• Jonas Graber glänzte als Solist auf dem Euphonium, und Dirigent Fritz Graber leitete den Posaunenchor mit Hingabe. · Bild: Elsbeth Anliker

10.02.2017
Oberaargau

Die Kirche – erfüllt vom «Licht der Welt»

Einmal mehr vermag der Posaunenchor Ochlenberg mit seiner Musik das Publikum zu berühren. Das Kirchenkonzert «the power of light» strahlt über den Konzertabend hinaus. Nach den zwei Konzerten in Rohrbach kann die erstklassige Blasmusik morgen Sonntag nochmals in der Kirche Herzogenbuchsee genossen werden.

Rohrbach · «Let There Be Light!» – «Es werde Licht!» Mit diesem kraftvollen Musikstück von Steven Ponsford begrüssten die Musikantinnen und Musikanten die Konzertbesucher in der Kirche Rohrbach und füllten gleich zu Beginn den Raum mit majestätischer Blasmusik. Mit sicherer Hand leitete Dirigent Fritz Graber seinen Posaunenchor Ochlenberg, der in der englischen Brass-Band-Besetzung spielt. Die diesjährigen Kirchenkonzerte stehen unter dem Thema «the power of light» («Die Kraft des Lichts»).   

Hochstehende Blasmusik
Im Begrüssungsstück «Let There Be Light!» verarbeitet sei das Lobpreislied «light oft the world» –  «Jesus ist dieses Licht der Welt», so Vereinspräsident Matthias Krähenbühl. Er und seine Frau Margret moderierten und bereicherten den Abend mit versiertem Wissen zu den Musikstücken und kurzen Dialogen. So erfuhren die Zuhörenden, dass «The Forres Cradle Song» ein Wiegenlied ist. Goffrey Nobes hat die stimmungsvolle Melodie von «Prelude on Lavenham» komponiert. Der Text beschreibt schwierige und stürmische Zeiten, erdrückende Situationen, die drohen, das Licht auszulöschen – von den Musizierenden wunderschön, warm und einfühlsam interpretiert.
Nicht nur der Kontrast der kraftvoll geblasenen Musikinstrumente zu dem warmen Sound der Posaunen, auch der Rhythmus und die faszinierende Leichtigkeit liess die Herzen aller Bläserfreunde höher schlagen. Kraftvoll gespielt erfreute der «CMS March». CMS ist eine Abkürzung für das Brass-Ensemble «Cerchel Musical dalla Surselva». Corsin Tuor schrieb das Stück zum  Zehn-Jahr-Jubiläum des Bündner Brass-Ensembles.  

Junge Solisten glänzten  
Von der Surselva ging es musikalisch nach Schottland. Im schönen Volkslied «The Blue Bell Of Scotland» geht es um eine blaue Glockenblume. Diese Blume ist in Schottland Symbol für Bescheidenheit und Dankbarkeit, was Euphonium-Solist Jonas Graber mit weichen, reinen Tönen hervorragend interpretierte. Im Werk «Helter Skelter» («Hals über Kopf») glänzte Joel Burger als Solist auf dem Xylophon. Er bestritt seinen Part in unglaublich schnellem Tempo, mit flinken Fingern und scheinbar fliegenden Stäben – wahrhaft meisterlich.

Dirigent macht Musik greifbar
Fritz Graber dirigierte mit seinem ganzen Körper. Er bewegte sich im Takt, drückte die Musik durch seine Mimik aus, liess sie greifbar werden. Vereinspräsident Matthias Krähenbühl sagte es so: «Nebst seiner grossen musikalischen Begabung ist Fritz Graber ein feiner Mensch – und er investiert  sehr viel Zeit in die Arbeit mit dem Posaunenchor.» Aber auch die Musikantinnen und Musikanten sind leidenschaftlich und mit grosser Spielfreude dabei und – sie sind technisch hervorragend. Was sie auch im frisch und spritzig gespielten Stück «Singin’ With The Saints» bezeugten. Das Werk ist eine Brass-Band-Komposition von St. Ponsford. Er ist derzeit einer der bekanntesten und der jüngsten Heilsarmee-Brass-Band-Komponisten.

Ein feierlicher Abschluss
«Ein feste Burg ist unser Gott» ist wohl eines der berühmtesten Lieder von Martin Luther und eine der bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach. Den sogenannten «Luther-Kantaten» liegen Texte von Martin Luther zu Grunde, theologischer Urheber der Reformation. In diesem Jahr feiern Protestanten überall auf der Welt «500 Jahre Reformation». Nach dem schön gespielten  Choral bedankten sich die Besucher mit grossem Applaus für das erstklassige Konzert und traten bei kalten Temperaturen und einer klaren Nacht den Heimweg an.  

Von Elsbeth Anliker 

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