• Gespanntes Schauen der 800 Besucher am letzten Samstag – und unvergleichliche Ambiance: Im «Bifängli» fanden sich auch dieses Jahr Tausende Besucher zu den Filmabenden des Open-Air-Kinos Lützelflüh. Diese Woche laufen die letzten Filme der Saison 2018. Bild: zvg

06.08.2018
Emmental

Endspurt für Traumsaison im «Bifängli»

Die 23. Saison des Open-Air-Kinos Lützelflüh geht mit der letzten Sommerferienwoche ebenfalls dem Ende entgegen – mit nie dagewesenem «Komfort»: Warme Decken, Daunenjacken oder gar Regenschirme können zuhause bleiben. Auf dem Hügel im «Bifängli» geniessen die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer neben den Filmen und der Ambiance die angenehmen milden Abende nach den Hitzetagen. Noch viermal gibt es das Vergnügen; morgen Mittwochabend mit dem Dok-Film «Die Reise der Pinguine», von Donnerstag- bis Samstagabend dann mit drei Dramen, die auf wahren Geschichten basieren.

LÜTZELFLÜH · Jährlich lockt das Open-Air-Kino Lützelflüh Tausende ins heimelige «Bifängli». Das Kino ist nicht nur «Open-Air», seine Zuschauerkapazität ist auch «Open-End». Wenn sich tausend Besucherinnen und Besucher mit Stühlen, Decken oder andern Sitzgelegenheiten auf dem Hügel einrichten, scheint dieser noch längst nicht vollbesetzt. Sie kommen – zu Hunderten, wenn das Wetter nass und kalt ist, tausend und mehr wenn die Sommerabende so mild sind wie gegenwärtig. Die Ambiance ist unvergleichlich, die Filme nach ethischen Richtlinien, aber ausgewogen zwischen lustig und dramatisch, zwischen alt und neu und mit grösster Sorgfalt ausgesucht. Die Organisation ist tadellos, das Team und die Helfenden ehrenamtlich und mit viel Herzblut dabei. 

Die fantastische Aussicht auf die Berner Alpen ist nicht zuletzt der Grund, dass das Volk oft schon lange vor Spielbeginn eintrifft, sich am gluschtigen kulinarischen Angebot erfreut, die Stimmung in vollen Zügen geniesst. Später beeindruckt der imposante Sternenhimmel über den Emmentaler Hügeln. Der freie Eintritt jeweils am Mittwoch und Donnerstag erlaubt auch Familien einen budgetschonenden, herrlichen Abend, und dank grosszügigen, treuen Sponsoren sind an den andern Abenden die Unkostenbeiträge bescheiden. 

Wir erinnern uns: Im Sommer 1996 wurde das Open-Air-Kino Lützelflüh zum ersten Mal durchgeführt – mit einer Leinwandgrösse von 12 m2 und einer durchschnittlichen Besucherzahl von 100 Besuchern pro Abend. 

Diese Woche noch vier Filmabende

Seither hat sich das Open-Air-Kino Lützelflüh zu einem grossen Anlass entwickelt, der in der Region kaum noch wegzudenken ist und sich Jahr für Jahr enormer Beliebtheit erfreut. Die Leinwandgrösse ist auf 105 m2 gewachsen, Technik und Infrastruktur wurden und werden laufend verbessert, und die Besucherzahlen haben sich längst vervielfacht. Bald schon gehört die 23. Auflage des Open-Air-Kinos Lützelflüh der Vergangenheit an. 

Vorher aber können noch vier Filmabende genossen werden. Morgen Mittwochabend läuft der Dokumentarfilm «Die Reise der Pinguine» auf der Grossleinwand. Nach dem Drama «Begabt» am Donnerstagabend lässt am Freitagabend die wahre Geschichte über die riskante Notlandung auf dem Hudson River erschauern und staunen. «Sully», der Held im dramatischen Geschehen, heisst mit seinem richtigen Namen Chesley Burnett «Sully» Sullenberger III (*1953) Der erfahrene Pilot wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er am 15. Januar 2009 den US-Airways-Flug 1549 sicher auf dem Hudson notwasserte, also mitten im Gebiet des vielbefahrenen New Yorker Hafens. Alle 155 Personen an Bord überlebten die Notwasserung, nur einige trugen leichte Verletzungen durch Unterkühlung davon. Dies war weltweit die erste Wasserlandung mit einem Airbus A320. Die Notwasserung gilt als fliegerische Meisterleistung, weil Sullenberger und seine Crew – unter ihnen der Copilot Jeffrey Skiles – in geringer Zeit mehrere Entscheidungen zu treffen und eine höchst ungewöhnliche Landung zu meistern hatten. 

«Sully» verhielt sich auch nach der Notwasserung vorbildlich; seine Kabinencrew evakuierte alle Passagiere binnen weniger Minuten. Er selber ging zweimal durch das sinkende Flugzeug, um absolut sicherzustellen, dass sich kein Mensch mehr an Bord befand und er das Flugzeug als Letzter verlassen konnte. 

«Sully» hat Schweizerwurzeln: Seine Vorfahren (Sollberger) waren 1737 aus dem emmentalischen Wynigen nach Amerika ausgewandert.

Nach «Sully» bildet am Samstagabend «Hidden Figures» den grossartigen Saisonschluss im «Bifängli». Der Film erzählt von drei afroamerikanischen Mathematikerinnen, die massgeblich am Mercury- und am Apollo-Programm der NASA beteiligt waren, ohne für ihre Leistungen Anerkennung zu erfahren.

www.oakl.ch

Von Liselotte Jost-Zürcher

Von Liselotte Jost 

AUF facebook kommentieren