• Am 15. Oktober wird der Gasthof Lueg wegen Umsatzrückgang und anhaltenden Schwierigkeiten mit den Behörden vorerst geschlossen. · Bild: Marcel Bieri

07.09.2018
Emmental

Die Hoffnung ist noch nicht gestorben

Die Luegarena ist noch nicht ganz verloren – das hofft nicht nur Heimiswils Gemeinderatspräsident Hans Ulrich Widmer, sondern auch Lueg-Besitzer Jörg Moser. Zwar wird der Gasthof Mitte Oktober vorerst geschlossen, zugleich wird im Hintergrund aber weiterhin verhandelt und geprüft, ob eine Rettung der Arena noch möglich ist.

Heimiswil / Lueg · Vor einer Woche klang es, als würde auf der Lueg schon bald die Stille alleine dominieren. Jörg Moser, Besitzer des Lueg-Gasthofes und der Luegarena verkündete in einer Medienmitteilung, dass er per 15. Oktober den Gasthof schliessen will (der «Unter-
Emmentaler» berichtete). Damit zusammen hängt aus finanziellen Überlegungen auch der Bundesgerichtsentscheid, der ihm vorschreibt, die Konstruktion an der das Dach angebracht ist, zurückzubauen.
Von diesem Entscheid war aber nicht nur die breite Öffentlichkeit überrascht, sondern auch Heimiswils Gemeinderatspräsident Hans Ulrich Widmer. Noch wenige Tage zuvor haben er, der Gemeinderat und die Baukommission mit Moser und dessen Mitstreitern eine Sitzung gehabt, bei der bekräftigt wurde, weiterhin Dinge zu unternehmen, welche die Luegarena retten könnten. «Der Zeitpunkt hat mich überrascht. Wir sind immer noch in den Abklärungen. Noch ist nicht alles verloren», erklärt Widmer heute. Die letzte Hoffnung habe er selbst noch nicht aufgegeben. Auch wenn er die Lösung noch nicht präsentieren kann.

Umzonung als einzige Lösung
Das wohl grösste Problem in der leidigen Geschichte ist nicht zuletzt die Zone, in der sich Gasthof und Arena befinden. Schon vor 10 Jahren wollte Moser eine Zonenplanänderung anstreben, gleich mehrmals wurde diese aber verpasst, weshalb seine Immobilien weiterhin auf einer Landwirtschaftszone stehen. Diese Tatsache führt nicht zuletzt auch dazu, dass hauptsächlich die Dachkonstruktion der Luegarena rechtlich gesehen Probleme macht. Diese war im ursprünglich gestellten Baugesuch unter anderem laut dem Entscheid des Bundesgerichts nicht so vorgesehen, wie sie umgesetzt wurde. Bewilligt war einzig das Storendach, die Unterkonstruktion, die das Dach hält, scheint laut persönlicher Einschätzung von Gemeindepräsident Widmer in der weiterhin vorherrschenden Landwirtschaftszone auch kaum zulässig. Die Lösung? Eine Umzonung, die aber weiterhin viel Zeit bis zur Realisierung braucht. «Aktuell streben wir das Mitwirkungsverfahren an. Wir schätzen, dass wir frühestens zum Ende des Jahres 2019 so weit sind, dass wir die Vorlage dem Volk vorlegen können. Wahrscheinlich dauert es aber noch etwas länger», erklärt der Gemeinderatspräsident. Bis dahin sind die Aussichten der Luegarena düster.
Geprüft wird nun von Seiten der Gemeinde, ob allenfalls eine Übergangslösung – etwas wie eine befristete Bewilligung der Dachkonstruktion – eine rechtlich zulässige Option wäre. Detailliert Auskunft geben kann Hans Ulrich Widmer aber nicht, weil vorerst weiterhin Abklärungen im Gange sind. Für ihn ist aber klar, dass der Erhalt der Arena nur über eine Zonenplanänderung führen kann.

Weniger Umsatz im Gasthof
Die Lueg – Gasthof und Arena – aufgeben will derweil auch Besitzer Jörg Moser nicht. Derzeit läuft am Bundesgericht ein Rekursverfahren, weshalb ein Abriss der Dachkonstruktion vorerst auch weiterhin nicht geplant ist. Den Gasthof musste er aber dennoch schliessen, nicht zuletzt wegen Begleiterscheinungen aufgrund der Gerichtsverfahren. «Wir haben einen deutlichen Umsatzrückgang gespürt», begründet Moser die Schliessung des Gasthofes. Endgültig und unwiderruflich sei diese aber nicht. Zuerst aber brauche er klare Verhältnisse. «Die Arena ist mein drittes Standbein. Ohne diese Einnahmen geht es nicht», erklärt Moser.
Zugleich will er den Gasthof ausbauen, weil nur mit zusätzlichen Zimmern und Betten ein profitabler Betrieb überhaupt möglich ist. Auch hier hat er aber bisher keine positiven Signale von der Gemeinde erhalten, die ihn zuversichtlich stimmen. Insgesamt ist für ihn deshalb klar: «Bevor nicht alles geklärt ist, kann ich so nicht weiter machen. Ich kann nicht immer Geld investieren, irgendwann muss das alles auch rentabel sein.» Bald dürfte auf der Lueg deshalb Ruhe einkehren. Einerseits wegen der Schliessung, andererseits weil vorerst weiterhin im Hintergrund Abklärungen und Verhandlungen laufen, welche die Arena doch noch retten könnten. Wenn diese nämlich gerettet wird und für den Umbau die Vorzeichen stimmen, schliesst auch Jörg Moser eine positive Zukunft auf der Lueg nicht kategorisch aus.

Hoffnung weiterhin vorhanden
Das würde auch Gemeinderatspräsident Hans Ulrich Widmer freuen. Er bedauert den Entscheid Moser’s und verspricht, sich für den Erhalt der Lokalitäten im Rahmen der politischen Möglichkeiten weiterhin einzusetzen. Mehr Unterstützung wünscht sich Jörg Moser derweil vom ganzen Gemeinderat und der Verwaltung Heimiswils, letztlich fördere er ohne jegliche Steuergelder mit seinen Veranstaltungen die regionale Kulturszene. Und während beispielsweise Tourismusorganisationen Unterstützung zugesagt haben, wünscht er sich künftig ähnliche Reaktionen auf politischer Ebene. «Ich hoffe, dass es Möglichkeiten gibt, die Lueg-arena und den Gasthof zu retten. Aber das wird wohl nicht von heute auf morgen passieren», sagt Jörg Moser. Solange die Hoffnung in dieser Geschichte noch nicht gestorben ist, ist auch das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Von Leroy Ryser

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