• Der Jodlerklub Wasen unter der Leitung von Andreas Geissbühler wusste am Konzert in der vollbesetzten Kirche Wasen sein Publikum zu begeistern. · Bild: Elsbeth Anliker

02.03.2017
Emmental

Berührende Uraufführung in der Kirche

Wer am vergangenen Freitagabend den Weg in die Kirche Wasen fand, konnte zurücklehnen und geniessen. Der Jodlerklub Wasen bot an seinem Kirchenkonzert musikalische Genüsse – als Höhepunkt die Uraufführung «Äti, sing mit mir!».

Wasen · Still war es in der Kirche Wasen, kein Hüsteln störte den Augenblick, als der Jodlerklub Wasen das Lied «Äti, sing mit mir!» uraufführte. Klar und kräftig klangen die schönen Jodlerstimmen durch den Kirchenraum. Fast andächtig lauschten die Konzertbesucher und liessen sich von der neuen Komposition berühren – ein grosser, feierlicher Moment. Geschrieben und komponiert hat das Werk der Jodler Bruno Mathys. «Es ist etwas Grosses, wenn ein Jodler aus den eigenen Reihen ein Lied schreibt und komponiert», betonte Franziska Schütz, die frisch und herzlich den Konzertabend moderierte. Bruno Mathys widmet das Lied seinem verstorbenen Vater – und seinem fünfjährigen Sohn Leon. Im berührenden Text erzählt der Komponist, wie einst sein Vater –  er war auch ein leidenschaftlicher Jodler  –  mit ihm sang und jodelte, und wie er selber heute in gleicher Weise mit Leon singt. In der Melodie schwingt Melancholie mit.

Geschwister Monney verzaubern
Unter der Leitung von Andreas Geissbühler besang der Jodlerklub Wasen kraftvoll Ernst Sommers «Bärg-Erinnerige» und den «Sommermorge» des Komponisten Josef Dubach. Die Jodler erfreuten mit einem harmonischen Chorklang und klaren Solostimmen. Zwischen ihren Auftritten sangen, jodelten und musizierten die  Geschwister Monney aus dem Seislerbezirk im Kanton Freiburg. Die beiden jungen Jodlerinnen haben bereits den kleinen Prix Walo gewonnen, treten auf verschiedenen Bühnen und im Fernsehen auf. An diesem Freitagabend verzauberten sie mit ihren glasklaren Stimmen das Publikum in Wasen.  
 
Junge virtuose Organistin
Für einen weiteren musikalischen Hochgenuss sorgte am Konzertabend die junge Organistin Franziska Braun – in Eriswil aufgewachsen lebt sie heute in Rohrbach. Als die junge Frau mit dem wohl bekanntesten Adolf Stähli Jodellied «Am Thunersee» die Kirchenorgel «jodeln» liess, wurde es in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche augenblicklich still – alle lauschten bewegt den volkstümlichen Orgelklängen.
Der bekannte,  2014 verstorbene Organist Jürg Neuenschwander hat das Lied für die Orgel bearbeitet. Franziska Braun spielte auf der Orgel auch das vertraute «Lueget vo Bärge u Tal» –  ungewohnt und schön klang das Abendlied durch den Kirchenraum. Die Zuhörerinnen und Zuhörer applaudierten enthusiastisch und begeistert.  

Krönender Abschluss
Die Jodler verwöhnten die Konzertbesucher mit weiteren bekannten Jodelliedern aus ihrem Repertoire wie «Im Läbe het» von Marie Theres von Gunten etwa oder Miriam Schafroths «Herbschtmelodie» darin besangen sie die Symphonie des Herbstes – und als krönender Abschluss das Lied «Äti, sing mit mir!» von Bruno Mathys. Die neue Komposition klang kraftvoll durch den Kirchenraum. Der anhaltende Applaus des Publikums sagte alles über das genussvolle Konzert aus.

Von Elsbeth Anliker

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