• Die Oberaargauer Brass Band konnte in Montreux einen aussergewöhnlichen Erfolg feiern mit dem fünften Schlussrang eines heiss umkämpften Wettbewerbs. · Bilder: zvg

  • Mit dem Dirigenten Christoph Luchsinger hat die OBB neuen Schwung gefunden und die alte Stabilität wieder erlangt.

22.12.2017
Oberaargau

Brass Band musiziert auf höchstem Niveau

Der Schweizerische Brass Band Wettbewerb vereint jeweils Ende November die landesweite Bläserelite. Die Oberaargauer Brass Band (OBB) sicherte sich in Montreux den hervorragenden fünften Schlussrang.

 

Oberaargau · Rund 60 Brass Bands teilten sich in fünf verschiedene Stärkeklassen auf und stritten mit musikalischen und technischen Höchstleistungen um den diesjährigen Schweizermeistertitel. In der Höchstklasse wurde zudem um die begehrte Qualifikation für den europäischen Brass Band Wettbewerb gekämpft. In Montreux mit von der Partie war auch die Oberaargauer Brass Band. Das vorgegebene Teststück «Eden» des Britischen Komponisten John Pickard meisterten die Musikerinnen und Musiker der OBB mit Bravour. Ebenso ihr Selbstwahlstück «Hypercube» des Schweizer Komponisten Oliver Waespi. Nicht zu vergessen, ein Stück dauerte gut und gerne über 15 Minuten, eine wahre Meisterleistung. Drei Jurymitglieder bewerteten die Klänge kritisch. «Vorgängig eine Prognose zu stellen war in mehrfacher Hinsicht schwierig. Denn in der Brass-Band-Szene sind die Ansprüche stetig am wachsen, man spricht von ‹schneller, höher, lauter.› Alles hat bestens geklappt, wir sind enorm stolz auf diesen Spitzenrang, besonders auf den vierten Tagesrang im Teststück. Trotzdem sind wir uns absolut bewusst, dass wir auf diesem Erfolg nicht ausruhen können. Alle Bands arbeiten sehr hart und werden ständig besser. Auch wir müssen und wollen dies tun», sagte Vorstandsmitglied Philipp Walther zum «Unter-
Emmentaler».  
In den vergangenen Jahren dominierten Bands aus dem Wallis und dem Luzernischen. Dort scheint das Reservoir an guten Bläserinnen und Bläsern schier unerschöpflich, was einer aus-serordentlich starken Jugendförderung zuzuschreiben ist.

Zurück in die Stabilität
Die Oberaargauer Brass Band wurde im Jahr 1981 gegründet. Der Verein zählt heute rund 24 Mitglieder. Sie alle spielen in der Höchstklasse der Brass Band, im Sport vergleichbar mit der Nationalliga A. Pro Jahr leisten die Musikantinnen und Musikanten rund 75 Proben. Dazu üben alle täglich in ihren eigenen vier Wänden. «Da es bei uns in den letzten Jahren einige Wechsel an Musikantinnen und Musikanten gegeben hat, blieben die grossen Erfolge aus», sagt Philipp Walther. Nun scheint die Brass Band, wie sich nun in Montreux zeigte, wieder an Stabilität gewonnen zu haben. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der neue Dirigent. Christoph Luchsinger ist seit Anfang 2017 Chefdirigent der Oberaargauer Brass Band. Im Jahr 1975 geboren und wohnhaft in Weinfelden TG, studierte er an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich bei Claude Rippas sowie an der Hochschule für Musik in Freiburg i. Br. bei Anthony Plog Trompete. Nebst seiner Unterrichtstätigkeit an den Musikschulen in Amriswil und Weinfelden, spielt er als Solist und ist Mitglied der Camerta Schweiz, dem Ensemble Tzara und von Philharmonic Brass Zürich-Generell 5. Im Jahr 2007 schloss Christoph Luchsinger die Ausbildung zum Blas-orchesterdirigenten an der Hochschule der Künste Bern ab.
Seit 2011 bildet er sich bei Liutauras Balciunas weiter und dirigierte dabei unter anderem  das Sinfonische Orchester der Philharmonie Lugansk in der Ukraine. Nebst der OBB leitet er die 2001 durch ihn mitbegründete Liberty Brass Band Junior, mit welcher er seither zahlreiche Wettbewerbserfolge feiern durfte. «Wir sind enorm stolz darauf, mit Christoph Luchsinger einen sehr erfahrenen und begeisterten Dirigenten gewonnen zu haben», betont Philipp Walther.

Schwungvoll ins neue Jahr
Am 4. Oberaargauer Neujahrskonzert präsentiert die Brass Band Oberaargau ein schwungvolles Konzertprogramm. Die Musikantinnen und Musikanten werden sich zusammen mit den «Swing-Voices» in ihre Herzen swingen. Im Anschluss an das Konzert sind die Gäste herzlich dazu eingeladen, auf den Erfolg in Montreux und auf das neue Jahr anzustossen. 

Gut zu wissen
Das Neujahrskonzert der Oberaargauer Brass Band findet am Samstag, 13. Januar, um 20 Uhr in der Kirche Geissberg in Langenthal statt.

Von Yanick Kurth

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