• Widmete sich Jahrzehnte lang die Tätigkeit des Schafzuchtvereins Unteremmental hauptsächlich dem Braunköpfigen Fleischschaf (unser Bild), sind inzwischen auch andere Rassen zugelassen. · Bild: pixelio

20.09.2017
Huttwil

Der Schafzuchtverein Unteremmental feiert seinen 100. Geburtstag

Mit der grossen Jubiläumsschau am kommenden Wochenende, Samstag/Sonntag, 23./24. September, beim Spycher-Handwerk in Huttwil-Schwarzenbach feiert der Schafzuchtverein Unteremmental sein 100-jähriges Bestehen. Die «Wiege» des Vereins stand in Dürrenroth, doch bereits damals, wie heute, stammten und stammen die Mitglieder aus dem unteren Emmental und aus Teilen des oberen Langetentals.

Vor 100 Jahren gingen Kirche, Gewerbe und Politik noch gemeinsam einher. So war es denn laut Protokollen der Dürrenrother Pfarrer Ad. Bichsel, der im Februar 1917 das Volk, respektive die Mannen nach der Sonntagspredigt ins Restaurant Bahnhof zusammenrief und ihnen nahelegte, den Schafzuchtverein Unteremmental zu gründen. Sie leisteten dem Wort des Pfarrers Folge.
Aber schon damals lag das Einzugsgebiet der Gründungsmitglieder auch ausserhalb der Dürrenrother Grenzen. Bei der Vereinsgründung mit dabei waren unter anderem Ferdinand Lüdi, ein Gutsbesitzer aus Rüderswil; der Dürrenrother Weichenwärter Gottfried Wälchli; Hans Ledermann, Gutsbesitzer auf der Kaltenegg, ebenso sein Nachbar Robert Fiechter und der Sömmerungshirt Gottfried Ryser. Später wurde dann auch ein Jahresbeitrag von 5 Franken für die Vereinsmitglieder erhoben.
Höhepunkt des «Schäfeler-Jahres» war von Beginn weg die Herbstschau. Diese fand in Dürrenroth statt; das «Bahnhöfli» blieb viele Jahre das Vereinslokal des Schafzuchtvereins Unteremmental. Als der traditionelle Anlass dann auf den Huttwiler Oberdorfplatz verlegt wurde, wechselte auch das Stammlokal.
Neu trafen sich die Mitglieder in der «Brücke». Seit auch dieses Restaurant geschlossen ist, finden die Zusammenkünfte, respektive die Züchterabende abwechselnd im Restaurant Bahnhof und im Restaurant Rössli statt. Der Schauplatz im Oberdorf bewährt sich bis heute. «Wir sind dankbar, dass die Gemeinde Huttwil uns dies ermöglicht», sagt Elisabeth Käser aus Walterswil, die das Vereinspräsidium vor vier Jahren übernommen hat.

Rege Vereinstätigkeit und mehr Schafrassen
Der Verein hat sich in den letzten Jahrzehnten stark geöffnet, sowohl in Bezug auf die Mitgliedschaft und die Schafzucht als auch auf die Aktivitäten. Seit Jahren führt er im Rahmen der traditionellen Schafschur im Spycher-Handwerk Huttwil mit rund 40 Helfenden die Festwirtschaft.
Hunderte von Menüs gehen da jeweils über die Theke, und sehr beliebt sind auch die Waffeln, von denen es trotz Riesenmengen noch selten genug hatte. Wenig vorher, in «Spitzenzeiten» sogar in der selben Woche, findet jeweils die Schafschau mit Punktierung und Jungzüchtercup statt. Wenn die beiden Anlässe so nahe beieinander liegen, braucht es von den Vereinsmitgliedern besonders viel Engagement.
Setzte der Verein einst ausschliesslich auf das Braunköpfige Fleischschaf (BFS), sind heute auch Mitglieder mit Rassen wie das Weisse Alpenschaf (WAS), Texel oder andere zugelassen.
In den letzten Jahren ist die Pflege der Kameradschaft im Verein stark gefördert worden.
Neben Schafschur, Schafschau und Züchterabend wird jährlich eine Vereinsreise durchgeführt. Auch auf ein einheitliches Outfit bei gemeinsamen Veranstaltungen wird wieder geachtet. Vor zwei Jahren wurden die Mitglieder mit einheitlichen Hemden und Shirts ausstaffiert; im Jubiläumsjahr wird für alle eine bequeme, warme Wolljacke angeschafft.
Mit seinem 100. Geburtstag steht dem Verein ein reger Herbst bevor. Die Jubiläumsschau mit umfangreichem Rahmenprogramm (siehe links) findet am Samstag/Sonntag, 23./24. September statt. Vier Wochen später, am Samstag, 21. Oktober, werden die Mitglieder traditionsgemäss in der Festwirtschaft im Spycher-Handwerk, im Rahmen der 37. Schafschur, anzutreffen sein.

Von Liselotte Jost-Zürcher


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