• Mit einem Kraftakt hangelt sich Fabian Stalder aus Rüegsauschachen (weisses Shirt) über den Wassergraben. · Bild: PIC2GO

12.05.2017
Sport

Gefallen am Laufen durch Dreck gefunden

Spartacus Run in Schönbühl – Am verregneten Spartacus Run auf dem Waffenplatz Schönbühl hat der 23-jährige Rüegsauschacher Fabian Stalder seine Liebe für Hindernisrennen durch Schlamm entdeckt.

Laufsport · Hindernisläufe (Obstacle Racing) und Abenteuerrennen boomen. Die Mitmachenden müssen sich in eiskaltes Wasser und schlammige Drecktümpel stürzen sowie steile Abhänge und Hindernisse überwinden. Der grösste und spektakulärste Hindernislauf der Schweiz, der Strongman Run, fand 2010 erstmals statt. Seither sind viele Hindernis-Laufserien dazugekommen.  

Trotz Dauerregen über 400 Startende
Im September 2016 fand die Premiere des «Trojka Energy Spartacus Run» in Sursee statt. Nach geglücktem Auftakt wurde für 2017 gleich eine vierteilige Rennserie (Schönbühl, Dübendorf, Sursee und Lausanne) auf die Beine gestellt. «Nach den Feedbacks aus dem Vorjahr in Sursee haben wir versucht, die Hindernisse schwieriger und den Run vor allem dreckiger zu gestalten», betont CEO Armin Meier. So sind bei der Streckenführung nebst den schwierigen Hindernissen auch Wasserlöcher gebaut worden. Den Auftakt bildete das Rennen auf dem Waffenplatz Sand in Schönbühl. Dass die Hindernisrennen wirklich beliebt sind, zeigte die Tatsache, dass trotz miserablem Wetter (Dauerregen und kalte Temperatur) 414 Frauen und Männer an den Start gingen.

Schon lange im Kopf gehabt
Eine 2,5 Kilometer lange Rundstrecke musste zweimal absolviert werden. Unterwegs mussten insgesamt 16 Hindernisse mit Namen wie «Black Forest Sprint», «Diabolic Walls» oder «Devil’s Subway» sowie 110 Höhenmeter gemeistert werden. «Dieser Spartacus Run hat einfach grossen Spass gemacht», meint Fabian Stalder nach seinem Renneinsatz. Der 23-jährige Rüegsauschacher nahm erstmals an einer derartigen Veranstaltung teil. «Drei Kollegen nahmen als Team am Spartacus Run teil. Durch sie wurde ich auf dieses Rennen aufmerksam», erklärt der in einer WG lebende Elektriker. «Endlich klappte es. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, an einem solchen Rennen zu starten. Dazugekommen ist es aber bisher leider nie.» Schon in der Schulzeit habe Stalder Hindernisläufe geliebt. Und im Militärdienst habe ihm das Robben durch Dreck Spass gemacht. «Vor allem aber mag ich Sport.»

«Spartacus» Cancellara geschlagen
So ging der gebürtige Lützelflüher topmotiviert an den Start des Spartacus Run. «Es ist mir ausgesprochen gut gelaufen. Am meisten gefordert hat mich der steile Hügellauf und das Sackhüpfen über eine weite Distanz», zieht der am 5. August 1993 geborene Sportler Bilanz. Eine Überraschung erlebte der Rüegsauschacher im Ziel. «Erst dort habe ich den Promistartenden Fabian Cancellara gesehen. Ich war überrascht und stolz zugleich, dem Olympiasieger sechs Minuten abgenommen zu haben.» Der zurückgetretene Spitzensportler mit dem Übernamen «Spartacus» war bei der Premiere in Sursee Ehrenstarter und ging nun in Schönbühl selber an den Start.
 
Unihockey sowie Hornussen – und ab nun auch Laufen?
Fabian Stalder, der in der Freizeit gerne Filme schaut oder in den Ausgang geht, belegte in 31:41 Minuten von 414 Klassierten den starken 11. Rang. «Damit hätte ich nicht gerechnet.» Die Freude über das Ergebnis motiviert zugleich. «Ich glaube, ich habe Feuer gefangen. Ich liebäugle jetzt stark damit, im Juni am Strongman Run in Engelberg an den Start zu gehen.» Stalder, der nicht oft an Laufwettkämpfe geht («den Grand-Prix Bern habe ich schon bestritten»), meint: «Regelmäs­siges Laufen und das Absolvieren von solchen Hindernisrennen kann ich mir von jetzt an als Ausgleich zu meinen sportlichen Hauptaktivitäten sehr gut vorstellen.» Fabian Stalder übt in der ersten Mannschaft des UHT Uetigen den Unihockeysport aus. Ausserdem ist er Mitglied der NLB-Hornussergesellschaft Hasle. Das Laufen, besonders über Hindernisse und durch Dreck, dürfte zu Stalders dritter grosser Sportliebe werden.

Auszug aus der Rangliste: Männer (224 Klassierte): 1. Simon Zahnd, Riggisberg, 25:15,0; 2. Stefan Leuenberger, TV Huttwil, 25:57,0; 3. Bernhard Hänni, Niedermuhlern, 26:32,0; 11. Fabian Stalder, Rüegsauschachen, 31:41,0; 97. Sascha Albisser, Walterswil, 49:17,0. – Frauen (190): 1. Corinne Balz, Bern, 32:59,0; 33. Andrea Kämpfer, Affoltern, 51:19,0; 34. Ana Kovac, Huttwil, 51:23,0; 122. Chantal Arm, Thörigen, 1:04:46,0; 123. Fabienne Matter, Thörigen, 1:04:46,0; 157. Stefanie Zumstein, Thörigen, 1:08:21,0; 158. Eliane Zumstein, Thörigen, 1:08:35,0; 165. Melissa Borer, Thörigen, 1:11:49,0.
 

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