• Neues Pfarrteam in der Kirchgemeinde Sumiswald (von links): Pfarrerin Mirja Zimmermann, Kirchgemeindepräsident Stefan Trüssel und die neue Pfarrerin Jasmin Steffen. · Bild: Renate Riesen-Hess

05.12.2016
Emmental

«Frauenpower» in der Kirchgemeinde

Mit grossem Applaus wurde Pfarrerin Jasmin Steffen für die 2. Pfarrstelle in der Kirchgemeinde Sumiswald bestätigt. Für mehr Diskussionsstoff sorgte das Traktandum rund um die Umgebungsarbeiten und Parkplätze beim Beinhaus. Sehr erfreulich ist auch die Tatsache, dass für die demissionierenden Kirchgemeinderätinnen Emmeli Bärtschi und Vreni Wittwer kompetente Nachfolge gefunden werden konnte.

Sumiswald · Letzten Sonntag konnte Kirchgemeindepräsident Stefan Trüssel anschlies­send an den «espresso-Gottesdienst» von Pfarrerin Mirja Zimmermann und Team rund 60 Stimmberechtigte in der Kirche begrüssen. Die Traktandenliste kündigte einen ganz besonderen Höhepunkt an, nämlich die Bestätigung der Wahl von Pfarrerin Jasmin Steffen. Bevor die Anwesenden aber die neue Pfarrerin willkommen heissen durften, stand ein herausfordernder Punkt auf der Tagesordnung: Verpflichtungskredit Umgebungsarbeiten Kirchhof/Parkplätze Beinhaus.

Parkplätze und Umschwung Beinhaus sind Thema
Bereits ist ein Jahr vergangen, seit die Kirchgemeindeversammlung im Dezember 2015 dem Kauf des Beinhauses zugestimmt hat. Seither ist viel passiert im alten Gebäude an der Kirchgasse. Die Umbau- und Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten und die Pfarrwohnung, welche Pfarrerin Jasmin Steffen beziehen wird, sollte bis zum Jahresende bezugsbereit sein. Bei der Planung sowie beim Umbau wurde von Anfang an eng mit der Denkmalpflege des Kantons Bern zusammengearbeitet, da es sich beim Beinhaus ja um ein höchst schützenswertes Gebäude (K-Objekt) handelt. Bereits vor dem Kauf der Liegenschaft wurde die Parkplatzsituation angesprochen. Es existieren keine Parkplätze, die zu der Liegenschaft gehören. Zusammen mit der Einwohnergemeinde und der Denkmalpflege wurden verschiedene Lösungen diskutiert. Für den Kirchgemeinderat ist grundsätzlich nur folgende Variante denkbar: zusätzliche Parkplätze auf dem Areal des Pfarrhausgartens. Anschliessend an die Garage des Pfarrhauses gibt es bereits einen Autoabstellplatz. Gemäss Abklärungen ist es möglich, dort anschliessend weitere Parkplätze zu erstellen, welche dann für die Liegenschaft Beinhaus zur Verfügung stehen würden.
Ein weiterer Knackpunkt ist der Umschwung beim Beinhaus. Der Kirchgemeinderat möchte bei der Pfarrwohnung unbedingt eine grosszügige und der Privatsphäre zuträgliche Umgebung gestalteten. Die jetzt herrschenden Verhältnisse lassen keine genügenden Rückzugsmöglichkeiten für die Mieterinnen und Mieter zu. Auch hier wurde Seite an Seite mit der Dankmalpflege gearbeitet und durch einen Landschaftsarchitekten zwei mögliche Varianten einer Umgestaltung des Kirchhofes vorgeschlagen. Variante 1: Die Wegführung wird grundsätzlich beibehalten. Es wird durch einen Sichtschutz mit Rankgerüst ein kleiner Bereich um das Beinhaus abgegrenzt. Variante 2: Der Weg zum Seiteneingang der Kirche wird geradeaus auf die Umgebungsmauer geleitet. Rechts neben dem Leuenberger-Denkmal wird ein Durchstich durch die Mauer gemacht und ein neuer Eingang erstellt. Der alte Eingang Richtung Landgasthof Bären wird aufgehoben. So entsteht viel mehr Platz für eine ansprechende und gut angelegte Umgebung. Der Kirchhof wird zudem durch die neue Einteilung und Gestaltung stark aufgewertet. Auf frühen Ansichten der Kirche konnte festgestellt werden, dass die Wegführung, wie in Variante 2 vorgeschlagen, bereits einmal so existiert hat. Daher wäre es eine einmalige Chance für die Kirchgemeinde, die alten Verhältnisse wieder herzustellen und so auf einen Schlag eine wunderbare Umgebung für das Beinhaus und gleichzeitig eine Aufwertung des Kirchhofes zu erreichen.

