• Heinrich Leuenberger (rechts) und Dr. Luzio Gehrig (Mitte) im Gespräch mit Bienenfreunden und Imkern. · Bild: Barbara Heiniger

03.07.2017
Emmental

Grosser Tag für die Jungköniginnen

Zum Grosserfolg wurde für den Verein Trachselwalder Bienenfreunde die öffentliche Besichtigung der Belegstation Riedbad. Zahlreich nutzten Imker und weitere Interessierte die gute Gelegenheit sich zu informieren, wie die Belegstation für die Jungkönniginnen nach dem Unwetter 2014 nun wieder betrieben wird.

Riedbad · Aus Anlass von «125 Jahre Verein Trachselwalder Bienenfreunde» erhielt die Bevölkerung die Möglichkeit, die Belegstation, welche im Juli 2014 von Geröll und Wassermassen stark verwüstet wurde, zu besuchen. In der kleinen Festwirtschaft fanden zudem viele Begegnungen und zahlreiche Diskussionen oder Fachgespräche, in lockerer Atmosphäre und bei herrlichem Wetter statt.

Drohnensammelplätze sondieren
Als besonderer Leckerbissen hielt der bekannte Bienenforscher Dr. Luzio Gehrig (Ing. Agr. ETH, Bern) einen Vortrag zum Thema «Drohnensammelplätze». Gehrig war lange in der Bienenabteilung im Liebefeld tätig und hat in seiner Funktion bereits früh Sondierungen von Drohnensammelplätzen gemacht. Für die Auswahl von Belegstationen wurden auch verschiedene Kriterien aufgestellt. Es war sehr spannend, die Ausführungen des Bienenforschers zu hören. Dabei wurde auch deutlich, wie viel Engagement und unzählige Stunden für die Versuche an den verschiedenen Standorten eingesetzt wurden.

Aktive, engagierte Bienenzüchter
Seit 1966 betreibt der Verein Trachselwalder Bienenfreunde erfolgreich die Belegstation im Riedbad. Unzählige Bienenköniginnen haben ihre Flitterwochen dort verbracht und das wertvolle «Riedbad-Erbgut» mit sich heimgetragen. Mit 1685 Königinnen war das Jahr 1977 am erfolgreichsten. Heute sind es noch zwischen 350 und 450 Königinnen. Heinrich Leuenberger betreut die Belegstation im Riedbad und widmet seinen Bienenvölkern mit grossem Fachwissen viel Zeit und Engagement. Unterstützt wird er bei der Arbeit von Fred Ritter, ebenfalls ein aktiver Bienenzüchter. Waren es früher vor allem Landwirte, die sich als Bienenzüchter auswiesen, sind es heute Interessierte aus allen Berufsschichten. Rund 300 Mitglieder zählt der Verein Trachselwalder Bienenzüchter.

Beliebte Anfängerkurse
Einer grossen Beliebtheit erfreuen sich im Verein die «Anfängerkurse», aber auch «Königinnenzuchtkurse» werden gut besucht. In Rüderswil betreibt der aktive Verein einen Lehrbienenstand. Die Anzahl der Bienenvölker ist in den letzten Jahren in der Schweiz fast gleichgeblieben. Die aktiven Bienenzüchter sind aber weniger, es braucht heutzutage mehr Zeit, um das interessante Hobby zu pflegen. Die Anforderungen sind gestiegen und die Bienenzucht ist professioneller geworden.

Die «Flitterwochenstation» findet Gefallen
Nach dem Unwetter vom 24. Juli 2014 war die Belegstation im Riedbad schwer betroffen und das verwüstete Häuschen von 1970 musste abgebrochen werden. Um ein neues an diesem Standort zu bauen, hätte eine grosse Schutzmauer errichtet werden müssen. Dies wäre finanziell für die Trachselwalder Bienenfreunde nicht tragbar gewesen. Es wurden auch diverse andere Standorte geprüft, aber der bisherige war die beste Lösung. So stehen nun die fünfzehn bis zwanzig Drohnenvölker nicht mehr in «Schweizer Kästen» im Bienenhaus, sondern in praktischen Magazinen in einer Reihe im Freien. Ein zweckmässiger Lagerraum vervollständigt die Belegstation Riedbad. Die Jungköniginnen sind in ihren kleinen Kästchen wieder zur Begattung aufgestellt und die «Napfbiene» ist dadurch in ihrem Fortbestand gesichert.
Dank engagierten und motvierten Bienenzüchtern wie Heinrich Leuenberger und Fred Ritter wird die Belegstation im Riedbad sicher noch lange bestehen und unzählige Königinnen werden ihre «Flitterwochen» dort verbringen. Dass sich dies sicher lohnt, davon konnten sich bei der öffentlichen Besichtigung viele Besucher ein umfassendes Bild machen.

Von Barbara Heiniger

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