• Die 31-jährige Skicrosserin Sanna Lüdi nimmt an ihren dritten Olympischen Spielen teil. Bild: Keystone

15.01.2018
Sport

Fokus auf die dritten Olympischen Spiele

Sanna Lüdi, Skicrosserin SC Ahorn-Eriswil – Skicrosserin Sanna Lüdi (31) vom Skiclub Ahorn-Eriswil kehrte auf diese Saison von einer langen Verletzungspause in den Weltcup zurück und startet im Februar an ihren bereits dritten Olympischen Spielen.

 

Skicross · «Es macht mich schon etwas stolz, dass ich meine dritten Olympischen Spiele erleben darf», sagt Sanna Lüdi. Nach Vancouver 2010 und Sotschi 2014 hat sich die 1986 geborene Skicross-Fahrerin Sanna Lüdi auch für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar 2018) qualifiziert. Swiss Ski stellt voraussichtlich drei Frauen im Olympischen Skicrossrennen. Fanny Smith und Sanna Lüdi haben bereits einen Startplatz auf sicher. «Ich freue mich sehr auf das Rennen in Südkorea. Es spielt für mich keine Rolle, in welchem Land und auf welcher Piste ich fahre», erklärt Lüdi, die in Leimiswil aufgewachsen ist. «Viel mehr haben mich die Unruhen im Vorfeld beschäftigt. Ich wünsche mir, dass es während den Spielen ruhig bleibt.»

An Besonnenheit gewonnen
Den sportlichen Biss hat die mittlerweile fast 32-jährige Athletin nicht verloren. «Natürlich bin ich nicht mehr gleich parat wie vor zehn Jahren. Aber ich habe dafür an Besonnenheit gewonnen. In heiklen Situationen fahre ich nicht mehr mit Vollgas ins Verderben, sondern konstant und mit nötiger Vernunft den Berg hinunter», bilanziert die Oberaargauerin. Die Aussage ist nachvollziehbar, denn die bisherige Karriere der Draufgängerin war von zahlreichen Verletzungen geprägt, die meist von den berüchtigten Kamikaze-Fahrten Lüdis resultierten.

Lange Pause nach Kreuzbandriss
Im Januar 2015 riss Lüdi das Kreuzband sowie den Meniskus am linken Knie. «Ich sah meine lange Pause als eine Chance. Ich nahm mir gezielt so viel Zeit, damit ich wieder gestärkt angreifen kann», sagt Lüdi. Um die Verletzung nachhaltig auszukurieren und im Anschluss noch möglichst lange im Weltcup mitzumischen, verzichtete die finnisch-schweizerische Doppelbürgerin auf die ganze Saison 2016/17. Im November kam es zum langersehnten Comeback. «Endlich kann ich wieder das machen, was ich am liebsten tue: Skifahren», lacht Lüdi. Und die ersten Rennen gelangen dem Mitglied des Skiclub Ahorn-Eriswil gut. Die ersten Weltcuprennen in Val Thorens, Arosa, Montafon, Innichen und Idre Fjall beendete Lüdi auf den Rängen 13, 8, 16, 10, 8, 12 und 14. «Ich bin mit meiner Rückkehr zufrieden, kann völlig beschwerdefrei Skifahren», sagt Lüdi. Die Resultate sind noch nicht ganz so  ausgefallen, wie sich Lüdi dies erhofft hatte. Für die am 17. Februar 1986 geborene Sportlerin zählt aber nur ein Gedanke: «Ich will mich bestmöglich auf meine dritten Spiele vorbereiten. Ohne zu grosses Risiko.» Einen kleinen Rückschritt in alte Tage erlebte Lüdi aber trotzdem. Kurz nach dem Start des Weltcuprennens in Montafon Mitte Dezember agierte Lüdi mit Übereifer. Schon bei den Wu-Tangs – den ersten Wellen nach dem Start – stürzte sie und brach sich die Nase. «Ich ging ganz klar wieder über das Limit, verkantete und büsste dafür. Solche Sachen dürfen einfach nicht mehr passieren.»

40 Rennen und drei Weltcupsiege
Sanna Lüdi hat trotz vielen Verletzungsabsenzen seit ihrer Weltcup-Premiere im Januar 2009 bereits 40 Weltcuprennen bestritten. Bisher konnte sie drei Weltcupsiege feiern (zwei 2012, einer 2014). Nun setzt sie den totalen Fokus auf Pyeongchang. Am Samstag fährt Sanna Lüdi in Nakiska in Kanada das letzte Weltcuprennen vor den Olympischen Spielen. Anschliessend bereitet sie sich in Laax auf den Saison- und möglichen Karrierehöhepunkt vor. Das Rennen in Pyeongchang findet am 23. Februar statt. Um am Tag X die absolute Bestleistung abrufen zu können, verzichtet Sanna Lüdi seit längerem auf einen fixen Wohnsitz. Sie wohnt immer dort, wo Skicross gefahren wird. Dieser Sport ist Lüdis grosse Passion.

Schönes Sponsoring
Bis April 2008 bestritt Sanna Lüdi Ski Alpin-Rennen. Und dies immer für den Skiclub Ahorn-Eriswil. Und für diesen Club fährt sie nun auch bereits die neunte Saison im Skicross-Weltcup. Der bekannte regionale Skiclub ist stolz auf das erfolgreiche Vereinsmitglied. Und unterstützt es. Für die Olympiasaison wurde Sanna Lüdi mit einem schönen finanziellen Sponsoring beglückt. «Ich bin dem Club extrem dankbar für diese Unterstützung und fahre seit Jahren mit Stolz für den SC Ahorn-Eriswil Skicross-Rennen», sagt Lüdi.  

Von Stefan Leuenberger


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