• Auf der Walterswiler Theaterbühne geht es blaublütig zu und her – der Ton passt nicht immer ganz dazu … · Bilder: Hans Minder

  • Der Männerchor Walterswil erfreut das Publikum mit seinen Liedern.

29.01.2018
Oberaargau

Britischer Humor auf der Männerchor-Bühne

Die beiden Erstaufführungen der Konzert- und Theaterreihe des Männerchors Walterswil gingen erfolgreich über die Bühne. Volkstümliche Lieder, Männerchorklassiker und und die sarkastisch schwarze Komödie «Miss Sophies Erbe», eine quasi Fortsetzung des Silvesterklassikers «Dinner for One», lockten das begeisterte Publikum total aus den Reserven.

 

Walterswil · Mit den beiden Erstaufführungen der Konzert- und Theaterreihe 2018 hat der Männerchor Walterswil das Publikum begeistert. Ein übervoller Saal am Samstag, ein gut besetzter Saal am Sonntag und gute Vorverkaufszahlen sprechen für einen vollen Erfolg. Die Veranstaltung wird noch zwei Mal wiederholt (Daten am Schluss).
Der Männerchor Walterswil hat mit seinem Konzert einmal mehr manifestiert, dass das Singen direkt vom Herzen kommt. Unter der musikalischen Leitung von Erika Eichenberger haben die Sänger den vorgetragenen fünf Liedern (plus Zugabe) den entsprechenden Griff und Schwung verliehen. So konnte das Publikum, wie das der Moderator Fritz Kilchenmann empfohlen hat, «hingere lige, zuelose, gniesse u tröime». Der Präsident Peter Gerber schien bei seiner Begrüssung jedenfalls rundum zufrieden zu sein. Der Erfolg gab ihm Recht.
Für die Liedwahl haben die Walterswiler einen kühnen Griff in den Notenordner getan und ein abwechslungsreiches Gesangsprogramm auf die Beine gestellt. Dabei ertönten drei gut interpretierte Lieder aus der klassischen Männerchorliteratur, nämlich Peter Grippekovens Evergreen «Die alten Strassen», Paul Fehrmanns Frühlingslied «Mein Herz ist fröhlich allezeit» und «Morgen will mein Schatz verreisen» von Quirin Rische. Dem Männerchor gelang es, das Publikum mit weiteren drei volkstümlichen Liedern um die Finger zu wickeln. So starteten die Mannen gleich mit einem Höhepunkt in das Konzert, mit dem Lied «Fröhlichs Läbe» des Oberaargauer Komponisten Paul Müller-Egger (geboren 1885 in Melchnau).
Von Hannes Fuhrer, einem weiteren Komponisten aus dem Oberaargau (Ochlenberg) stammen die zwei weiteren, frisch und fröhlich interpretierten Kompositionen «E Hand voll Heimatärde» und «Nöis Läbe» (Zugabe). In dieser Zugabe haben Martin Schütz und Peter Gerber mit einem hieb- und stichfesten Solo gepunktet.

Spezielle, blaublütige Sprache
Mit «Miss Sophies Erbe» hat Andreas Wening (ins Berndeutsche übertragen von Peter Waber) eine skurril schwarze Komödie geschrieben. Die Theatergruppe des Männerchors hat diese quasi Fortsetzung des Silvesterklassikers «Dinner for One» aufgenommen und bühnenreif einstudiert.
Die Regisseurin Pat Wackernagel und die Laienspieler haben den in diesem Stück eingebauten sarkastisch scharfen Witz und die ganz besonderen situationskomischen Bilder eins zu eins auf die Bretter gezaubert und die Lachmuskeln des Publikums arg strapaziert. Der berüchtigt berühmte britische Humor wurde so in echtem Walterswiler Schneid an die Frau und den Mann gebracht.
In der Arbeitsstube der verstorbenen Miss Sophie treffen sich die Erben Ludmilla Stroganoff, Gundula von Knorpsheim, Gilla Winterbottom, Richard Pommeroy und Siegfried Roy Toby. Alle versuchen sich gegenseitig in Misskredit zu bringen, und das absolut nicht in der Sprache der blaublütigen, feinen Menschen.
So entstehen in Miss Sophies Haus spannende, burlesk-skurrile Szenen. Dabei wird enthüllt, dass der Butler James die vier verstorbenen Geburtstagsgäste auf dem Gewissen hat.
Wie diese Teilung unter den Möchtegern-Erben ausging, und wer die dritten Lachenden waren, das sei hier nicht verraten. Eines nur – die vermeintlichen Erben haben ihre Quittung für ihre Lästermäuler in makaberster Form unterschrieben erhalten.

Weitere Aufführungen
Morgen Mittwoch, 31. Januar und Samstag, 3. Februar, je 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Walterswil. Reservationen bei Familie Schütz, Mussachen, Telefon 062 964 18 84.

Von Hans Minder


AUF facebook kommentieren