Versammlung genehmigt Verpflichtungskredit
Ein wichtiger Punkt bei diesem Traktandum waren natürlich die Kosten. Für die Variante 1 wurde ein Kostenvoranschlag von 50 000 bis 60 000 Franken  erstellt und Variante 2 schlägt mit 150 000 Franken zu Buche. Trotz der hohen Kosten hat sich der Kirchgemeinderat einstimmig für die Variante 2 ausgesprochen, da dies eine gute Lösung über mehrere Generationen bedeuten würde. Die anschlies­sende Diskussion mit diversen Wortmeldungen aus der Versammlung zeigte, dass auch die Stimmberechtigten die Ansicht des Kirchgemeinderates teilen und zum Abschluss dieses langen Traktandums dem Verpflichtungskredit von 190 000 Franken für die Umgestaltung Kirchhof und die Parkplätze beim Pfarrhaus mit einer Enthaltung zustimmten. Die Erleichterung über die Zustimmung der Versammlung war Präsident Stefan Trüssel anzusehen, als der die Bevölkerung zum «Tag der offenen Türe» am Freitag, 23. Dezember 2016, 17 bis 21 Uhr, ins Beinhaus eingeladen hat.

Gleichbleibender Steuersatz
Das Budget 2017, welches vom Ressortverantwortlichen Finanzen, Martin Mägert, präsentiert wurde, schliesst voraussichtlich, bei gleichbleibendem Kirchensteuersatz von 0,23 %, ausgeglichen ab. Dieses wurde einstimmig genehmigt.

Pfarrerin Jasmin Steffen bestätigt
Der schönste Teil der Kirchgemeindeversammlung stand nun auf der Tagesordnung – die Bestätigung der Wahl von Pfarrerin Jasmin Steffen. Per Ende Januar 2017 wird Pfarrer Theo Castelberg in Pension gehen. Bereits Anfang 2016 hat sich die Personalkommission auf die Suche nach einem Nachfolger/einer Nachfolgerin gemacht. Aus vielen Bewerbungen durften drei Kandidaten/innen zu einem Gespräch eingeladen werden. Schon bald stand fest, dass ab Februar 2017 in der Kirche Sumiswald «Frauen-Power» herrscht. Anlässlich der Kirchgemeinderatssitzung im Juni wurde Pfrn. Steffen einstimmig gewählt. Die Kirchgemeindeversammlung kann diese Wahl anschliessend lediglich noch bestätigen.
Jasmin Steffen ist in Zell LU aufgewachsen und hat nach ihrem Studium während nun fast 17 Jahren in Wolhusen gewirkt. Mit grossem Applaus wurde sie von der Versammlung bestätigt und herzlich in Sumiswald willkommen geheissen. Alle freuen sich auf die Zusammenarbeit mit ihr.

Verabschiedung von Emmeli Bärtschi und Vreni Wittwer
Bei den anschliessenden Wahlen wurden die zwei langjährigen Kirchgemeinderätinnen Emmeli Bärtschi und Vreni Wittwer verabschiedet. Beide haben während sieben (Bärtschi) und fünf (Wittwer) Jahren tolle Arbeit in Rat und Gemeinde geleistet. Als Nachfolger stellten sich Christian Eggimann und Elisabeth Berger zur Wahl. Beide wurden mit grossem Applaus gewählt. Stefan Trüssel gab seiner Freude Ausdruck, dass sich wiederum engagierte Leute zur Verfügung gestellt haben, um in der Kirchgemeinde mitzuwirken und mitzutragen. Einen kompletten Kirchgemeinderat zu haben, ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich.

Präsidialer Dank
Im Anschluss an die Versammlung  hielt der Präsident in seinem Jahresbericht Rückblick auf ein bewegtes Kirchenjahr und schloss mit einem gros­sen Dankeschön an Ratskolleginnen und -kollegen, Pfarrteam, Mitarbeitende und natürlich an die Gemeinde, die Versammlung.

Von Renate Riesen-Hess

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