• An der Gemeindeversammlung wurde entschieden, dass hinter den bestehenden Gebäuden, auf der grünen Fläche, eine neue Turnhalle gebaut wird. · Bild: Marcel Bieri

08.06.2018
Oberaargau

Gemeinde projektiert eine neue Turnhalle

Bei der langjährigen Planung einer Turnhalle wird ein neues Kapitel geschrieben. Bewilligt wurde an der Gemeindeversammlung ein Planungskredit von 140 000 Franken für die Sanierung der Mehrzweckhalle und den Bau einer neuen Turnhalle.

Melchnau · Am Montagabend strömte eine grosse Zahl Stimmbürger in die Mehrzweckhalle Melchnau. Gemeindepräsident Ulrich Jäggi begrüsste 159 (15,11 %) von 1052 Stimmberechtigten zur Gemeindeversammlung. Für den Grossaufmarsch sorgte Traktandum 2: Bewilligung eines Projektierungskredits von 140 000 Franken für die Sanierung der bestehenden Turnhalle und einen Erweiterungsbau. Sechs Varianten wurden präsentiert.

Folgekosten über 25 Jahre
Daniel Ott, baderpartner AG, Solothurn, mit dem die Grundsatzvarianten erarbeitet wurden, informierte über die sechs Projekte. «Das Raumprogramm ist bei allen Varianten erfüllt«, betonte er. «Sie unterscheiden sich nur in Nuancen und sind vergleichbar.» Die Investitionskosten variieren je nach Projekt von 3,35 Mil-lionen bis 6,75 Millionen Franken. Die jährlichen Folgekosten werden zwischen 179 000 Franken bis 363 000 Franken veranschlagt, und das über 25 Jahre hinweg.

Variante 1 und 4 bevorzugt
Gemeinderätin Susanne Kratochvil machte auf die finanziellen Konsequenzen aufmerksam. Der Finanzplan 2017 bis 2022 sei knapp tragbar. Die jährliche finanzielle Belastung steige auch ohne Mehrzweckhalle. Eine Steuererhöhung um einen Steueranlagezehntel (165 000 Franken) sei «unabwendbar», so die Gemeinderätin.
Gemeinderätin Therese Fink informierte über die kostengünstigste Variante 1, die der Gemeinderat bevorzugte: Sanierung der bestehenden Turnhalle/Mehrzweckgebäude, Anbau Süd mit Raum für die Tagesschule und Mehrzweckraum. Option wäre der spätere Anbau einer Turnhalle auf der Westseite. Investitionskosten von 3,35 Millionen und jährliche Folgekosten von 179 900 Franken sind hier zu erwarten. «Diese Variante erfüllt die Anforderungen der Schule und deckt die Bedürfnisse vieler Vereine ab.» Mit diesem Projekt wird die Steueranlage voraussichtlich von 1,74 auf hohe 1,95 steigen. Irene Leuenberger, Präsidentin der Arbeitsgruppe, informierte über die von der Arbeitsgruppe bevorzugte Variante 4: Sanierung bestehende Turnhalle/Mehrzweckgebäude, Räume für Tagesschule und Mehrzweckraum in alter Turnhalle, Neubau Turnhalle auf der Westseite.
«Es ist ein Projekt für die nächste Generation, eine nachhaltige Investition», betonte Leuenberger. Investitionskosten von 5,21 Millionen Franken und jährliche Folgekosten von 279 900 Franken sind hier zu erwarten. Hier wird die Steueranlage voraussichtlich auf horrende 2,01 steigen.
Nach einer engagiert geführten Diskussion fand die Variante 4, trotz hoher finanzieller Belastung, eine grosse Mehrheit: 116 Stimmberechtigte sagten Ja dazu. Dieses Projekt wird nun im Detail ausgearbeitet und voraussichtlich in einem Jahr dem Souverän zur Genehmigung des Ausführungskredits vorgelegt.
Kein Anlass zu Diskussionen gab die Jahresrechnung 2017. «Wir haben in allen Bereichen positiv abgeschlossen», freute sich die Gemeinderätin Susanne Kratochvil. Der Gesamthaushalt schloss mit einem Ertragsüberschuss von 179 000 Franken. Mit grossem Mehr wurde die Rechnung genehmigt.

Urnenabstimmung auf Gemeindeebene
In Zukunft soll bei wichtigen Geschäften der Gemeindeversammlung (über 750 000 Franken) die briefliche Stimmabgabe wie bei eidgenössischen Abstimmungen an der Urne möglich sein. Der dafür nötigen Änderung im Organisationsreglement wurde zugestimmt. Ja sagte der Souverän auch zur Änderung der Amtszeitbeschränkung für Gemeindepräsident und Gemeinderäte. Neu beträgt die Amtsdauer von Gemeinderäten vier Amtsdauern und die Amtszeit vom Gemeindepräsidium neu drei Amtsdauern (Amtsdauer als Gemeinderat wird nicht angerechnet). Die Jahresentschädigung für den Gemeindepräsidenten wurde auf 15 000 Franken (bisher 12 000), für den Vizepräsident auf 9000 (bisher 8000) und für die Gemeinderäte auf 8000 (bisher 6000) erhöht.
Kein Anlass zu Diskussionen gab das neue Benutzungsreglement für öffentliche Plätze. Auf dem Kirchenplatz, Schulhausplatz, Friedhofparkplatz, vor dem Gemeindehaus, Badi, ist das Gratis-Parkieren bis 48 Stunden erlaubt. Bei Missachtung werden Fahrzeuge auf Kosten des Halters umgestellt oder weggeschafft. Die Stimmberechtigen sagten mehrheitlich Ja zum Reglement.

Von Marcel Siegrist

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