• Ruth Leuenberger vor ihrer letzten Dienstfahrt; sie geht in Pension. · Bild: Barbara Heiniger

16.11.2018
Huttwil

Dem «Post-Dreirad» ade gesagt

An ihrem letzten offiziellen Arbeitstag wurde Ruth Leuenberger von der Post Huttwil durch ihre Vorgesetzten und die Arbeitskollegen verabschiedet. Infolge Pensionierung verlässt die aktive «Pöstlerin» ihren langjährigen Arbeitsort.

Es war gar nicht zu übersehen, das schön geschmückte Post-Dreirad mit Anhänger vor dem Massenannahme- Schalter der Post in Huttwil. Deutlich war vorne und auf der Seite in grossen Buchstaben zu lesen «Letzte Dienstfahrt». Prächtige Blumen und Kleinigkeiten bis hin zu bunten Blechbüchsen machten das Gefährt zu einem speziellen Schmuckstück.

«Gegenseitige Unterstützung»
Für Ruth Leuenberger hiess es an diesem Tag, ihr besonderes Arbeitsgefährt ein letztes Mal auszufahren. Die Briefträgerin aus Nyffenegg, Huttwil, beendete mit diesen letzten Fahrten ihre Arbeit bei der Post. Am 11. Juni 2007 begann die fröhliche Frau ihre Tätigkeit mit der Postzustellung. Mit einer rund 70-prozentigen Anstellung machte sie meistens zwei Touren, je eine nach Wyssachen und nach Eriswil. Diese wurden mit dem Auto und mit dem Post-Dreirad ausgeführt. Mit der Zeit reduzierte sie ihr Arbeitspensum auf 50 Prozent. «Das Schöne an meiner Tätigkeit war im-mer speziell die Zusammengehörigkeit im Team. Einander zu unterstützen, miteinander Freuden und Sorgen zu teilen, war einmalig», stellt Ruth Leuenberger gegenüber dem «Unter-Emmentaler» fest. Bei schönem Wetter war es jeweils herrlich, mit dem Post-Dreirad unterwegs zu sein und die Neuigkeiten in die verschiedenen Häuser zu bringen. «Wenn es regnete, stürmte oder schneite hat uns aber nie jemand um unseren Job beneidet», meint die Briefträgerin mit einem Lächeln.

«Ds Brieftübeli chunnt»
Ruth Leuenberger war sich stets um die grosse Verantwortung in ihrem Beruf bewusst. Sie brachte in den unzähligen Briefen freudige, traurige oder auch unangenehme Mitteilungen zu ihren Kunden.
Bei einigen kannte sie fast nur den Briefkasten, an anderen Orten gab es fast immer kurze Begegnungen. «Mit den meisten Leuten auf der Tour hatte ich es sehr gut und durfte so unzählige schöne Momente erleben», erkennt Ruth Leuenberger rückblickend. Es verwundert darum auch nicht, dass der Ausspruch «ds Brieftübeli chunnt» bestens auf die flinke, aktive und fröhliche Frau zutraf.

Lobende Worte zum Abschied
Mit grossem Dank und vielen lobendenden Worten wurde Ruth Leuenberger vor ihrer letzten Dienstfahrt durch ihren direkten Vorgesetzten Urs Friedli verabschiedet. Aber auch von der Region Post aus Burgdorf reiste extra eine Vertretung nach Huttwil, um sich persönlich bei der Briefträgerin zu bedanken und sie zu verabschieden.
Nun hat Ruth Leuenberger aber dem Post-Dreirad endgültig ade gesagt. Nach ihrem letzten Arbeitstag bezieht sie noch die verbleibenden Ferientage bevor sie definitiv, mit einem dankba-ren Blick zurück an ihren Arbeitsort, in Pension geht.
Mit viel Freude und mit verschiedenen Zukunftsplänen wird nun Ruth Leuenberger ihren neuen Lebensabschnitt geniessen. Dabei aber sicher manchmal auch ungeduldig auf den Briefträger warten.

Von Barbara Heiniger

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