• Der Rat von Ueli Steffen in Sachen Äpfel war sehr gefragt. · Bild: Elisabeth Uecker

10.10.2018
Emmental

Grosse Bühne für viele knackige Äpfel

Der «Öpfumärit» bei der Schaukäserei ist längst zu einer lieb gewordenen Tradition geworden und jährliches Ziel für viele Besucher aus nah und fern. Heuer fand auch ein Tag der offenen Türe des Archives der Milchwirtschaftlichen Sammlung statt.

Affoltern · Viele Besucherinnen und Besucher lassen sich in Affoltern von Ueli Steffen vom Betrieb der Fachstelle Obst und Beeren in Oeschberg, gerne beraten um sich die passenden Äpfel für den kommenden Winter zu besorgen.

Aussergewöhnliche Apfelernte
Wie Ueli Steffen erklärte, ist in diesem Jahr eine Apfel-Grossernte in allen Anbaugebieten der Schweiz zu verzeichnen. Bedingt durch die grosse Trockenheit sei die Ernte in unserem Gebiet jedoch etwas früher als gewohnt. Eine Ernteeinbusse sei jedoch bloss in der Ostschweiz zu verzeichnen. «Die grosse Herausforderung wird in diesem Jahr die Vermarktung der grossen Ernte sein», sagte Ueli Steffen zum «Unter-Emmentaler». Glücklicherweise seien die Mostlager leer gewesen, was daher einiges an Spielraum biete.

Vom Bad bis zur Presse
Neben dem Obst gab es aber noch viele weitere Stationen, welche zum Verweilen und Staunen einluden. So konnte der Weg vom Apfel, welcher im grossen Brunnen ein Bad nimmt, bis hin zum Apfelsaft aus der grossen Presse verfolgt werden. Natürlich konnte der frische Most direkt vor Ort genossen werden. Auch die «Öpfu-chüechli» dufteten schon von weitem und liessen die Besucher kaum ohne eine Kostprobe vorbei ziehen. 200 Kilogramm Äpfel wurden dazu verarbeitet. Der Märit mit rund 30 Marktständen konnte sich sehen lassen. Das Schlendern durch die Stände zeigte ein vielfältiges Angebot, welches von Gestricktem über Betongegenstände bis zu Holz oder Glas reichte. So fanden sich bestimmt bereits erste Geschenke für die Festtage, welche in gut zwei Monaten vor der Tür stehen.

Milchwirtschaftliche Sammlung
Neben dem «Öpfumärit» fanden in Affoltern auch noch die Gewerbe-Ausstellung statt (der «Unter-Emmentaler» berichtete) sowie der Tag des offenen Archives der milchwirtschaftlichen Sammlung statt. Seit der Schliessung der Molkereischule Rütti in Zollikofen befindet sich dieses Archiv in Affoltern. So werden die Gegenstände, welche nicht im nationalen milchwirtschaftlichen Museum in Kiesen gezeigt werden, in Affoltern aufbewahrt und eingelagert. In den vergangenen Jahren ist da einiges zusammengekommen, was durch die freiwilligen Einsätze der Archivgruppe aufgearbeitet wurde. So konnten viele Dinge zu Ausstellungsstücken gemacht werden. In Affoltern werden rund 1500 Gegenstände und 3000 Dokumente fein säuberlich aufbewahrt. Dabei ist nicht bloss die Käse- oder Butterherstellung mit vielen Geräten dokumentiert. Auch der Käsehandel ins Ausland kann an Hand von Exponaten nachvollzogen werden. Die Entwicklung der Milchzentrifugen, vom Handbetrieb bis hin zur Dampfmaschine, oder die Entwicklung der unterschiedlichen Wäge-Systeme werden gezeigt. Das Archiv ist zwar nicht öffentlich, doch auf Anfrage lassen sich Besichtigungen mit interessierten Gruppen organisieren. Auch sei man gerne bereit, (gegen ein Entgelt) Exponate für Ausstellungen oder besondere Anlässe auszuleihen, erklärten die Verantwortlichen.

Von Elisabeth Uecker

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