• Wo kann in Zukunft noch gebaut werden? Mit dieser Frage beschäftigt man sich aktuell in der Gemeinde Ursenbach, wo die Revision der Ortsplanung neues Bauland eruieren soll. · Bild: Walter Ryser

02.06.2017
Oberaargau

Auf der Suche nach Bauland

Die Gemeinde Ursenbach ist auf der Suche nach Bauland, um künftig wachsen und die Gemeinde entwickeln zu können. An der Gemeindeversammlung orientierte Gemeinderat Daniel Schüpbach (Ressort Bauwesen) über den Stand der Ortsplanung. Daneben bildete die Jahresrechnung das Hauptthema des kurzen Abends. Diese weist für das Jahr 2016 einen Ertragsüberschuss von 134 618 Franken auf.

Ursenbach · Es war ein drückend heisser Abend, und am Himmel kündigte sich ein heftiges Gewitter an. Weniger bedrohlich war die Situation im Schulhaus in Ursenbach, wo Gemeindepräsident Andreas Kurt zur Gemeindeversammlung lud. Das warme Wetter und die magere Traktandenliste lockten lediglich 32 Stimmberechtigte an, was bloss 4,7 Prozent der 699 stimmberechtigten Ursenbacher entspricht. Sie durften dafür erfreuliche Nachrichten zur Kenntnis nehmen.  Allen voran die Jahresrechnung 2016 sorgte sowohl bei den Verantwortlichen der Gemeinde wie auch bei den anwesenden Dorfbewohnern für Genugtuung.
Kassierin Barbara Flückiger durfte für das Jahr 2016 einen Ertragsüberschuss von 134 618 Franken verkünden. Erstmals sei die Jahresrechnung nach dem neuen Rechnungsmodell HRM2 erstellt worden, erwähnte sie weiter. Der gute Jahresabschluss sei insbesondere aufgrund des guten Ergebnisses der Elektrizitätsversorgung zustande gekommen, die einen Gewinn von 282 448 Franken ausweist, erläuterte auch Gemeinderat Niklaus Lehmann (Ressort Finanzen).

Gute Zahlen wecken Begehrlichkeiten
Aber auch die Tatsache, dass letztes Jahr nicht alle budgetierten Investitionen realisiert wurden, hat das Rechnungsergebnis positiv beeinflusst. Auch höhere Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen von rund 20 000 Franken wertete Lehmann als erfreuliche Feststellung. Dafür mussten die Stimmberechtigten noch drei Nachkredite in der Höhe von gesamthaft 187 074 Franken genehmigen. Sie betrafen besondere Massnahmen beim Kindergarten und der Volksschule (Kreditüberschreitung von 51 495 Franken), den Beitrag an das Oberstufenzentrum Kleindietwil (Kreditüberschreitung 63 153 Franken) sowie den Unterhalt der Trafostation NE 6 (Kreditüberschreitung 72 425 Franken). Das Eigenkapital der Gemeinde Ursenbach belief sich per Ende Dezember 2016 auf 6,3 Millionen Franken.
Das veranlasste Gemeinderat Niklaus Lehmann, den Warnfinger zu heben. Es sei sehr erfreulich, verfüge die Gemeinde über ein derart schönes Eigenkapital, sagte er. «Auch Ertragsüberschüsse sind jeweils erfreuliche Nachrichten. Gleichzeitig wecken solche Ergebnisse und Zahlen aber auch Begehrlichkeiten», bemerkte er. Er rief deshalb dazu auf, trotz den erfreulichen Zahlen Mass zu halten und jeden Rappen zweimal umzudrehen, bevor man ihn ausgebe.

Ursenbach will wachsen
Ohne Wortmeldung genehmigten die Anwesenden das Besoldungsregulativ für die Periode 2018 bis 2021. Dieses wurde in gewissen Punkten leicht angepasst. Die Entschädigung für den Gemeindepräsidenten liegt gemäss diesem Reglement bei 8000 Franken, für den Vizegemeindepräsidenten bei 2000 Franken, und die Mitglieder des Gemeinderates erhalten eine Entschädigung von 1500 Franken pro Jahr.
Zum Schluss orientierte Gemeinderat Daniel Schüpbach (Ressort Bauwesen) über den Stand der Ortsplanung. Ziel sei es, die Gemeinde weiter zu entwickeln und ein moderates Wachstum anzustreben. Dafür benötigt man Bauland. Dazu hat die eingesetzte Arbeitsgruppe Ortsplanung an alle Liegenschaftsbesitzer ein Fragebogen verschickt. Schüpbach erwähnte, dass man jede Parzelle genau anschaue, im Hinblick auf mögliche Ein-, Um- oder Neueinzonungen. Momentan sei man daran, die Fragebogen auszuwerten, gab er weiter zu verstehen. Anschlies-send soll die Bevölkerung Gelegenheit zur Mitwirkung erhalten. Laut Schüpbach ist es das Ziel, bis im Dezember 2018 der Gemeindeversammlung eine beschlussfähige Ortsplanung vorlegen zu können.

Von Walter Ryser

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