• David Baltensperger lackiert bei der Autogarage Grädel ein Modellauto.

  • Philip Mühle (von links) und Ivan Leuenberger arbeiten mit Janik Gerber von der Afag.

  • Charon Yoganathan, Luana Eymann und Hanna Beck (von links) hören Susanne Arnold von Wegmüller Optik zu. · Bilder: Leroy Ryser

01.11.2017
Huttwil

Ein erster Einblick ins Berufsleben

Seit 2012 wird in Huttwil der Berufsinfotag durchgeführt. Auch in diesem Jahr durften Schüler der 8. Klasse an diesem Tag einen Blick ins regionale Gewerbe werfen und erste Erfahrungen für mögliche zukünftige Lehrberufe sammeln.

87 Achtklässler fehlten am Dienstag in der Schule, weil sie ein Alternativprogramm für die Zukunft absolvierten. Während mehreren Stunden haben sie dem regionalen Gewerbe im Zusammenhang mit dem diesjährigen Berufsinfotag einen Besuch abgestattet und dabei einen ersten Einblick ins nahende Berufsleben erhalten. Vor Wochen konnten sie dafür aus einer Liste mit möglichen Berufen aussuchen und sich für einen Besuch anmelden. Am Dienstag haben sie schliesslich am Vor- und Nachmittag je ein Unternehmen besucht und Informationen zum ausgewählten Beruf erhalten. Die Liste mit den auszuwählenden Berufen ist lang. Die Schüler aus Huttwil, Eriswil, Gondiswil, Dürrenroth und Wyssachen haben unter anderem Einblick in den Berufsalltag vom Bäcker-Konditor, dem Gärtner, dem Strassenbauer, dem Zimmermann oder dem Zahntechniker erhalten.

Interesse entfachen
Ebenfalls am Berufsinfotag mitgemacht hat die Afag. Das Huttwiler Unternehmen hat bereits am Morgen vier Schülern die Berufe Konstrukteur und Polymechaniker nähergebracht. Während Konstrukteure am Bildschirm Teile einer Lokomotive konstruierten und erste Erfahrungen mit dem 3-D-Programm sammelten, erstellten die Polymechaniker einen Würfel als Ausstellungsobjekt.  «Während drei Stunden kann man ihnen nicht alles zeigen», sagt Janik Gerber, der als Lernender für den Besuch der Schüler verantwortlich war. «Aber sie erhalten einen ersten Einblick und können sich dann für eine Schnupperlehre entscheiden.» Diese dauert drei Tage, die Lokomotive wird in dieser Zeit fertiggestellt.
Einen zweistündigen Abriss haben jene Schülerinnen und Schüler erhalten, die bei Wegmüller Optik den Beruf als Optiker unter die Lupe nahmen. Unter der Leitung von Susanne Arnold haben die Schülerinnen und Schüler Brillen getestet, auseinandergeschraubt und den Verkauf geübt. «Der Beruf ist sehr abwechslungsreich, deshalb interessiere ich mich dafür», verrät Hanna Beck, Luana Eymann und Charon Yoganathan pflichten ihr bei. «Leider können wir in zwei Stunden nicht alle Seiten zeigen», sagt Susanne Arnold. Gläser schleifen und Kleinreparaturen am Brillenrahmen entfallen.
Bei der Autogarage Grädel in Huttwil konnten die Schüler sogar zwei Berufe gleichzeitig anschauen. Während je anderthalb Stunden haben sie als Autolackierer und als Automechaniker gearbeitet. Somit haben sie einen Bremsenservice gemacht, bei dem sie unter anderem die Bremsklötze gewechselt und die Bremsscheiben geschliffen haben, zudem haben sie ein Modellauto lackiert und dabei Grundlagen wie das Abkleben, das Mischen von Farbe und das Umgehen mit der Spritzpistole erlernt.

Sehr positive Rückmeldungen
Entstanden ist dieser Berufsinfotag im Jahr 2012 auf Initiative des Huttwiler Gewerbevereins. Vorstandsmitglied Hanspeter Litscher unterstreicht den  Erfolg dieses Events. «Die Schüler geben uns sehr positive Rückmeldungen. Sie können an diesen Tagen erste Einblicke sammeln und mit Lernenden sprechen und Vor- und Nachteile eines Lehrberufes herausfinden.» Beliebt seien vor allem praktische Arbeiten. Nicht selten werden aus diesen ersten Kontakten mehr, von der Schnupperstelle bis hin zum Lehrvertrag sei in den letzten Jahren schon alles entstanden. «Das Gewerbe ist froh, weil es oft nicht einfach ist, Nachwuchs zu rekrutieren», erklärt Litscher weiter. Der Berufsinfotag ist deshalb in der Region Huttwil ein Erfolg – fürs Gewerbe und die Schüler. Es ist deshalb anzunehmen, dass die sechste Austragung nicht die Letzte war.

Von Leroy Ryser


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