• Die vier an der Vernissage anwesenden Künstler (von links): Reto Bärtschi, Max Hari, Urs Hug und Beat Wälchli. · Bild: Hans Mathys

20.11.2017
Langenthal

Bilderverkäufe als Gartenoper-Sponsoring

Die Gartenoper Langenthal präsentiert zwischen dem 20. Juni und 7. Juli 2018 die Lortzing-Oper «Der Wildschütz». Acht Künstler unterstützen das Projekt, indem sie im Haus Urshug am Mühleweg 15 in Langenthal bis am 9. Dezember eine Ausstellung mit 46 Werken bieten. Der Reinerlös aus den Verkäufen fliesst in die Opernproduktion.

 

Grosse Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus. Das ist auch bei der Gartenoper Langenthal der Fall, die seit 2012 alle zwei Jahre mit einer Opernaufführung im Rosengarten der Alten Mühle in Langenthal aufwartet. Landete der von Beat Wälchli präsidierte Verein Gartenoper Langenthal 2016 mit der Oper «Martha» von Friedrich von Flotow einen Grosserfolg, so will er 2018 das Publikum mit zehn Vorstellungen der Oper «Der Wildschütz» von Albert Lortzing verwöhnen. Ein solches Projekt mit namhaften Sängerinnen und Sängern, Regisseur, Dirigent und Orchester erfordert einen grossen Effort – primär finanziell. Dazu ein eingespieltes OK mit Netzwerk und guten Ideen. Eine solche Idee ist mit einer Ausstellungs-Vernissage soeben umgesetzt worden. Im Haus Urshug («Wein und Sein») am Mühleweg 15 in Langenthal stellen acht Künstler 46 Werke aus. Mit dem Reinerlös aus den Verkäufen unterstützen sie die Produktion der Oper «Der Wildschütz».

Von 300 bis 2500 Franken
An der gut besuchten Vernissage waren vier der acht ausstellenden Künstler anwesend: Der 46-jährige Reto Bärtschi (Kunsthof in Wangenried), der 67-jährige Langenthaler Max Hari, der hier in seinem Atelier arbeitende Künstler und Grafiker Urs Hug sowie Beat Wälchli. Im weiteren sind Werke der folgenden Künstler zu sehen: jene des in Langenthal wohnhaften Christoph Hauri, der 47-jährigen gebürtigen Niederbipperin Karin Stauffer aus Balsthal, des 2009 verstorbenen Berner Künstlers Werner Otto Leuenberger und des 80-jährigen deutschen Malers Hans Sieverding. Die Bilder der Künstler kosten zwischen 300 und 2500 Franken. «Ausschlaggebend für die Realisierung dieser Ausstellung war Hans Sieverding», verriet Beat Wälchli bei seiner Begrüssung zur Vernissage. Dem aus Oldenburg stammenden Maler habe das Projekt Gartenoper auf Anhieb gefallen. Sieben weitere Künstler hätten sich für diese etwas andere Art von Sponsoring – Verkauf von Kunst – begeistern lassen. Einer davon ist Urs Hug, der Hausbesitzer Mühleweg 15. Hier geniesst der Verein Gartenoper Langenthal bis am 9. Dezember Gastrecht. «Was tust du dir wieder an?», frage er sich manchmal selber, wenn er an den enormen Aufwand denke, der jeweils bis zur Realisierung einer solchen Gartenoper nötig sei. Das «tolle Team» animiere ihn jeweils zum Weitermachen, sagte Beat Wälchli, der die an der Vernissage anwesenden OK-Mitglieder vorstellte und die «Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit» von Sekretärin «Dudu» Kull noch herausstrich. «Sie ist ein Goldschatz», so Wälchli, der einen Vorteil des OK mit Schalk erwähnte: «Wir sind alle schon pensioniert und haben deshalb nie Abendsitzungen.» Das OK freute sich auch über den Auftritt des Vereins Gartenoper Langenthal am «glatte märit». Dort seien 2000 Flyer verteilt worden – verbunden mit interessanten Gesprächen.

Vorverkauf ab Januar
Der fürs Marketing zuständige Hans Peter Kuert begrüsste die zur Vernissage Erschienenen mit «liebe Opernfans, Sponsoren und Vereinsmitglieder». Er dankte den Firmen und Privatpersonen für deren Unterstützung. Der Vorverkauf für «Der Wildschütz» beginne via Internet im Januar. Im Stadtladen seien Billette ab April verfügbar. Kuert rechnete vor, dass beim Sponsoring 35 Prozent der Gelder in Form von Tickets und Essen zu den Gönnern zurück-
fliessen würden. Er stellte zudem das Stuhl-Sponsoring (100 Franken) vor und zwei alkoholische Getränke, die sich auch zum Verschenken eignen würden: Den Rotwein Sampietrana Brindisi (7,5 Deziliter, 20 Franken), der zudem in diversen Restaurants angeboten werde, sowie den Single Malt Whisky «Langatun old deer» von Hans Baumberger (5 Deziliter, 60 Franken). Wein- und Whisky-Flaschen sind, so Kuert, mit wunderschöner Etikette «Der Wildschütz» versehen. Das Publikum soll nicht nur Freude an der Oper haben, sondern auch an der aktuellen Ausstellung, an der sich acht Künstler beteiligen, so der Wunsch des Gartenoper-OKs. Diese Freude war gleich nach den Worten zur Vernissage-Eröffnung augenfällig.

Erfolgreicher Verkaufsstart
Sofort setzte eine kunstbegeisterte Langenthalerin den roten «reserviert»-Kleber zum Bild mit der Nummer 45 «Ufernah» von Hans Sieverding. «Das Bild ist mir sofort aufgefallen», so das Kaufargument. Auch Sieverdings Werk «Befreiung» war im Nu mit einem roten Kleber versehen – wie «Gaukler» des 2009 verstorbenen Berner Künstlers Werner Otto Leuenberger – und «Jardin III» von Beat Wälchli, der nicht «nur» Präsident des Vereins Gartenoper Langenthal ist, sondern eben auch Künstler. Besondere Bewunderung fand Beat Wälchlis grossformatiges Werk «Kutter». Fazit: Innerhalb der ersten Vernissage-Stunde waren bereits 9 der 46 Werke reserviert.

Gut zu wissen
Die Benefiz-Verkaufs-Ausstellung zugunsten der Gartenoper Langenthal im Parterre und im 1. Stock des Hauses Urshug am Mühleweg 15 in Langenthal dauert bis am 9. Dezember. Sie ist jeweils dienstags bis freitags von 13 bis 19 Uhr geöffnet sowie samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Von Hans Mathys


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