letzten Mal feierte «Disu» im August 2023 am «Nordwestschweizerischen» einen Kranzfestsieg.
Das Berner Juwel bezwungen
Im finalen Gang des Schwarzsee-Schwingets 2025 bodigte er seinen Verbandskollegen und jungen Stern am Berner Schwingerhimmel, Michael Moser (Biglen), nach zwei Minuten, dies, nachdem Moser mit einem Übersprung ansetzte und Aeschbacher entsprechend kontern konnte. Im Schlussgang war Aeschbacher dem bis dahin überragenden Moser überlegen und legte seinen 19-jährigen Verbandskollegen kurzerhand auf den Rücken. «Ich wusste, dass ich Vollgas drauflosgehen muss», sagte Aeschbacher nach dem Festsieg zum «SRF».
Fehlentscheid im zweiten Gang – «Disu» rastet kurz aus
Im Anschwingen stellte der 33-jährige Maurer und Emmentaler Publikumsliebling mit dem Zürcher Samir Leuppi (Winterthur). Da Matthias Aeschbacher der klar angriffigere Schwinger war, erhielt er für das Unentschieden die höhere der beiden möglichen Noten. Im zweiten Gang bodigte er dann Janik Korrodi (Schönenberg) beim dritten Angriff fast mühelos. Die Kampfrichter gaben dem Emmentaler aber nicht die erwartete Maximalnote. Aeschbacher reagierte drauf ersichtlich wütend, fluchte und schmetterte erst die Schwinghose und dann auch noch seinen Ohrenschutz heftig zu Boden. Der Schlussgang-Teilnehmer vom «Eidgenössischen» 2022 in Pratteln konnte es nicht fassen. Dass es für seinen vermeintlichen Plattwurf keinen Zehner gab, schien ein klarer Fehlentscheid zu sein. «Es hat mich einfach enorm aufgeregt, dass der Plattwurf nicht als solcher anerkannt wurde», so Aeschbacher. Dennoch oder gerade deswegen gab «Disu» weiter Vollgas und reihte mit Jan Wittwer (Faulensee), Paul Tornare (Botterens) und dem Berner Oberländer «Eidgenossen» Bernhard Kämpf (Sigriswil) drei wuchtige Siege aneinander. Der Sieg über Routinier Kämpf war doppelt wichtig. Schliesslich wurde Aeschbacher das Schlussgangticket verliehen, obwohl Kämpf nach fünf Gängen gleich viele Punkte aufwies. Das Aushängeschild des Schwingklubs Sumiswald bedankte sich auf seine Weise und gewann den Schlussgang. Am Schwarzsee durfte «Disu» zum 99. Mal vor die Ehrendamen treten. Der Fehlentscheid im zweiten Gang schien vergessen. Nun wird er am Oberländischen Schwingfest in Adelboden höchstens als Zuschauer teilnehmen. Seinen 100. Kranz will er dann am eigenen Gauverbandsfest, dem Emmentalischen Schwingfest in Langnau am 6. Juli, feiern können.
Patrick Schenk scheitert an zwei «Eidgenossen»
Der zweite angetretene «Eidgenosse» vom Schwingklub Sumiswald, Patrick Schenk (Weier), verpasste den Bergkranz nur um einen halben Punkt (Rang 10d). Der 31-jährige Holzbauingenieur brachte drei Gegner zum Fallen. Ein weiteres Duell endete gestellt. Er musste sich allerdings von den beiden «Eidgenossen» Bernhard Kämpf (Sigriswil) und Martin Roth (Herisau) das Sägemehl vom Rücken klopfen lassen. Der dritte Sumiswalder Athlet Simon Röthlisberger (Hasle) erreichte am Schwarzsee-Schwinget mit zwei Siegen und zwei Remis Rang 16c. Auszug aus der Rangliste: 1. Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen/SK Sumiswald, 58,25; 2a. Fabian Staudenmann, Guggisberg, 57,75; 2b. Marcel Räbsamen, Müselbach, 57,75; 4a. Michael Moser, Biglen, 57,25; 10d. Patrick Schenk, Weier/SK Sumiswald, 55,75; 16c. Simon Röthlisberger, Hasle/SK Sumiswald, 54,25.
Von Yanick Kurth