• Ein provisorischer Pavillon seit zehn Jahren und (im Hintergrund) das veraltete Kindergartengebäude: Der Kindergarten Städtli genügt den Anforderungen seit langem nicht mehr. Jetzt hat der Gemeinderat Huttwil einen Projektierungskredit für ein Neubauprojekt genehmigt. · Bild: Liselotte Jost-Zürcher

15.02.2017
Huttwil

Gemeinderat bewilligt Projektierungskredit für Kindergartenneubau

Der Kindergarten Städtli ist in einem schlechten Zustand und soll durch einen Neubau beim Schulhaus Städtli ersetzt werden. Im Rahmen eines Wettbewerbs wird ein geeignetes Neubauprojekt evaluiert. Der Gemeinderat hat den dafür nötigen Projektierungskredit von 271 000 Franken vorbehältlich des fakultativen Finanzreferendums bewilligt.

Der Kindergarten Städtli wurde im Jahr 1938 auf dem Areal hinter dem Sekundarschulhaus gebaut. Der letzte grössere Umbau liegt über 20 Jahre zurück, und das Gebäude ist baulich in einem schlechten Zustand. Zudem genügt das Raumangebot den heutigen Anforderungen an den Kindergartenunterricht bei weitem nicht mehr. Das fehlende Platzangebot für Mate-rial wurde vor zehn Jahren mit dem Aufstellen eines Pavillons vorübergehend gelöst, was den Kindergartenbetrieb jedoch erschwert.

Raumbedarf geklärt
Im Jahr 2008 veranlasste der Gemeinderat die Erarbeitung einer Analyse über den Schulraumbedarf und den Zustand der Schulliegenschaften. Im Bericht an den Gemeinderat stellten die Fachleute fest, dass nebst der eigentlichen Sanierung die Anpassung des Kindergartens Städtli an die aktuellen Anforderungen an ein Kindergartengebäude sehr aufwändig wären und es deshalb sinnvoller sei, einen Neubau ins Auge zu fassen.
Im Jahr 2015 setzte der Gemeinderat eine Projektgruppe ein und erteilte dieser den Auftrag, die Schulraumbedarfsanalyse zu aktualisieren bzw. einen geeigneten Standort für den Bau eines neuen Kindergartens zu evaluieren und den im Jahr 2008 ermittelten Raumbedarf zu überprüfen. Die Projektgruppe prüfte die Standorte Heimstrasse (heutiger Standort) und den Standort südlich des Schulhauses Städtli.
Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts beim Primarschulhaus waren schulbetriebliche Gründe. Die räumliche Nähe von Primarschule und Kindergarten erlaubt bei Bedarf die Umsetzung des Grundstufen- oder des Basisstufenmodells, eine flexiblere Raumnutzung in beiden Gebäuden, und die Zusammenarbeit unter den Lehrkräften von Kindergarten- und Primarstufe wird erleichtert. Der im Neubau geplante Raum für Tagesschulangebote ist für Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten- bis zum Primarschulalter gefahrlos erreichbar und liegt auch für Schüler des Oberstufenzentrums in einer gut erreichbaren Distanz. Ein Neubau an diesem Standort hat zudem den Vorteil, dass kein teures Provisorium gebaut werden muss.

Kindergartenplanung umfasst auch die Pausenplatzgestaltung
Das Kindergartenprojekt wird einen Teil der heutigen Aufenthaltsfläche rund ums Schulhaus Städtli beanspruchen. Der asphaltierte Vorplatz des Schulhauses ist nicht in allen Teilen als Pausenplatz geeignet. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, im Rahmen der Projektierung auch die Neugestaltung eines kindergerechten Pausenplatzes in die Planung mit einzubeziehen. Ob die Ausführung dann Bestandteil der Kreditvorlage sein wird oder ob der Einbezug des Pausenplatzes bei der Kreditvorlage als Variante vorgelegt oder zu einem späteren Zeitpunkt als separates Projekt behandelt werden soll, ist zurzeit noch offen.

Mit Wettbewerb zu optimalem Projekt
Im Frühjahr 2016 hat der Gemeinderat einen Kredit von 88 000 Franken für die Vorabklärungen und Projektvorbereitung bewilligt. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden auch die Unterlagen für die Durchführung eines Projektwettbewerbs ausgearbeitet.
Zur Finanzierung des Projektwettbewerbs sind zusätzliche Mittel nötig. Der Gemeinderat hat deshalb einen Gesamtkredit von 271 000 Franken zur Finanzierung der bisherigen Leistungen und des Projektwettbewerbs bewilligt. Dieser Kreditbeschluss unterliegt dem fakultativen Finanzreferendum. Wird dieses nicht ergriffen, kann der Wettbewerb in der zweiten Märzhälfte im offenen Verfahren ausgeschrieben werden. Der Gemeinderat geht davon aus, dass das Wettbewerbsverfahren bis Ende Oktober 2017 abgeschlossen werden kann. Anschliessend erfolgt die Projektierung, welche auch die Ausarbeitung einer Kreditvorlage an die Urnengemeinde beinhaltet.
Stimmt die Urnengemeinde vom Juni 2018 dem Baukredit zu, werden das Baubewilligungsverfahren und die Bauphase in die Wege geleitet. Gemäss aktuellem Terminplan soll das Bauwerk im Frühjahr 2020 in Betrieb genommen werden können.

Finanzielle Herausforderung
Die Umsetzung des Kindergartenprojekts ist zur Sicherung einer angemessenen Infrastruktur für die Erfüllung des Bildungsauftrags sehr wichtig. Im Finanzplan sind für dieses Projekt drei Millionen Franken eingestellt. In diesem Betrag nicht enthalten ist die erwähnte Neugestaltung des Pausenplatzes, welche Kosten in der Grössenordnung von 750 000 Franken verursachen dürfte. Weil bei der Erstellung der ersten Schulraumplanung davon ausgegangen wurde, dass der Raumbedarf für die Tagesschulangebote im geplanten Mehrzweckgebäude Oberdorf gedeckt werden kann, wurde dieser Bedarf bei der Kostenschätzung für den Finanzplan nicht berücksichtigt. Da die Urnengemeinde das Projekt Mehrzweckgebäude abgelehnt hat, musste das Kindergartenprojekt mit dem Raumbedarf für Tagesschulangebote ergänzt werden. Aufgrund dieser Fakten rechnet der Gemeinderat mit Gesamtkosten des Projekts in der Grössenordnung von 4 bis 5 Millionen Franken.

Aus dem Stadthaus

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